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»Das letzte Wort, das hier geredet wird, sei ein Wort des Dankes, herzlichen Dankes. Ich spreche es aus im Namen der Tausende von Schülern und auch im Namen der zahlreichen Lehrer, welche unter Ihrer achtunddreissigjährigen Leitung an dieser Anstalt thätig gewesen sind. Freudig bekennen wir, dass wir in Ihnen stets den überlegenen, weisen und freundlichen Führer erkannt, bewundert und verehrt haben.
Dieses Wort des Dankes ist zugleich ein Wort des Gebetes, das wir zum Throne des Allmächtigen für Sie emporsenden. Möge der gnädige Gott Ihnen einen heitern und ruhigen Lebensabend bescheren. Sie können wahrlich mit Befriedigung auf Ihr zwar mühevolles aber auch schönes Arbeitsfeld zurückschauen. Noch heute steht ein grosses Feld in grünen Halmen vor Ihren Augen, und einer Ihrer ersten Schüler ist es, der Ihre Arbeit darauf in Ihrem Geiste fortsetzen wird. Die eingesammelten Garben früherer Jahre, sie stehen im Leben und tragen hundert- und tausendfältige Frucht. Heute scheiden Sie von uns, aber unsere dank- bare Liebe bleibt Ihnen; und so bitten wir Sie denn, reichen Sie uns zum Zeichen Ihres dauern- den Wohlwollens und Ihrer dauernden Freundschaft Ihre Rechte.«
Darauf trat der Redner mit den Lehrern der Anstalt auf den Director zu und ergriff die dargebotene Hand zum Abschiede und zum Unterpfande dauernder Freundschaft. Die letzten drei Verse des Liedes:»Ach bleib' mit deiner Gnade,« mit welchen die Anwesenden den gött- lichen Segen, den göttlichen Schutz und die göttliche Treue nicht nur auf die Anstalt sondern auch auf das Haupt des verehrten Mannes herabflehten, lösten den Schmerz der Trennung in Ruhe und Ergebung in den Willen Gottes auf.
Die Schüler verliessen darauf die Aula, um in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt ihre Zeugnisse zu empfangen. Die Primaner überreichten in ihrem Klassenzimmer dem scheidenden Director zwei photographische Gruppenbilder der Schüler der Prima, für welches sinnige Geschenk der Director seinen herzlichsten Dank aussprach. Nach Hause zurückgekehrt, empfing ihn Herr Oberlehrer Dr. Volkmann und überreichte ihm im Namen derjenigen noch lebenden Lehrer, welche in den Jahren 1844— 1882 kürzere oder längere Zeit unter seiner Leitung an dem Elbinger Gymnasium thätig gewesen waren, einen Tafelaufsatz(silberne und vergoldete Fruchtschale).— Zu derselben Zeit begab sich eine Deputation des Lehrercollegiums, bestehend aus den Herren Prof. Mehler, Dr. Kausch und dem Unterzeichneten, zu dem gleichfalls am 1. April in den Ruhestand tretenden Collegen Prof. Dr. Reusch, um demselben das Bedauern des Collegiums über seinen Austritt und den herzlichsten Wunsch für den Abend seines Lebens auszusprechen.
So war denn am 1. April 1882 das alte Gymnasium geschlossen. Nur einmal noch sollte es auf wenige Minuten den Schülern sich öffnen. Am Tage des officiellen Schlusses traf der de- signirte neue Director, Herr Dir. Dr. Töppen aus Marienwerder, in Elbing ein. Die vielfachen, sich auf die Einrichtung des neuen Gymnasialgebäudes beziehenden Anfragen und Anordnungen, sowie die Sorgen des Umzuges von Marienwerder nach Elbing nahmen Zeit und Kraft des neueingetretenen Directors dermassen in Anspruch, dass er die Leitung der Vorbereitungen für die festlichen Tage des Umzuges und der Einweihung des neuen Gebäudes anderen Händen
überlassen musste. Das Collegium des Gymnasiums hatte schon einige Monate vorher aus seinem Schosse ein Comité gewählt, welches im Einverständnisse mit dem Königl. Provinzial-


