Aufsatz 
Vergleichende Grammatik : und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht an höheren Lehranstalten, zunächst auf dem Gebiete des Französischen / von H. Behne
Entstehung
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Wörter beweiſen mögen: ami lamicus], mur lmurus], Danube[Danubius], porte(porta], rive lripal, nom[nomen], terre lterra], faim[fames], empire limperium], main[manus]; aber auch im Anlaute (Aphäreſe), z. B. leur lillorum], boutique lapotheca]; desgl. im Inlaute(Synkope); ſo in table (tabula], règle lregula], maitre lmagister], trente ltriginta], fenétre lfenestra], comte ſcomitem] ec. Iſt dieſes Geſetz verſtanden, ſo reihe man je nach Bedürfniß andere an, wozu bei dem dieſer Stufe zu⸗ gewieſenen Penſum ſich Gelegenheit genugſam bietet, ſo bei der Deklination, mehr noch bei der Konjugation.

B. Wortlehre. I. Das Subſtantivum.

Ehe noch mit Deklination, Genus u. dgl. begonnen wird, iſt den Schülern an beliebig aus der ihrem Gedächtniß fortlaufend einzuprägenden copia verborum herausgegriffenen Beiſpielen klar zu machen, daß das franz. Subſtantivum(und Adjectivum) nicht aus dem lateiniſchen Nominativ, ſondern dem Accuſativ herrührt:(part(part-em), pont(pont-em), nation(nation-em), vin(vin-um), argent(argent-um), fer(ferr-um), signe(sign-um), faveur(favor-em), prudent(prudent-em), grand(grand-em) etc.] Den Beweis dafür liefert der Endkonſonant des Stammes, wie denn die mit letzterem verknüpfte Thatſache hervorzuheben iſt,daß das franz. Wort den reinen lat. Wortſtamm treu bewahrt hat. Die aus obiger Thatſache reſultierende Folgerung, daß Nominativ und Accuſativ der Form nach ſtets gleich ſind, wird der Schüler gar bald ſelbſt finden.

1. Die Deklination.

Sie beruht auf folgenden wichtigen Thatſachen:

a) Die lat. durch beſtimmte Endungen charakteriſierte Deklination exiſtirt in der franz. Sprache nicht mehr; erſetzt aber wird ſie durch den Artikel und die demſelben vorgeſetzten Präpoſitionen de und à.

b) Der beſtimmte Artikel(défini) le; la; les iſt entſtanden aus dem lat. Pronomen ille; illum; illa; illam; illos; illas teils auf dem Grunde der erſten, teils der zweiten Silbe; der unbeſt. Artikel (indéfini) aus unus, una.

c) Schon im altklaſſ. Latein pflegte man nicht ſelten ſich des pron. demonstrat. zu bedienen, aber im Volkslatein mehrte ſich dieſer Gebrauch bis zu dem Grade, daß er kaum mehr zu entbehren war und, zumal nachdem ſeit dem 5. Jahrh. die 6 Caſus auf 2 reduziert worden, ganz die Funktion des Artitels übernahm.

d) Der altfranz. männliche Artikel war li. Aus ſeiner Verſchmelzung mit de und à entſtanden die casus obliqui del(pl. dels) und al(pl. als), Formen, aus denen der neufranz. Artikel hervorgegangen, unter Vokaliſierung des l(al= au, als= aux). Mit dem dem klaſſ. Latein fremden Artikel kougruiert die franzöſ. mit den übrigen romaniſchen, den germaniſchen und der griech. Sprache.

§) Die Erſetzung des altlateiniſchen Genitiv durch de(= lat. de) und des Dativ durch à(= lat. ad) findet ſich ſchon hie und da bei klaſſ. lat. Autoren, kam aber im Volkslatein immer mehr in Aufnahme, jemehr die Caſusflexion in Verfall geriet(ſ. Diez II. S. 13 u. ff.), hat übrigens ihre Pa⸗ rallele im Deutſchen(Das Geſchenk von der Mutter; das Buch vom Vater; an den Bruder ſchreiben; an die Armen geben) ſowohl wie im Engliſchen(of the father; to the father), auch im Holländiſchen. Die beiden obliquen Caſus des Genitiv und Dativ greifen über das der Deklination eigene Begriffsgebiet hinaus, indem ſie ihren präpoſitionellen Charakter(der räumlichen Beziehung) beibehalten[der Genitiv z. Bez. der Bewegung von einem Punkte aus, entſprechend dem woher?, der Dativ z. Bez. der Be⸗ wegung nach einem Punkte hin, entſprechend dem wohin? wonach?].