Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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Aneroid nur 290 m) sank das Thermometer Mitte Oktober in den Nächten bei einem rasenden N.-Sturm allemal auf 5°C., während es um die Mittagszeit aut 43.7 45° C. stieg; die durch- schnittliche tägliche Tenpergturqiſſoron⸗ betrug in Sachaus Zelte 27.5% C. Griffith fand in der syrischen Wüste(Badiet-e-Scham) im Juli 1786 am Mittag gewöhnlich? Ali in der Wüste im August 42.2°, niemals aber unter 32.2°C., wohl aper manchmal 4647°. Der Morgen war dagegen meist kühl. Aehnlich äussert sich Euting(Verhandlgn. d. Berliner Ges. f. Erdk. XIII, 1886, S. 273) über die von ihm bereisten Gebiete: August 1883 im künstlichen Schatten 44.5°C., bei Sonnenaufgang mehrfach 18⁰°, selbst 14° C. Im Nach- winter tritt, besonders nach Regen, Frost ein(s. u). Die sommerliche Hitze wird durch das Auftreten des Samüm erhöht(Euting daselbst S. 274; Palgrave I, 13 ff.).

Ueber die Niederschläge ist nur zu sagen, dass sie auf dem grossen nord- arabischen Sandsteinplateau, der Hammada,*) im Winter fallen, wahrscheinlich erst im: Januar oder Februar, und zwar in ungenügender Form und nicht regelmässig in jedem Winter. Doch ist das Gebiet nicht eine durchgängige Wüste, sondern stellenweise nur Halb- wüste, selbst Steppe. In tieferen Teilen sammeln sich diese Winterregen und halten sich, selbst an der Oberfläche, verhältnismäfsig lange. Die Kultur ist an die feuchteren Wadis gebunden, doch eine dürftige. Es genügt aber die nach dem Regen eintretende Vegetation zur Ernährung gröſserer Herden, daher hier nomadische, keinen Ackerbau treibende Bevölkerung. Ueber die Dauer der Regenzeit in den Grenzgebieten s. u. a. auch Fischer, Dattelpalme 59. Wir bringen für das syrisch-arabische Gebiet einige Angaben. Ausserordentlich stark ist hier die Verdunstung, mit Ausnahme vielleicht in den sehr tiefliegenden Stellen. Von Wüsten- gewächsen fand Palgrave im NW. nur ein einziges Kraut, die Coloquinte; bei den seichten Wasserlöchern von Wokba standen dornige Sträucher nnd mehrere verkrüppelte Bäume, dann folgten 4 Tagereisen ohne jeden Brunnen(I, 8 ff.); doch fand man später Spuren früherer Kultur, verfallene Dorfmauern, verschüttete Brunnen mit brackigem und schilammigem Wasser, wie sie bereits Wallin 1845 angetroffen hatte.

Das Wädi Sirhän, eine lange Einsenkung mit der Streichrichtung von NW. nach SE., zeigte im Juli in 36 m Tiefe überall Wasser; es empfängt nach Blunt solehes durch seine Nebenwàdi vom Dschebel Haurân, vielleicht auch von S. von der Adscha-Kette. Der ver- hältnismäſsige Reichtum an winterlichen Gewässern ermöglicht hier Dattelkultur, die nach Blunt noch durch Brunnen mit beständigem Wasser begünstigt wird. So hat die Oase Kaf 70 80 Dattelpalmen, Itheri 400, und am Brunnen(Bir) Wasit traf Guarmani 1864 am Hauptschöpfloch 20 ungefähr 1m hohe Palmen. Wichmann(Pet. Mitt. 1881, S. 215) ver- mutet, etwas kühn, in diesem Wadi den Ueberrest eines bedeutenderen alten Binnensces ähnlich wie das Tote Meer. Die Spuren verschütteter Brunnen weisen auf frühere Kultur, wie in diesem ganzen Gebiete; aber die Beduinen widersetzen sich der Bebauung, da sie nur freies Weideland haben wollen(s. Palgrave I. 16). Im Wadi Anab zwischen Räs e Tobeit und dem Ard e'n Sauân traf Guarmani im Januar oder Februar 1864(s. Zeitschr. f. Erdk. Berlin, 1865, S. 204 fg.) überall stagnierendes Wasser an, ja sogar eine Lache von 1000 m Umfang, und im Wadi el Gar sogar einen Teich mit 5000(Im Oberfläche. Der Wasser- reichtum dieses Wadi soll erst im Mai schwinden(das. S. 206). Die Brunnen von Magua Sdee*N., 39 ½°E.) in hügeliger Gegend sollen sogar immerfliessend sein nach Palgrave I, 32;

*) Nach Blunt bpeträgt die Durchschnittshöhe der Hammada gegen 560 m; Wadi Sirhän liege 120 150 m tiefer, die Klippen und Steilwünde der Hammada aber steigen bis zu 670 760 m an.