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Fortsetzung seines Probejahres in 9 Stunden weiter fort unterrichtete, so konnte jener durch Zuweisung einer nur sehr mässigen Stundenzahl noch eine Erleichterung erhalten.— Zu Michaelis wurde der Candidat R. Toeppen zur Verwaltung einer Hülfslehrerstelle nach Thorn versetzt, College Kausch rückte in die 5. Oberlehrerstelle, die Collegen Borgius, Behring, P. Schmidt und K. Schmidt in die nächst höheren ordentlichen Lehrerstellen, Cand. Lange erhielt die Verwaltung der letzten ordentlichen Lehrerstelle.(Die Herren K. Schmidt und Lange mussten einige Wochen lang Krankheits halber von den Collegen vertreten werden). Der Unterzeichnete, Max Toeppen, ist geboren zu Königsberg in Preussen am 4. April 1822, besuchte das Friedrichscollegium daselbst von Ostern 1830 bis Michaelis 1839, studirte Philologie und Geschichte auf der Universität ebendaselbst unter Lobeck, Drumann, Schu- bert, Rosenkranz, und erhielt am 22. April 1843 von der wissenschaftlichen Prüfungs- commission eben dieser Universität das Zeugniss der facultas docendi in der Geschichte, Geographie, den alten und der deutschen Sprache, worauf am 29. April die Promotion zum Dr. phil. erfolgte. Nachdem er dann sein Probejahr am Friedrichscollegium von Michaelis 1843 bis dahin 1844 abgelegt hatte, fungirte er an derselben Anstalt von Michaelis 1845 bis Ostern 1848 als Hülfslehrer. Gleichzeitig habilitirte er sich an der Universität seiner Vaterstadt durch Vertheidigung der Dissertation Critica de historia Borussiae antiqua am 20. Januar 1847, entschied sich dann aber doch für den Beruf als praktischer Schulmann. Zu Ostern 1848 wurde er als Hülfslehrer an das Gymnasium zu Elbing, zu Michaelis 1850 als ordentlicher Lehrer an das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Posen, Michaelis 1853 zum 2. Oberlehrer an der städtischen Realschule ebendaselbst, Michaelis 1854 zum Director des Progymnasium zu Hohenstein in Ostpreussen berufen. Nachdem er diese Anstalt durch Errichtung einer Secunda und Prima zu einem vollständigen Gymnasium ausgebaut hatte, erhielt er am 16. September 1858 das königl. Patent als Gymnasialdirector. Zu Michaelis 1869 wurde er, nachdem er kurz zuvor, am 12. September, den rothen Adlerorden vierter Klasse erhalten hatte, als Director an das Gymnasium zu Marienwerder, zu Ostern 1882 als Director an das Gymnasium zu Elbing versetzazt. Während seiner Thätigkeit im praktischen Schuldienste setzte er seine auf der Universität begonnenen literarischen Arbeiten auf dem Felde der preussischen Geschichte ununterbrochen fort. Die erwähnte academische Dissertation Critica etc. gab den Antrieb zu der Schrift: Geschichte der Preussischen Historiographie von Peter von Dusburg bis auf Caspar Schütz, Berlin 1853, diese zu dem Quellenwerke Scriptores rerum Prussicarum von Th. Hirsch, M. Toeppen und E. Strehlke, 5 Bde., Leipzig 1861— 1874. Eine Gelegen- heitsschrift: Die Gründung der Universität zu Königsberg und das Leben ihres ersten Rectors Georg Sabinus, welche er als Mitglied des historischen Seminars der Universität abgefasst hatte und bei Gelegenheit der dritten Säcularfeier derselben 1844 herausgab, hatte ihn zuerst mit den Akten der alten Preussischen Ständetage bekannt gemacht; er arbeitete sich später in dieselben tiefer hinein und veröffentlichte auf Grund derselben eine Reihe von Abhandlungen zur Geschichte der Stände Preussens im 16. Jahrhundert in v. Raumer's historischem Taschen- buche 1847 und 1849, in verschiedenen Programmen des Hohensteiner Gymnasiums 1855, 1865— 1867 und anderwärts, zuletzt die Akten der Ständetage Preussens unter der Herrschaft des deutschen Ordens 3 Bde., Leipzig 1878— 1882(noch unvollendet). Sein Aufenthalt in


