27
den Verben arréter, décider, commander, ordonner, resoudre etc. verknüpfte Gebrauchsweiſe ſei im Vorübergehen erinnert. Ganz in Uebereinſtimmung mit dieſer Kategorie von Zeitwörtern wendet auch das Deutſche in von Verben der Bedeutung wünſchen, hoffen, fürchten, gebieten, verbieten, erlauben, ver⸗ dienen regierten Objektsſätzen den Konjunktiv an; z. B.„Flehet Gott an, daß er Euch erleuchte“.„Es iſt zu wünſchen, daß er ſich in Zukunft vor ähnlichen Fällen hüte“.
py) von Verben des Affekts. Die der gleichen Kategorie angehörenden lat. Verba gaudeo, laetor, doleo, queror, miror u. a. erfordern quod c. indicat. oder den acc. c. inf., wobei erſtere Konſtruktion wiederum in intereſſanter Weiſe ihr Analogon findet in der der franz. Sprache ſehr geläufigen auflöſenden Formel de ce que mit dem Indikativ.— Im Deutſchen ſchwankt der Modus des Prädikats des Nebenſatzes:„Jetzt ergreift mich plötzlich bange Furcht, daß ich des Raubs unſchuldig Urſach ſei.“— „Ich fürchte, er hat den Prozeß verloren.“
Eine beſondere Abteilung der Verba des Affekts bilden bekanntlich die Verba des Fürchtens, Beſorgtſeins, Verhinderns, die im affirm. konjunkt. Nebenſatz die Negation ne, im verneinenden aber ne... pas erhalten in Uebereinſtimmung mit den lat. verbis timendi, denen ein ne=„daß“, oder ein ut=„daß nicht“ nachgeſetzt wird; wogegen auf die verba impediendi limpedire, prohibere, obstare, recusare, tenere etc.] ein mit quominus beginnender konj. Nachſatz folgt. Einige Belege. Metuo, ne frustra laborem
susceperis= je crains que tu ne te sois vainement chargé de ce travail.— Vereor, ne consolatio nulla possit reperiri= j'ai peur qu'aucune consolation ne puisse étre trouvée.— Vereor, ut his ipsis conditionibus contentus sit= je crains qu'il ne soit pas méme content de ces conditions.— Timeo,
ut veniat= je crains qu'il ne vienne pas.— Je n'empéche pas qu'il ne fasse ce qu'il vondra; vergl. non deterret sapientem mors, quae quotidie imminet, quominus reipublicae suisque consulat. bb) In adverbialen Nebenſützen betrifft
.) die Zeitbeſtimmung in Bezug auf Vorzeitigkit, Gleichzeitigkeit, Nachzeitigkeit, Beziehungen, die durch die Konjunktionen avant que, en attendant que, jusqu'à ce que repräſentiert werden. Ihnen entſprechen die lat. Partikeln antequam, priusquam; dum; donec, quoad, von denen die beiden erſten mit beiden modis, die drei letzten vorwiegend mit dem Indikativ, mit dem Konjunktiv mehr in finaler Bez. verbunden werden. Einige Belege: Lon est mort avant qu'on ait apergu qu'on pouvait mourir; vergl. ante videmus fulgurationem, quam sonum audiamus.— En attendant qu'on eüt pris 'habitude de la liberté, on se bornait à substituer une autorité à une autre; vergl. quod dedita arx est, caedes tota urbe passim factae.— Die doppelte dem Gebrauch des jusqu'’à ce que zu Grunde liegende Anſchauung entſpricht völlig dem latein.: Thraces nihil se moverunt, donec Romani armati transirent; vergl. les Juifs osèrent s'y défendre jusqu'à ce qu'un soldat romain ayant jeté une solive enflammée, tout prit feu à l'instant.— Epaminondas usque eo retinuit(ferrum in corpore), quoad renuntiatum est, vicisse Boeotios; vergl. Bayard-demeura debout, jusqu'à ce qu'un jeune gentilhomme lui aida à descendre et le mit sous un arbre.—
6) Das Kauſalverhältnis.
Da in den franzöſ. Kauſalſätzen, eingeleitet durch die den Indikativ regierenden Konjunktionen comme, parceque, puisque oder formuliert durch participia praes. oder perf., der Konjunktiv keine Ver⸗ wendung findet, wie ja auch im Lat. kauſales quod, quia, außer in der oratio obliqua, ſowie das ein Urteil begründende quod mit dem Indikativ gebraucht werden, ſo handelt es ſich hier lediglich um die mit dem Konjunktiv verbundenen konjunktiven Ausdrücke non que, non pas que, ce n'est pas que, in denen der Grund verneint und durch einen andern erſetzt wird. Ganz ebenſo gebraucht der Lateiner non quod (nicht deshalb weil), non quin(nicht als ob nicht) mit dem Konjunktiv.— Hier mögen auch die mehr konſekutiv. Partikeln sans que, bien loin que, denen die lat. Konjunktionen tantum abest, longe absum, tantum absum mit ut, ut non im Ganzen entſprechen. Toutes les créatures paraftront devant Dieu, sans qu'il y ait entre elles de prérogatives que celles que la vertu y aura mises; vergl. Philosophia
4*


