Aufsatz 
Zur Berechnung der barometrischen Höhenformel / Bender
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

1) Mrodoy neteorologiſche Station, 1139,63 über dem Spiegel der Nordſee, beſtimmt durch Gau

2) Göttingen, phyfikaliſches Kabinet 150, 14, beſtimmt von Prof. Liſting,

3) Clausthal, Predigers, Wohnung 590 ,61,

4) Clausthal, meteorologiſche Station 566 ,85.

Die beiden erſten Punkte waren durch trigonometriſche Vermeſſung, die beiden letzteren durch ſorgfältiges doppeltes Nivellement beſtimmt.

Da auch nach Predigers Berechnungen die Reſultate nach den ſtrengen Formeln, wie überhaupt nach allen andern brauchbaren Tabellen faſt gleich ausfielen, ſo benutzte derſelbe die bequemen Gauß'ſchen Tafeln, und fand die Höhendifferenz zwiſchen Brocken und Göttingen auf Grund ſehr gewiſſenhafter Notirungen während der Monate September und Januar= 990,30. Es ergab ſich daher(1139 63 15014= 989, 49) nur der geringe Unterſchied von+ 0,81 zwiſchen der barometriſchen und trigonome⸗ triſchen Beſtimmung. Aus dieſem günſtigen Ergebniſſe folgerte Prediger, daß bei einer horizontalen Entfernung von 50000 Meter und einem Niveauunterſchiede von 1100 man bei der nöthigen Vorſicht die Höhendifferenz auf 1 ½ bis 1 ¾ genau ermitteln könne, zumal wenn man die Beobachtungsarten nach den neuen, von Baeyer aufge ſtellten Formeln einführe und Beſſel's Methode einhalte..

Wenn die weiter mitgetheilten Reſultate über die Höhenunterſchiede zwiſchen Emden, Königsberg, Berlin und Halle einerſeits und Clausthal anderſeits noch Dif⸗ ferenzen von 9,os und gyr ergeben, ſo beruhen dieſe Differenzen auf den bedeutenden Entfernungen dieſer Orte von 3040 Meilen, während dieſelben nicht wohl 1015 Meilen überſchreiten ſollten. Es iſt unbegreiflich, wie die von Pick angeführten bedeu⸗ tenden Differenzen vorkommen konnten, und nicht gerechtfertigt, deßhalb die barometri⸗ ſchen Höhenmeſſungen zu verwerfen, zumal wenn bei denſelben ſtets trigonometriſch genau beſtimmte Vergleichungsorte als Anhaltspunkte gewählt werden.

Prediger erörtert nun in ſeinen weitern Ausführungen, analog mit Pick, die nach⸗ ſtehenden 6 Punkte, in welchen die Incongruenzen der Reſultate barometriſcher Höhen⸗

beſtimmungen ſowohl unter ſich, als auch in Vergleich mit trigonometriſchen Meſſungen ihren Grund haben könnten, als:

1) In den Beobachtungsfehlern. 2) In der Verſchiedenheit der Conſtanten, welche den Tafeln, oder den Formeln zum Grunde liegen. 1 3) In der mangelhaften Kenntniß der Lufttemperatur zwiſchen beiden Stationen. 4) Darin, daß die Veränderung des Luftdruckes an beiden Stationen nicht gleich⸗ zeitig erfolgt.... 5) In den Vernachläſſigungen, welche man ſich bei Conſtruction der Tafeln der be⸗ quemen Rechnung wegen erlaubt hat.. 6) In der Nichtbeachtung entweder gänzlich unbekannter, oder bis jetzt noch nicht genau beſtimmbarer Elemente, welche auf den Stand der bei den Beobachtungen benutzten Inſtrumente influiren. ad 1) Bemerkt Pick, daß wegen des Unterſchieds zwiſchen der Laplace'ſchen und Ohm'ſchen Formel, oder 4 7 ¹= 0,868589.18336(1+ 0,002588 cos. 2%)(1+)*, wo u nahezu= 125 h iſt, der Coefficient C, um die Beobachtung mit der Rechnung in Uebereinſtimmung zu bringen, verhältnißmäßig vergrößert werden müßte, und findet als 9