Aufsatz 
Vergleichende Grammatik : und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht an höheren Lehranstalten, zunächst auf dem Gebiete des Französischen / von H. Behne
Entstehung
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18 g) Genit. modi entſpricht ganz und gar dem lat. abl. modi ſowie dem deutſchen Genitiv oder präpoſitionellen Ausdruck der Art und Weiſe. Man vergl. z. B. de force, d'assaut, de vive force, d'un pas rapide, d'un ton froid, d'un air insolent u. ſ. w. mit modo, more, ordine; ritu, consuetudine; lege, jure, injuria; ratione, voluntate; vitio, silentio; bona fide, impetu etc. Aimer de tout son coeur = toto animo amare. Entrer de force= omni vi intrare. Prendre une ville d'assaut= impetu capere urbem. Agir de bonne foi= bona fide agere.

3. Der Dativ.

Im direkten Gegenſatz zum Genitiv iſt der Dativ der Kaſus der Richtung zu einem Gegenſtande (Ziele) hin. Er repräſentiert ſowohl Richtung als Ziel. Beide Beziehungen kommen bei ihm zur Geltung, ſowohl in Anſehung des Raumes und der Zeit als in Anſehung der zwiſchen dem Subjekt und Prädikat hervortretenden gegenſeitigen Verhältniſſe. In Anſehung der Verſchiedenartigkeit der den Dativ regierenden verbalen, ſubſtantiven und adjektiven Wörter geſtaltet ſich demgemäß dieſe Grundidee des Dativ weiter zu den Begriffen der Gemeinſchaft, Beteiligung und Vermittelung. Vergleichen wir ihn mit dem lat. Kaſus, ſo erſcheint er ſowohl als Vertreter des Dativ als der Präpoſitionen ad und apud und erhält, wie der Genitiv, eine Doppelſtellung, die ſchon durch das Latein der nachklaſſiſchen Periode, mehr noch durch das Volkslatein und die Sprache des Mittelalters geſchaffen werden. Man ſagte z. B. scribere, dare alicui und ad aliquem, ſo gut wie es heißt accurrere ad aliquem. Es würde aber ſehr ſchwierig ſein, ſtets die Grenze genau zu beſtimmen, wo man es mit dem reinen Dativ, wo mit der Präpoſition zu tun hat, würde uns in den neueren Sprachen nicht ein Mittel zur Unterſcheidung geboten in den konjunktiven Formen des Pronomen ille als eines nicht präpoſitionellen Dativ.Sind wir im Stande die abſoluten Formen in die konjunktiven umzuſetzen, ſo haben wir einen wirklichen Dativ, dem Sinne nach, vor uns, auch wenn die lat. Syntax keinen ſolchen zuläßt; wo aber dieſe Umſtellung nicht zuläſſig iſt, iſt ad präpoſitionell(ſ. Dietz III. 126). Sage ich z. B. j'enseigne une langue à qn., je réponds à qun., ſo habe ich ein reines Dativ⸗Verhältnis, weil ich auch ſagen kann je lui enseigne une langue, je lui réponds; habe ich dagegen vor mir den Satz je pense à lui, ſo habe ich ein präpoſitionelles Verhältnis, weil eine Formulierung in je lui pense nicht möglich iſt(Dietz ebend.).

Aus Obigem erhellt denn auch, daß eine Uebereinſtimmung des franz. mit dem lat. Dativ in dem Grade, wie es beim Genitiv der Fall, nicht wohl möglich iſt. Aber doch kongruieren beide in der Grundbedeutung der Richtung auf ein Ziel, und Das iſt ſchon etwas recht Weſentliches. Dieſelbe verleiht namentlich dem lat. Kaſus jenen Charakter des Für und Wider, der unter dem Namen des Dativus commodi et incommodi bekannt iſt und auch im Franz. ſich geltend macht, obſchon er keineswegs hier für die Grundbedeutung und ihre Konſequenzen erſchöpfend iſt. Er erſcheint aber 1

1. als Kaſus des räumlichen Verhältniſſes im allgemeinſten Sinne und bezeichnet in dieſer Stellung, abweichend vom Lat. die reine Oertlichkeit wie auch das abſtrakte örtliche Verhältnis der Perſon zur Perſon, wie zur Thätigkeit

a) als Richtung, auf die Fragewohin? lediglich den Zielpunkt betreffend und zwar mit à je mit oder ohne Artikel in Anſehung des örtlichen Punktes(Städte, kl. Inſeln), mit en und dans in Anſehung der Ländernamen, entſprechend dem lat. Akkuſ.(Romam, domum, Alexandriam) oder den Präpoſ. in den Ländernamen, versus, ad, tenus etc. Je vais à Rome. Je cours au récit. Je renvois une affaire au lendemain. Auf die Fragewie weit? mit Berückſichtigung des Ausgangspunktes namentlich bei den Verben des Sicherſtreckens(auch mit jusqu'à= usque ad), zur Bezeichnung der Höhe, Breite, Tiefe(à moitié), der numeriſchen Unbeſtimmtheit(deux à trois personnes).

b) zur Bezeichnung des Verharrens als des Reſultats der Bewegung auf die Fragewo?, dem der Lateiner mit Hülfe des Genitiv oder Ablativ entſpricht. A l'entrée du vallon; au comble du malheur; à la bataille; beſonders des örtlichen Leidens(avoir mal aux dents), des Schöpfens und Trinkens aus etwas(doch auch mit dans), des Hangens und Haftens an etwas, ſowie der Ortsentfernung