Aufsatz 
Zur Berechnung der barometrischen Höhenformel / Bender
Entstehung
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Dieſe fünf Fragen unterzieht Pick der ſorgfältigſten Prüfung und beweist durch Zahlenbeiſpiele und mathematiſche Berechnung: ad 1) Daß die Verſchiedenheit der numeriſchen Coefficenten nur einen ſehr geringen Einfluß auf das Reſultat ausübe, da unter Zugrundlegung derſelben Daten die Gauß'ſchen, Beſſel'ſchen, Littrow'ſchen und Oltmann'ſchen ꝛc. Tafeln z. B. bei der Berechnung des durch d'⸗Aubuiſſon beſtimmten Monte-Gregorio nahezu identiſche Reſultate lieferten. Wie wenig die Verſchiedenheit des barometriſchen Coefficienten C influire, zeigt Pick an der größten Höhendifferenz, welche durch Humboldt auf dem Chimboraſſo be obachtet wurde. Denn, wenn wir in die Gleichung B h= C.. log.., oder dh= log. B log. b) dO, die für B und b von Humboldt gefundenen Werthe einführen, wodurch dh=(log. 336 ,404 166 ,93) d. C= 0,30433 d. C; ſo würde bei der größten Differenz von faſt 30 Toiſen in der Conſtante C, ihr Einfluß für den Chimboraſſo nur einen Fehler von 9 Toiſen ergeben. Daſſelbe gilt für die Conſtante oder den Ausdehnungscoefficienten der Luft, da z. B. durch Ein⸗ führung des Rudberg'ſchen Coefficienten= 0,003648, ſtatt desjenigen von Gay⸗Luſſac = 0,00375 für, nur eine Differenz:

dh= 0,000102() 1

ſich ergeben könnte, welches, auf den Chimboraſſo angewandt, für dh, 3,6 Toiſen be⸗ tragen würde. In Bezug der übrigen Conſtanten bemerkt Pick, daß die Reductionen der Barometerſtände auf 0° ohne Einfluß ſein müßten, weil allen Formeln derſelbe Ausdehnungscoefficient zu Grunde gelegt ſei, und daß die Correction wegen der geo⸗ graphiſchen Breite ihrer Kleinheit halber unberückſichtigt bleiben könnte. ad 2) Da die im zweiten Punkte erwähnten Vernachläſſigungen ihre beſtimmten Grenzen einhalten müßten, ſo könnten dieſelben um ſo mehr außer Betracht kommen, als die jetzt gebräuchlichen hypſometriſchen Tafeln' die Reſultate ſo genau geben, wie die dieſen Tafeln zu Grunde gelegten Formeln. ad 3) In Bezug der Beobachtungsfehler, welche bei den Beobachtungsdaten b, br, t, ti, T, Tu ſich ergeben, nimmt Pick als die Grenze der Ableſungsfehler am Barometer 0 ,l, am Thermometer durchſchnittlich 1⁰ R. an und findet nach der Formel: 4 1 1) t+t.24(1 n 1) 1= kK i+() 1 lwe.. ſr= ur) und unter Zugrundlegung der Gauß'ſchen Tafeln, daß dieſe Fehler zwar um ſo größer .. 1. 1 1.:. werden, je größer h iſt und je größer die Brüche d und, d. h. je kleiner beide

Barometerſtände, mithin je höher die Orte an ſich liegen; daß jedoch auch dieſe Fehler die großen Varianten ¹) nicht zu erklären vermöchten, da dieſelben, z. B. auf den Chim⸗

¹) Pick erwähnt unter andern Incongruenzen z. B. die Höhenbeſtimmungen der Ortlesſpitze, welche zwiſchen 14691,5 und 12352 ſchwanken, mithin ſo bedeutend ſind, daß für ſolche Höhen die ba⸗ rometriſche Vermeſſung ganz unſtatthaft erſcheinen würde, wenn man der Richtigkeit der Beobach⸗ tung und der Genauigkeit der angewandten Inſtrumente vollkommnes Zutrauen ſchenken dürfte.