Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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biet schr niedrigen Luftdruckes im Sommer über dem Lande, welches nördliche und besonders nordwestliche Luftströmungen verursacht. Diese, obwohl vom Meere kommend, können dennoch keinen Niederschlag bringen, weil sie in Innerarabien aufserordentlich erhitzte Luft antreffen, mit anderen Worten: weil sie von einem kälteren Meere kommen. Der Sommer ist also bei dem Vorherrschen dieser Winde regenlos.Im Sommer bildet sich wahrscheinlich in Südarabien ein Minimum, im Golf von Aden weht dann ecliter SW.-Monsun, der für Jemen und Hadhramaut die tropische Regenzeit pringt, während der nördliche Teil der Halb- insel derselben entbehrt, da er, wie in der Sahara, auf der Nordseite des Minimum liegt und .... von dem erfrischenden östlichen Winde(s. u.) des Nedschd überweht wird.(Supan, Statistik d. unt. Luftströmungen 150.)

Für den Sommer zceichnen demnach alle Karten der Luftströmungen für Nord- und Inncrarabien nördliche bis nordwestliche Winde ein. Solche mögen auch im Winter(s. 0.) vorwalten, für NW.-Arabien vielleicht NW., für NE.-Arabien wohl bis NE. Aber diese nörd- lichen Strömungen sind nicht so beständig wie im Sommer; sie werden zeitweise von

äüquatorialen unterbrochen, und dicese sind es, welche z. B. dem Nedschd. die Niederschläge bringen. Das hatten wir bereits für die Westküste geschen, wir vermuten es auch für die Länder am persischen Meerbusen, vielleicht selbst für Maskat noch, sicherer für Samaua, Bagdad und Mossul, wo. die winterlichen SE.-Winde(s. Supan, Statistik 149)wahrscheinlich durch besonders tiefe Minima im östlichen Mittelmeere erzeugt werden. Auch die Hann'schen Karten weisen für den Winter des nördlichen Arabiens SW. auf.

Hinsichtlich der Bewölkung ist dieses Gebiet zu denjenigen zu zählen, in welchen die gröfste Reinheit des Himmels herrscht. Beträgt sie doch schon in Kario im Jahresmittel nur 19%(Hann) oder 21%(Woeikof), in Kosseir nur 13%.

Die grösste Trübung herrscht natürlich im Subtropengebiet im Winter, die kleinste im Sommer. In diesem gesamten inneren Gürtel, wo groſse tägliche Amplituden der Temperatur, besonders in den trockenen Monaten des Jahres, erscheinen, wo also vom frühen Morgen bis zum Nachmittag die Temperatur rasch steigt, muss sich auch in derselben Zeit die relative Feuchtigkeit rasch vermindern.

Wir beginnen im N. mit dem Gebiet, welches entschiedenen subtropischen Charakter hat: Winterregen, trockene Sommer. Die Menge der Niederschläge nimmt von W. nach E., von N. nach S. ab. Auch die Wüsten rechnet Supan(Grundzüge 103 fg.) zum subtropischen Gebiet, weil das Maximum der Niederschläge im Winter liegt und der Sommer regenlos ist. Für die Gebirge dieses Gebietes können die südlichen Winde zwar Niederschläge bringen, nicht aber für die Ebenen, wenigstens keine regelmässigen, da hier trockene Luft herrscht und Hindernisse fehlen, welche ein plötzliches Aufsteigen der Luft, verbunden mit Abkühlung, bewirken können. Demgemäfs finden wir nördlich vom Nedschd ganz unregelmäſsige, ungenügende Winterregen. 7

Die täglichen und jährlichen Unterschiede der Temperatur sind im nördlichen Gebiet bedeutend und weisen es vollständig dem Landklima zu. Die plötzlichen Wechsel sind der Gesundheit nachteilig; so sagt Sachau(Reise in Syrien und Mesopotamien, 1883, S. 55): Das palmyrenische Hochland ist im Herbste bei dem spärlichen Wasser, bei der harten Wüsten- und Gebirgsluft, bei den kalten Abenden und Morgen, den stürmisch kalten Nächten, den brennend heiſsen Tagen und bei der allgemeinen Verödung eine wahre Hlölle. In Palmyra(Tädmor, Tudmur, 34°41 ½: N.), dessen Höhe er wohl unterschätzt(nach seinem