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ihres Schülerlebens nur zu oft lieber dem nachgegangen sind, was ihnen für den Augenblick angenehm und ergötzlich erschien und darüber ihr warhes Ziel vergessen und verfehlt haben zu ihrer eigenen Betrübniss und zum Kummer aller derjenigen, welche es mit ihrem wahrhaften Wohl ernst und treu meinen. Ihnen lege ich zu künftiger Sicherung vor zu später Reue und zur Hinweisung auf den einzig richtigen Weg ihres Heils in der Schule das Wort ans Herz, in dem die heilige Schrift die Summe aller Obliegenheiten des Schülers zusammenfasst:»Ge- horchet Euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über Eure Seelen, als die da Rechen- schaft dafür geben sollen, auf dass sie das mit Freuden thun und nicht mit Seufzen. Denn das ist Euch nicht gut. Wir alle aber wollen diesen letzten wichtigen Akt des Schuljahres beschliessen, indem wir unsere Herzen zu Gott erheben und beten:
Vater unser, der Du bist im Himmel,
Geheiliget werde Dein Name!
Zu uns komme Dein Reich!
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden!
Unser täglich Brot gieb' uns heute!
Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung!
Sondern erlöse uns von allem Uebel!
Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!
Mit diesem Gebete muss ich nun scheiden aus unserm Gymnasium, das mir so fest ans Herz gewachsen ist und dessen Ehre zu hüten mir so lange Zeit anvertraut gewesen ist. Ach, die Trennung von dem, was wir wahrhaft lieben, gehört zum Schwersten, das der himm- lische Vater uns auferlegt zur Prüfung unseres Lebens, auf dass wir es bewähren sollen. Ich muss nun scheiden aus dem Kreise der Schüler, die ich alle in das Gymnasium aufgenommen habe, in welchem es mir so wohl gewesen ist, so oft ich einen Hauch davon verspürte, dass meine bestgemeinten Absichten auf einen guten Boden fielen. Ich muss nun scheiden aus der amtlichen Verbindung mit dem Lehrercollegium, das mich vor langen Jahren als das bei weitem jüngste seiner Mitglieder mit so freundlichem Entgegenkommen und so ehrendem Ver- trauen aufgenommen hat, dass ich es nimmermehr vergessen kann, und welches bei allem Wechsel der Personen nie aufgehört hat, mit stets gleichbleibender Bereitwilligkeit und that- kräftiger Unterstützung mir treu zur Seite zu stehen.
Ich nehme Abschied mit den herzlichsten Dankgefühlen für alles Liebe und Gute, das mir während meiner Amtsführung zu irgend einer Zeit und von irgend einer Seite her zu- theil geworden ist, und mit den innigsten Segenswünschen für die gesammte Schulgemeinde des Gymnasiums.
Der Herr segne Dich und behüte Dich, Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig, Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden! Amen!l«
Nachdem der Herr Geheimrath geendigt, betrat der Unterzeichnete das Podium und
richtete an den scheidenden Director im Namen der Schüler und Lehrer folgende Worte: 2


