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östlichen, welche bereits Wüstencharakter verraten. Dies gibt sich in der Vegetation kund und in dem Anbau der Gewächse: grosse Strecken des Ostserâts liegen wegen mangelnder Feuchtigkeit brach; die Tamariske(athl) begegnet zwar hier noch in kleinen, waldähnlichen Beständen und als Einzäunungsbaum der Felder. Aber sie ist doch ausserordentlich klein; viele Krüppelgewächse, nur zu Brennholz tauglich, zeigen sich bereits, während im Westseràt mächtige Bäume an die abessinische Vegetation erinnern, überall wohlriechende Pflanzen wachsen, meist wild, und dieser Abhang stärker bebaut ist. Wenn in Jemen nach Glaser (Pet. Mitt. 1886, S. 36) allerdings sowohl auf dem Hochlande wie in dem Tihàma rasch tötende perniziöse Fieber herrschen, so ist ersteres doch gesunder. Die jemenischen Gebirgs- araber sind nicht so dunkel wie die Tihamabewohner, zeigen einen kräftigeren Körperbau, frischere Gesichtsfarbe und werden nach Burckhardt auch viel älter wie jene Insassen der Ebene.
Das jemenische Gebirge empfängt, besonders in seinen südlichen Teilen, von zwei Meeren her seine Niederschläge. Das Klima dieses Gebietes ist das echte„Kaffee- klima“, welches auf dem Westseràt und wohl auch auf den Bergabhängen gegen den Golf von Aden hin herrscht(s. Glaser a. a. O. S. 33 fg., der hierfür grundlegend ist.) Jeden Morgen erheben sich aus dem Tihàma die dichten, äusserst feuchten Nebel, die gegen das Gebirge ansteigend dieses gegen Mittag erreichen. Die den Kaffepflanzungen nicht zuträgliche heisse Mittagssonne verliert dann an Heftigkeit, und reichlicher Tau erquickt die Blätter. Diese Feuchtigkeit tritt plötzlich auf und durchdringt selbst die Kleider.(Der Kaffeebauer nennt solche Nebel Umma oder Sukheimäni). Mit der gröfsten Regelmäſsigkeit wiederholt sich diese Erscheinung, die in Menâcha kaum 20 mal im Jahre fehlen soll. Die Umma ver- schwinden nach Eintritt des Temperaturmaximum des Tages; niemals gehen sie über den Kamm des Gebirges hinaus— daher die Ostseite trockener als die Westseite. Hedschaz nimmt an diesem Kaffeeklima nicht teil; es ist zu trocken dort.
Wir stellen nun die sehr zerstreuten Nachrichten über Regenfälle im jemenischen Gebirgsland zusammen. Unser ältester Berichterstatter, Carsten Niebuhr, sagt, dass in den bergigen Gegenden Jemens eine Regenzeit herrsche, welche ungefähr von Mitte Juni bis Ende September andauere, die demnach zum grössten Teil in die Zeit der sommerlichen Wärme fällt. In dieser Zeit war der Himmel bisweilen, jedoch selten, 24 Stunden lang mit Wolken bedeckt. In der übrigen Zeit des Jahres sieht man hier aber manchmal in einigen Monaten keine Wolken; dies gilt natürlich im besonderen von dem Tihàma.
In dieser 3— 3 ½ Monate andauernden Regenzeit(Matter er Charif), die derjenigen Kordofans entspricht(s. auch Fischer, Dattelpalme, S. 62), tritt mit ziemlicher Regelmäſsigkeit in den Nachmittagsstunden, zwischen 2h und 4h ein Gewitter ein. Neben diesen regel- mäſsigen Regen sollen nach Wellsted(und Niebuhr) zuweilen auch Frühlingsregen statt- finden, welche als ganz besonders fruchtbar gelten. Diese frühe Regenzeit(Matter el Seit) füllt in die Monate April und Mai; Spuren derselben haben wir bereits in dem Tihàma bei Bajil gefunden(s. S. 14). Mit diesen Beobachtungen stimmen die Glasers im ganzen überein, nach ihm fällt die Zeit der Niederschläge(Regen und sehr viel Hagel) in dem Hochlande in die Monate März bis Mai, dann Juli bis September, die allein eine beträchtlichere Feuchtigkeit haben. Die Wintermonate sind zwar kalt, aber aufserordentlich trocken; im Ostseràt finden dann nur ausnahmsweise Niederschläge statt, die im Hadhr bei der peträchtlichen Höhe stets die Form von Schnee annehmen. Auf diesem Hochlande pringen aber auch die oben erwähnten Nebel(Sukheimâni) Schnee.


