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kongruenten Partien der in den Kreis der vergleichenden Betrachtung gezogenen Idiome zu thun, ſondern ebenſo wohl auch ihre Kontraſte der Beobachtung nahe zu legen. Daß aber von dieſen Geſichtspunkten aus ſich der Thätigkeit des für die Schule berechneten neuſprachlichen Unterrichts eine reiche, lebensvolle Mannigfaltigkeit darbietet, dazu angethan, dem denkenden Schüler hohes Intereſſe, Freude und Genuß an der modernen Sprache und Achtung vor der ſchöpferiſchen Thätigkeit des Sprachgenius einzuflößen, liegt auf der Hand.— Und doch zählt die„komparative Methode“ nicht wenige Gegner. Die Gründe, womit ſie ihr ablehnendes Verhalten gegen dieſelbe motivieren, ſind im Allgemeinen folgende: 1) ſagt man, würde es bei der, angeſichts der Menge der übrigen Lehrobjekte, knapp zugemeſſenen Zeit ſehr ſchwierig, häufig gar unmöglich ſein, in Folge Hereinziehens fremder Sprachelemente in den Unterricht das Klaſſenziel zu erreichen; 2) würde bei der ohnehin des Schwierigen auch für das Gedächtnis ſo vielerlei bietenden fran⸗ zöſiſchen Formenlehre eine Vermiſchung derſelben mit dem Lateiniſchen die Köpfe nur noch mehr verwirren; 3) wozu ſolle es dienen, Laut⸗, Flexions⸗ und ſyntaktiſche Regeln, bei denen das Hauptgebot Kürze und Einfachheit erheiſche, durch Vergleichung mit dem Lateiniſchen zu komplizieren, die Konzentrierung auf einen oder einige Punkte zu zerſplittern und das Intereſſe und die Luſt der Jugend damit zu ſchädigen. Zum Schluß kommt dann noch die verbrauchte von der romaniſchen Philologie längſt in ihrer Nichtigkeit gekenn⸗ zeichnete Phraſe des altphilologiſchen abſprechenden Urteils von dem geringen Bildungswert der franzö⸗ ſiſchen Sprache, die, nach der apodiktiſchen Meinung jener Herren,„eine entartete Tochter der lateiniſchen iſt und nur ſo weit Beachtung verdient, als ſie manche guten Eigenſchaften von der Mutter geerbt hat“. Den Gegnern ſei zunächſt nur dieſes eine erwiedert, daß die„komparative Methode“ im ſchnurgeraden Gegenſatze gegen von ihnen ausgeſprochene Bedenken es ja gerade als ihre ausſchließliche Aufgabe betrachtet, der Zerſplitterung und Verwirrung und Ermüdung entgegenzuarbeiten, aber Konzentrierung und als deren Folge Vereinfachung mit herbeiführen, weiter Erſparnis an Zeit und ſchließlich Freude und Befriedigung an der Sprache mit gewinnen zu helfen.
Andere, dieſer Methode günſtiger geſtimmt, haben den Schritt gewagt, einige zaghaft und vor⸗ ſichtig, andere weniger bedenklich aber mit pädagogiſchem Takt und Maß und haben, meines Wiſſens, den Schritt bis heute nicht zu bereuen gehabt, da die oberwähnten Bedenken ſich nicht beſtätigt haben. Ich nenne unter dieſen Männern in erſter Reihe Körting, deſſen„franzöſiſche Grammatik für Gymnaſien“ das Prinzip der Vergleichung konſequent durchgeführt hat. Aus der Anordnung dieſes trefflichen Buches habe ich manche dankenswerte Belehrung gewonnen. Und wer wollte es beſtreiten, daß ſich Plötz durch ſeine bereits in vierter Auflage erſchienene„Syntax und Formenlehre“ trotz mancher darin zu wünſchender Ver⸗ beſſerungen ein unvergängliches Denkmal geſetzt hat! Nicht minder Treffliches leiſten Knebel und B. Schmitz, deſſen von wiſſenſchaftlichem Geiſte getragenen vorzüglichen Grammatiken, in denen er durch Vergleichung mehr der neueren Sprachen unter ſich und mit dem Deutſchen in vielſeitigſter Weiſe zu feſſeln und anzu⸗ regen weiß, bekannt genug ſind, um noch mehr zu ihrem Lobe hinzuzufügen.— Wären jene oben ange⸗ führten Bedenken wirklich gegründet und durch die Erfahrung genügend beſtätigt, dann in der That wäre es geboten, jede Hereinziehung des Altklaſſiſchen in den neuſprachlichen Unterricht ſtrenge zu verpönen. Aber ich glaube, daß, wie ſo oft, auch hier Voreingenommenheit und Liebe zur alten Gewohnheit, vielleicht auch die Erzielung befriedigender Reſultate beim Beharren in der gewohnheitsmäßigen Weiſe jene Männer in die ungünſtige Stimmung gegen die vergleichende Methode hineingebracht haben. Wenn ich aber der tiefgreifenden und bleibenden Anregung, des Gewinnes und der Erweiterung des geiſtigen Geſichtskreiſes gedenke, die dem Lehrer der neueren Sprachen entgegengebracht wird aus den Arbeiten eines Schuchardt, Diez, Littré, Mätzner und Brachet u. a. und ihn zu der lebendigen Ueberzeugung gelangen läßt, daß dieſer Gewinn nicht blos den Philologen allein zu gute kommen dürfe, ſondern auch der Schule, bei ſorgfältiger, weiſer und umſichtiger Verwertung des für die Faſſungskraft der Jugend leicht Zugänglichen, hohen Ge⸗ winn bringen müſſe, dann verblaſſen jene Bedenken, ſo gut gemeint ſie immerhin ſein mögen, und erſcheinen als das, was ſie ſind, als Irrtümer.


