— VIII—
Der ordentliche Lehrer P. Schmidt, welcher zur Herstellung seiner Gesundheit schon seit dem September 1880 beurlaubt war, erhielt zum Anfange des neuen Quartals eine Ver- längerung des Urlaubes bis zu den Sommerferien.— Von den beiden Schulamts-Candidaten, welche in dem letzten Semester des abgelaufenen Schuljahres bei der Vertretung der beur- laubten Collegen Aushülfe leisteten, verliess Kkummrow das Gymnasium am 1. April 1882, um eine ordentliche Lehrerstelle an dem Progymnasium zu Berent zu übernehmen.
Aber es war nicht bloss die Wiederbesetzung der Stelle des Directors und des ersten Oberlehrers und die Vertretung eines noch beurlaubten ordentlichen Lehrers erforderlich, son- dern ausserdem auch noch die Berufung von 4 neuen Lehrern: denn da nach der Wieder- eröffnung des Unterrichts in dem neuen Gymnasialgebäude die beiden Tertien und die Secunda getheilt, also drei neue Klassen errichtet werden sollten, so war eine neue Oberlehrerstelle (die fünfte), eine Stelle eines ordentlichen Lehrers(die sechste) und zwei Hülfslehrerstellen neu fundirt. Aber nicht alle diese Lehrerstellen konnten bis zu dem Tage der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes besetzt werden; bis zu diesem Tage waren nur der Unterzeich- nete zum Director, die Collegen Dr. Borgius und Dr. Carl Schmidt zu ordentlichen Lehrern berufen, und der Schulamts-Candidat Augustin, welcher sein Probejahr bei dem hiesigen Gymnasium schon im Januar angetreten hatte, mit Verwaltung einer der beiden Hülfslehrerstellen betraut; die vier ältesten Lehrer: Prof. Dr. Mehler, Dr. Heinrichs, Dr. Volckmann und Dr. Anger rückten in die vier ersten Oberlehrerstellen ein; ordent- liche Lehrer waren nun Gortzitza, Dr. Kausch, Dr. Borgius, Behring, P. Schmidt, Dr. K. Schmidt, Verwalter einer Hülfslehrerstelle Augustin. Es fehlte noch der fünfte Oberlehrer, der zweite Hülfslehrer und ein Vertreter für P. Schmidt bis zu den Sommer- ferien.
In dieser grossen Verlegenheit leistete uns Herr Geheimrath Benecke äusserst dankens- werthe Hülfe, indem er die grosse Güte hatte, einstweilen(bis zum 6. Mai) als»Hülfslehrer« 13 Unterrichtsstunden wöchentlich in verschiedenen Klassen zu übernehmen; alle übrigen noch unbesetzten Stunden vertheilten die Collegen untereinander mit unverdrossenem Muthe. Aber schon nach einigen Tagen erhielten wir die nothwendige Erleichterung: zunächst trat der Schulamts-Candidat Momber, welcher schon früher bei dem hiesigen Gymnasium aushülflich beschäftigt gewesen war, als Verwalter der zweiten Hülfslehrerstelle wieder ein, um zugleich sein Probejahr abzulegen; sodann wurde der Schulamts-Candidat Lange, welcher ebenfalls sein Probejahr bei dem hiesigen Gymnasium abzulegen wünschte, vom 24. April an mit der Vertretung des noch abwesenden Collegen P. Schmidt beauftragt; endlich konnte vom 6. Mai an, nachdem Herr Geheimrath Benecke den freundlichst übernommenen Unterricht auf ärztlichen Rath wieder abgegeben hatte, der Schulamtscandidat Robert Toeppen, wel- cher so eben sein Examen vor der wissenschaftlichen Prüfungscommission in Königsberg be- standen hatte, die Stunden des noch fehlenden Oberlehrers übernehmen, womit auch er sein Probejahr begann..
Unmittelbar nach den Sommerferien kehrte der College P. Schmidt, anscheinend recht gekräftigt durch seinen Aufenthalt in Meran und Wiesbaden, nach Elbing zurück, um seine Lehrthätigkeit wieder zu übernehmen. Da Candidat Lange trotzdem bei uns blieb und zur


