Aufsatz 
Vergleichende Grammatik : und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht an höheren Lehranstalten, zunächst auf dem Gebiete des Französischen / von H. Behne
Entstehung
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bb) Das Plusquamperf. futuri(Cond. II oder passé) zur Bezeichnung des vom Standpunkte der Vergangenheit in der Zukunft Vollendeten oder in ſeiner künftigen Vollendung Erwarteten, ſowie in Haupt⸗ und Nebenſätzen hypothetiſcher Satzgefüge findet auch im Lateiniſchen in den oben ge⸗ nannten konjunktiven oder periphraſt. Formen ſeinen Ausdruck: Je vous dirai même que, si vous aviez bien lu la vie de Cicéron dans Plutarque, vous auriez vu qu'il mourut en fort brave homme, et qu'apparement il n'aurait pas fait tant de lamentations que vous, si le dentiste lui et nettoyé les dents(Racine, lettre à son fils); vergl. Callicratidas divinat etiam, quae futura fuerant, si Philippus vixisset.

d) Die Conjugatio periphrastica, welche im Lat. zur Bezeichnung der bevorſtehenden

oder notwendigen Handlung ſich

aa) in der Conjug. periphr. activi(Partic. fut. mit sum),

bb) passivi und

cc) actio instans passivi(durch Umſchreibung mit futurum esse ut) zerlegt, findet im Franz. ihren Ausdruck:

aa) zur Bezeichnung der bevorſtehenden Handlung in aller c. inf. und venir c. inf., doch mit dem Unterſchied, daß die erſtere Form das reine Analogon zum partic. fut. mit sum iſt, während die zweite lediglich den in venir liegenden Zweck zum Ausdruck bringt;

bb) zur Bezeichnung der nothwendigen Handlung in avoir mit dem Infinitiv mit à oder in falloir mit nachfolgendem Infinitiv oder que mit d. conjunct., je nach der Form des Subjekts; ſo daß alſo scripturus sum eram ero= je vais éerire j'allais écrire j'irai écrire(letztere Form richtiger j'écrirai), dagegen epistola scribenda est durch il(me) faut écrire la(une) lettre oder j'ai la(une) lettre à écrire wiederzugeben ſein würde.

Während die franz. Sprache mit der Formel aller c. inf. ſich der lat. an die Seite ſtellt, und der griech. und engl. ſich nähert, geht ſie in venir de c. inf. zur Bezeichnung desSoebengethanhabens über das Lat. hinaus in einer praktiſchen und plaſtiſchen Form des Ausdrucks.

Die Consecutio temporum.

Dieſes wichtige Geſetz für die logiſche Ordnung und Klarheit im Verhältnis der Glieder des Satzgefüges exiſtirt im Franz. ſo gut wie im Lat. und andern Sprachen. Das Altfranz. verfuhr in der Wahl der Tempora in den Gliedern des Satzgefüges mit faſt ſchrankenloſer Freiheit; aber auch die franz. Sprache hat, angeſichts der durch das Geſetz gegebenen Schranke, neben der Regel über die Zeitfolge im Neben⸗ ſatze der regierenden Zeitform des Hauptſatzes gegenüber, die Freiheit des Standpunktes, den der Redende einnimmt, gewahrt und beides miteinander zu verbinden gewußt. Die Folge der Zeiten iſt hier wie im Lat. bedingt vom Standpunkte des Darſtellers, der denſelben den zu berichtenden Thatſachen gegenüber entweder unverändert wahrt oder aber ihn verändern kann je durch ſeinreflektierendes Ver⸗ halten zu den gegenwärtigen, vergangenen oder zukünftigen Thatſachen. In Berückſichtigung dieſer Alter⸗ native nun beſagt die franz. Regel(nach Mätzner): Stellt ſich der Redende auf den Standpunkt der Gegenwart, ſo folgt

1. auf ein Praesens, Perf. indef. oder Fut. I und II je nach der Natur des objektiven Zeitver⸗ hältniſſes im Indikativ eine der gleichen Zeitformen; desgl. folgt auf ein Imperf., Perf. def., die beiden Pluspuamperf. und die beiden Futura der Vergangenheit eine derſelben Zeiten gerade ſo folgen im Lat. auf präſent. und futuriſche Tempora im Hauptſatze, präſent. Tempora im Nebenſatze, und auf hiſtor. Tempora im Hauptſatze, hiſtor. Tempora im Nebenſatze(Konjunktivſatze). Ne pensez pas que vous puissiez me surprendre. Jai toujours remarqué que les gens faux sont sobres; vergl. Quid est, Ca- tilina, quod te jam in hac urbe delectare possit, in qua nemo est, qui te non metuat, nemo, qui te non oderit(Cic. Cat.); ferner non dubito, quin vim magnam semper habuerit oratio. Elle se rappelait à peine que Dieu existät. On lui demanda pourquoi il n'était pas venu; vergl. canes alebantur in