Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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(s. ganz besonders Ritter, Erdk. XII, 150 ff.), wie schon der altarabische Geograph Iddrisi bezeugt(s. Tamisier, voyage en Arabie I, 353, der die Stelle nicht genau übersetzt). Am Dschebel el-Korâ fand Burckhardt im ersten Drittel des September 1814 heftige Regenschauer, Hagelwetter und Gewitter; das Wasser floſs bald in Strömen die Berge hinab, der Regen füllte Wadi Noman 3 Schuh tief mit Wasser an. Solche Stürme mit Ueberschwemmungen sollen in diesen Gegenden,wo die Jahreszeiten weit unregelmässiger als an anderen Orten unter derselben Breite verlaufen, ziemlich häufig sein.(Burckhardt 131 135). Auch im November treten im Dschebel Korà oft heftige Gewitter mit gewaltigen Sturzregen auf, wie Schimper dies 1835 erfuhr(Ritter XIII, 54). Taif oder Et Taàif. von Mekka, das mindestens 1500 m Sechöhe haben muss,*) hat demnach ein gemäſsigteres Klima; Tamisiers Messungen(allerdings in der heissesten Zeit, dazu auf Sandboden in der Ebene: Morgens: Minimum 22.5°%C., Maximum 26.5⁰°; Mittagstemperaturen zwischen 31.3°und 37.5°C.) geben kein getreues Bild. Alle 5 Jahre soll Schneefall erfolgen, doch Reif und Frost selten in einem Jahre ausbleiben. Die Regenzeit ist hier, wenn auch nicht so regelmäſsig wie in den entsprechenden afrikanischen Gebieten, doch beständiger als in Mekka und Dschiddah. Nach Rüppell tritt sie im Spätsommer ein, manchmal erst im Oktober oder noch später; im Februar finden anhaltende Platzregen statt. Die neueren Beobachtungen Doughty's zeigen, dass hier am Ende des August Regen eintreten, die im Durchschnitt 5 Wochen andauern. Dies müssen bereits Monsunregen sein(s. Pet. Mitt., 1888, Lit.-Bericht Nr. 287), und wir befinden uns hier an der Grenze derselben.

Allein schon Ende Mai fand Tamisier in diesem Gebiet Gewitter, die allerdings sich rasch verzogen. Vom 23. Mai bis 28. Juni 1834 gab es in Taif 2 Gewitter mit etwas Hagel und einem je einstündigen Regen. Merkwürdiger Weise soll es der Ostwind sein, welcher die Wolken anhäuft und stets der Gewitterbildung vorangeht. Er ist der vorherrschende Wind der Regenzeit, während in der trockenen der NW. und N. auftritt(Tamisier I, 314 fg.) Dann herrscht grofse Klarheit des Himmels, wenn auch nicht eine solche Helligkeit, wie Tamisier behauptete, der in den Mondscheinnächtenavec la plus grande facilité las und in seinem Zelte von doppelter Leinwand den Titel des Qoräns von Savary erkannte. Sehr weise bemerkt er dazu:La cause de cette admirable transparence du ciel.... provient sans doute de la pureté de l'atmosphéère.

Auch südlicher als Taif gibt es auf dem Westseràt Winterregen; im SE. von Machaua im W. vom Dschebel Terban erfuhren Ehrenberg und Hemprich am 28. Febr., 1. März 1825 gewaltige Gewitterregen unter Sturm. Dieser Regen kam von NW. In Süd-Asir bei Mahail(Muhail) herrschten im Frühjahr Gewitterbildungen.

Das Innere und der E. von Asir sind von Tamisier bereist worden; dazu treten einige neuere Angaben. Im Wadi Taraba. von Tàif fand man die Ortschaften gut bewässert; auf diesen Anhöhen traf man Steinhäuser an im Gegensatze zu den in den niedrigen Teilen auftretenden Strohhütten, ein Zeichen viel häufigeren und stärkeren Regenfalles.

Die Landschaft Akik, 20°N., liegt niedriger in den Bergen; hier prachte der Nachmittag des 11. Juli ein Gewitter mit etwas Regen, ebenso der 12. und 13. Juli; weiter

*) Schimper gab der Stadt nur 3200*(975 m); Fischer, Dattelpalme 64, vermutet aus den überein- stimmenden Schilderungen klimatischer Verhältnisse der Stadt mindestens 1500 m; hier scheint die Dattelpalme in Arabien ihre höchste Höhe zu erreichen. Vgl. Tamisier, voyage I, 302:Les dattiers sont extrémement rares. Dans mes diverses courses, je n'en ai apercu que trois. II parait que pour eux le climat n'est pas assez doux. Die Gipfel des Kord im NW. der Stadt erreichen 1525 1675 m Seehöhe.