Aufsatz 
Vergleichende Grammatik : und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht an höheren Lehranstalten, zunächst auf dem Gebiete des Französischen / von H. Behne
Entstehung
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aa) dauernde Zuſtände(Einrichtungen, Sitten, Gewohnheiten, wiederholte Handlungen, Beſchreibungen, Schilderungen, Charakteriſtiken ꝛc.),

bb) auf ein anderes Imperf. bezogen, den Parallelismus zweier gleichzeitig neben einander hin⸗ laufender Handlungen oder Zuſtände,

ec) auf andere Zeitformen der Vergangenheit, namentlich auf ein Perf. hist. bezogen und den Fortſchritt in der Erzählung unterbrechend, die örtlichen, zeitlichen, kauſalen oder modalen(i. e. unter⸗ geordneten) Beziehungen. La Pologne avait alors deux primats, aussi bien que deux rois..... (Voltaire); vergl. Eo tempore aeger erat(Alcibiades) vulneribus, quae in oppugnando appido acceperat; wie denn auch der Grieche ſagt: Hoaxlijs, énel α³⁵ενν eig 1 ρἀμαο,&*ε˙νε.

dd) übereinſtimmend mit dem Lat. die werdende Vergangenheit der Gegenwart des Re⸗ denden gegenüber. Hier on m'adorait, aujourd'hui on m'exile. C'est précisement ce que tout à Pheure me disait ma femme; vergl. Ego sum multum cum Phaedro in Epicuri hortis, quos modo praeteribamus.

ee) die ſchildernde Darſtellung einzelner Begebenheiten und Reihen von Thatſachen.

ff) beiden Sprachen gemeinſam iſt ferner das Imperf. de conatu(der nicht zur Vollendung gekommenen Thätigkeit), womit auch der griech. Gebrauch übereinſtimmt. Pour le coup je quittais le monde et vingt brasses d'eau m'en allaient séparer, lorsqu'un Dieu bienfaisant me rapelle à mon premier état(Cit. aus Steinbart); vergl. Quid est, Catilina? id me imperante facere, quod jam diu faciebas? Eo cum venissent, cohortes pontem fluminis interrumpabant.

Imperfectum und Perf. defin. finden ihre gemeinſame Vertretung durch das Imperf. conjunct., wie im Lat. On ne s'apercevait pas qu'on parlat à une personne si élevée; vergl. Quoniam, quae sub- sidia novitatis haberes et habere posses exposui, nunc de magnitudine petitionis dicam.

Wie der Conjunctivus praesentis den Konjunktiv des Futurs der Gegenwart erſetzt, ſo der Konjunkt. des Imperf. und Perf. def. das Imperfectum futuri, was der Fall iſt,wenn im konjunkt. Nebenſatze eine Abſicht ausgedrückt wird, deren Verwirklichung in einer für die Vergangenheit zukünftigen Zeit liegt. Pompée aspirait à des honneurs qui le distinguassent de tous les capitaines de son temps; vergl. Atheniensium legatio venit quae regem Philippum appropinquare finibus suis nuntiaret. Eben dieſer Konjunktiv ſteht auch übereinſtimmend mit dem Latein. in hypothet. Satzgefügen, deren Inhalt als nicht verwirklicht gedacht wird.

c) Die beiden Plusquamperfekte(Plusqueparfait und Passé antér.)

aa) Das Plusquamperf. als das Tempus zur Bezeichnung deſſen, was vollendet war (gleichſam ein Zuſtand), ehe die neue Handlung eintrat, kongruirt vollſtändig mit der lat. und griech. Zeit⸗ form und findet ſich ſowohl in Haupt⸗ wie in Nebenſätzen; im Franz. auch häufig einer Antitheſe dienend, namentlich, wenn in Verbindung mit einem Praesens oder Perf. def. Seine Anwendung in Nebenſätzen eines hypothet. Satzgefüges, dem Imperf. analog, wenn die Unwirklichkeit der vollendeten Thatſache voraus⸗ geſetzt wird, findet ſich auch im Lat., welches ſich indes gewöhnlicher des Konjunkt. dieſes Tempus bedient. Und wie ſich im hypothet. Satzgefüge das Imperf. auf die Gegenwart bezieht, ſo das Plusquamp. auf die Vergangenheit, dem Lat. analog. Pons sublicius iter paene hostibus dedit, ni unus vir fuisset, Horatius Gocles=.... s'il m'y avait pas eu un homme, H. C. Ce ne fut point Pultava qui perdit Charles; s'iil n'avait pas été détruit dans ce lieu il Paurait été dans un autre(Voltaire).

bb) Das Passé antér.(auch Antérieur déf.) bezeichnet die einer vergangenen Thätigkeit vorangehende abgeſchloſſene Thatſache; ſeine Verbindung mit ihm vorgeſetzten Zeitpartikeln iſt bekannt. Beide Plusquamperfecta ſind vereinigt im Konjunkt. des Plusquep. in Haupt⸗ wie in Nebenſätzen hypothet. Satzgefüge zur Bezeichnung der Nichtverwirklichung.

3. Zeitformen der Zukunft.

a) Das Futurum I entſpricht ganz dem lat. Tempus als der natürl. Ausdruck des in der Zukunft Werdenden, ſowie der Bitte, der Ermahnung, des Befehls bezüglich deſſen, was in der Zukunft