Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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Heftigkeit derselben(s. Ritter XIII. 858, Th. Arnaud für Menkha). Stets bringen diese heftigen Gewitterstürme im Hochgebirge starke Erniedrigungen der Temperatur mit sich; Cruttenden stellte eine solche für Metna(Mottene) am 26. Juli 1836 nach 3stündigem Regen auf 10.6° fest, allerdings in einer Höhe von 2600 m! Für Regen im Oktober, November und December findet sich keine Angabe; nur Passama(Bulletin de la Soc. de Géogr. Paris 1843, t. XIX, pg. 171) sagt, dass in Hais(HIaës, Hös) das Ende der Regenzeit am Ende des Oktober oder am Anfange des November liege; der Mattar el Charif beginne hier erst im Juli.

Der Eintritt der tropischen Sommerregen ist kein regelmässiger für jeden Ort, wie dies Niebuhr im Juli 1763 bei Jerim an dem steilen Sumäraberge erfuhr(14⁰0 17⸗ N.); hier hatte es seit 3 Monaten nicht geregnet, die Heuschreckenplage war groſs, am 8. Juli begann man mit den Regengebeten. Aber in Taiz, in Ibb, selbst in dem unweit von Jerim liegenden Dorfe Mensil regnete es seit einiger Zeit alle Nachmittage. Endlich wurden die Regengebete erhört; am 8. und 9. Juli folgten Gewitter mit starken Güssen und Hagel. Der hohe Sumdra-Berg scheint also hier eine Wetterscheide zu bilden. In dem ganzen Gebiete bleiben aber die Sommerregen gar nicht selten 3, selbst 4 Jahre aus, besonders im E.; dann herrschen Ilungersnot und Krankheiten. Cruttenden fand in Metna 1836 eine 3 jährige Dürre, auf dem Plateau von San'à dauerte sie schon 4 Jahre; täglich sollen dort 150 Menschen gestorben sein(?), als endlich im Juli 1836 der erste Regen eintrat, der nun Tag für Tag anhielt.

Die Zerstörung der Dattelpflanzungen während der Kriege mag z. T. Schuld sein an der Verminderung der Niederschläge. Im Biled Arhàb(um das Wàdi Charid und den Ghail Hirràn), nach dem Innern zu fand Glaser, was uns übrigens fast jeder Reisende für die meisten Gegenden Arabiens bestätigt, Spuren früherer Kultur. Die höheren Ebenen, vor Zeiten bebaut, waren öde und leer, wie die Eingeborenen behaupteten wegen Regenmangels. Die Verarmung und Verödung nimmt noch heute zu; wo vor 20 Jahren noch Weinreben gediehen, die schon auf althimjaritischen Inschriften begegnen, da herrscht jetzt, eine Folge der Türkenherrschaft, eine öde Leere.

Unser Ergebnis ist: Jemen hat tropische Sommerregen, die aber nur im Gebirge scharf ausgeprägt erscheinen. Die Regenzeit ist eine verkürzte; sie dauert in dem Berglande vom Mai oder Juni bis September. Es fehlen aber nicht Frühlingsregen, die im März, hauptsächlich im April auftreten. Die Küste ist im ganzen regenarm bis regenlos, aber infolge der Verdunstung des Meeres sehr feucht an ihren Rändern. Winterregen sind ganz selten. Demnach ist die Darstellung von Mühry(Z. d. östr. Ges. f. Met. I, 712, 17 21), welcher hier von anomalen Winterregen redet, etwas zu modificieren.*) Er zieht das jemenische Hochgebirge mit seinen tropischen Sommerregen zur Südküste.

Die Grenze dieser zurafrikanischen Monsunregion(Supan) gehörenden Regen mag der 18.° oder 19. sein; Uebertreten in die nördliche Zone ist nicht ausgeschlossen. Hann und Loomis ziehen bezüglich der jährlichen Niederschlagsmengen auf der Westseite eine Linie, welche ungeführ unter 20°N. die Küste trifft; was nördlich derselben liegt, hat unter

*) Allerdings hat das afrikanische Massaua(15° 36 N.) nur auf das Winterhalbjahr beschränkten degenfall, wührend die benachbarten Gebirgsländer Sommerregen haben. Die Beobachtungen des Cpt. D. Wilson-Barker ergaben für den Winter 1887/88: Nov. 25.: Gewitter mit Regen; December: an 6 Tagen Regen, 25 mm; Januar: 14 Regentage, 47 mm; Februar: 7 Regentage, 26 mm.(Meteorolog. Zeitschrift 1889,

S. 478.) Doch fallen zuweilen auch im August und Oktober Regen. 3