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heim; es hat damit wahrlich nicht noth. Das alltägliche Leben rauscht laut genug, jeder Kahn auf dem Flusse, jede dahinsausende Locomotive, jeder Hammerschlag der Fabriken ruft der Jugend zu, dass das Leben dereinst andere Forderungen an sie stellt und zu stellen berechtigt ist. Aber wenn nicht alles der Regina Pecunia unterthan werden, wenn der Mensch nicht so- viel gelten soll, als er hat, wenn Deutschland nicht in Materialismus versinken soll, nun dann muss Jeder, der einen Einfluss auf die Erziehung hat, mit vollem Bewusstsein den idealen Sinn als ein geistiges und sittliches Ferment in der Nation und zumal in der Jugend, soviel er ver- mag, zu fördern bestrebt sein. Und das darf denn doch wohl an dieser Stätte gesagt werden: zu solchem Ziele führt der sicherste und beste Weg durch die schönen, lichten Hallen des klassischen Alterthums. Wenn einst die Deutschen nicht mehr jene der Welt nie wieder gelungene Blüthe von Hellas schätzen, wenn die deutsche Jugend sich nicht mehr an Homer und Sophokles, an Plato und Demosthenes begeistert, dann geht es abwärts mit der deut- schen Bildung.
Wir weihen dieses Haus deutscher Vaterlandsliebe. Im Schloss wie in der Hütte, auf öder Düne wie auf goldener Aue wird das Heimatsgefühl mit uns geboren und fesselt so Kind wie Greis, also, dass der göttliche Dulder Odysseus sich sehnte, auch nur den Rauch aufsteigen zu sehen von dem steinigen Ithaka. Die angeborenen Bande fest zu knüpfen, das dunkele Gefühl zu bewusster und opferwilliger Vaterlandsliebe zu läutern, ist der Edlen Zeichen und Zierde. Nimmer versagt ein Volk Liebe und Dankbarkeit denen, die in selbstloser Hingabe dem Vaterlande sich geweiht haben, und nach Jahrhunderten noch feiert es in Lied und Sage seine Aristides und Scipionen. Wie sollten denn wir nicht in unwandel- barer Liebe dem Herrschergeschlecht zugethan sein, das wie kein anderes eins gewesen ist mit seinem Volke in bösen wie guten Tagen, das mit soviel Arbeit, Gefahr und Noth den Staat zusammengeschmiedet hat aus zuvor allzeit sprödem Metall; wie sollte der Deutsche nicht mit inniger Ehrfurcht aufschauen zu dem Kaiser, der das zersplitterte und gedemüthigte Reich zu nie erlebter Kraft, Ehre und Glanz aufgerichtet hat, Thron und Leben einsetzend für seines Volkes Wohl, zu Ihm, den das Unglück nicht gebrochen, der Erfolg nicht geblendet hat, Ihm, der auf erhabenem Throne ein leuchtendes Beispiel wahrer Frömmigkeit und ernster Pflichttreue giebt. So werde denn allezeit hier in den jugendlichen Seelen freudige Liebe zu König und Vaterland genährt.
In solchem Geiste ist die Anstalt bisher geleitet worden und zumal von dem Manne, der länger als ein Menschenalter hindurch ruhmvoll an ihrer Spitze gestanden hat. Ich weiss, er liebt es nicht, dass man von ihm redet, aber das darf und muss ich doch frei sagen, dass der Name Benecke von Tausenden immerdar in Liebe und Verehrung genannt werden wird. Wenn denn nun der würdige Mann nach eigenem Entschlusse, begleitet von der dankbaren Anerkennung der Schulbehörden und getragen von der huldvollen Gnade Sr. Majestät in den Ruhestand tritt, so gereicht es uns allen und nicht am wenigsten dem Scheidenden selbst zu freudiger Genugthuung, dass die Weiterführung der Anstalt der kundigen und bewährten Hand eines seiner ältesten und liebsten Schüler anvertraut wird. Und so heisse ich Sie denn, Herr Director Dr. Töppen, an dieser Stätte herzlich willkommen. Sie wollen durch Hand- schlag bekräftigen, dass Sie durch den Sr. Majestät, unserm allergnädigsten König und Herrn
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