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Küste und regenreichem Bergland ist klimatologisch noch schwerer zu bestimmen, wenn man bedenkt, dass hier, wie Maltzan nach arabischen Gewährsmännern versichert, manche Orte, welche nur 2 Stunden von einem mit reichlichen Sommerregen gesegneten Landstrich entfernt liegen, selbst dieser Regen beinahe gänzlich entbehren und ihrer nur in einzelnen Jahren teilhaftig werden.
Was die Windverhältnisse des Oceans, insbesondere des Golfes von Aden betrifft, so zeigen die Karten in dem Werke„Barometerstanden en Winden in de Golf van Aden en den Indischen Oceaan bij Kaap Guardafui“(hrsgg. von dem niederländ. meteorolog. Institut, Utrecht 1889; s. Lit.-Bericht in Pet. Mitt. 1890, Maiheft) für das Gebiet zwischen 5 9— 13.60° N., 43°— 58° E., dass die Herrschaft des NE.-Monsuns im offenen Ocean vom November bis März dauert, die des SW.-Monsuns vom Mai bis September. Im April und Oktober sind die Winde wechselnd: im Golf von Aden beginnen die Ostwinde im Oktober, enden im Mai, wiegen aber stark vor nur von December bis März, sind nie so stark wie auf dem freien Meerec. Im Juni und September sind die Winde wechselnd, im Juli und August herrschen SW.-Winde vor, aber dieser Monsun ist hier noch weniger entwickelt als der östliche. Der NE.-Monsun ist stets frisch und trocken; er entsteht auf den erkalteten Hochflächen Vorder- und Mittelasiens und„dürfte in der arabischen See in den meisten Fällen eine Fortsetzung des NW. sein, der in dieser Zeit(Nov. bis März) Vorderasien mit grosser Beständigkeit überweht“(Supan, Statistik der unteren Luftströmungen, S. 258). Der SW.-Monsun beginnt an der afrikanischen Küste im März, rückt im April bis zum Nordgestade der arabischen Sec vor, endet im arabischen Meere im September.(Daselbst S. 259). Seine Richtung wechselt zwischen WSW.—SW.—SSW.; er bringt schwüle, bedeckte Luft und anhaltende Regengüsse; ausserdem ist er beständiger als der Wintermonsun und entwickelt nach Woeikof grösscre Stärke, während Hann(Handbuch S. 290) das Gegenteil behauptet(mit Ausnahme Indiens). Genaueres darüber bei den Windverhältnissen; nur hier noch die Vermutung Mührys(Z. d. östr. Ges. f. Met. I, 18), welche annchmbar erscheint, dass der Sommermonsun an der arabischen Südküste infolge der Erstreckung derselben von SW. bis NE. wohl eine mehr südöstliche Richtung annimmt.
Südarabien empfängt also seine Niederschläge durch den mit reichlicher Feuchtigkeit beladenen sommerlichen Südmonsun des Indischen Oceans, welcher beim Hinaufsteigen an den erhöhten Küstenrändern dieselbe hier abgiebt. Die Küstenebene aber hat keinen Teil daran. Die Wadis haben nur nach starken tropischen Niederschlägen in den inneren Bergen Wasser, sonst wechselt Steppe, selbst Sandwüste mit vereinzelten oasenartigen Stellen, wo wahrscheinlich in der Tiefe Brunnen sind.
Aden liegt in trostloser, fast vegetationslecrer Umgebung auf altvulkanischem Boden; eine den Bedarf nicht deckende Wasserleitung vom Berge Schéch Otmaàn versorgt die Stadt mit Trinkwasser(s. Zehme, Arabien und die Araber, S. 110 fg. 123). Obgleich in den Tropen gelegen, empfängt sie doch nicht die tropischen Regen. Niederschlag fällt meistens in einigen Wintermonaten; hat es bis März nicht geregnet, so bleiben die Cisternen leer. Der Regen bleibt oft 3— 4 Jahre lang aus; höchst ungleich ist auch die Menge des- selben in den verschiedenen Jahren. Der benachbarte Berg Schamschan ist zwar manchmal in Nebel gehüllt, aber diese sind trocken; es fällt kein Pau. Aden hat nur wenig Wolken- tage. Doch treten, wenn auch ganz vereinzelt, mitten im Sommer gewaltige Gewitter auf, z. B. Juni 1870; sie ziehen vom Lande nach der Meerseite, halten aber nicht lange an. Die
egengüsse befruchten hier weniger als sie verschlammen; Hauptregenmonate sind November, 3*⅝


