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von der Anknüpfung an den Geschichtsunterricht der UII, nahe. Schon bei diesen Ereignissen zeigt sich die innere Uneinigkeit der Griechenstämme und die barbarische Kriegführung der Perser. In der Art der Darstellung mit dem steten direkten Eingreifen der Götter in die Handlung und den vielen wunderbaren Ereignissen, die man aber nicht alle zu lesen braucht, zeigt sich die nahe Beziehung, in der der Vater der Geschichte zum homerischen Epos steht. Auf den Wechsel des Oberbefehls, die Verpflanzung der Eretier nach Asien, sowie auf den Prozess des Miltiades wurde schon früher hingewiesen.
Von B VI 96 bis Ende schließen wir als minder wichtig von der Lektüre aus: cap. 103 von z 6 deεαατs ν Milriddn; 104; 107; 117, außer dem 1. Satz; 118; 121— 131; 137; 138.
Mit der Behandlung von BVII—IX kommen wir zu unserem eigentlichen Thema, dem Zuge des Xerxes. Während wir bei Livius in der Darstellung des zweiten punischen Krieges Schlachtenberichte finden, die uns ein militärisch genaues Bild von Ort und Gang der Handlung bieten, trifft das bei Herodot nicht immer zu. Er verleugnet auch hier seine nahe Beziehung zum Epos nicht. Von der Schlacht bei Salamis erzählt er mit behaglicher Breite einzelne Episoden, ohne ein Bild vom ganzen Verlauf zu geben. Aber gerade dieses Sichgehenlassen, diese Freude am Er- zählen fesselt unser Interesse in verschiedener Beziehung und bietet Gelegenheit, eine Reihe von geschichtlichen, politischen und religiösen Urteilen abzuleiten, die von bleibendem Werte sind.¹) Hier erschließt sich ein weites Feld für schriftliche und mündliche*) Darstellungen, die die Selbst- thätigkeit der Schüler fördern. Diese Gelegenheit wird man umsomehr benutzen, als nach nicht allzulanger Zeit das bloße Präparieren einiger Kapitel keine besondere Arbeit mehr macht und jedenfalls die Denkthätigkeit weit weniger in Anspruch nimmt; außerdem müssen bei dieser Art der Aufgaben alle arbeiten, da Hilfsmittel dafür bis jetzt noch wenig vorhanden sind. Zunächst lassen wir eine Angabe der Stellen folgen, die wir auf Grund der Erfahrung von der Lektüre ausschließen zu sollen glaubten; daran mag sich dann eine kurze Bearbeitung einiger wichtigerer Themata im obigen Sinne anschließen. Vollständigkeit ist hier nicht erstrebt und auch wohl kaum möglich.
1 VII 30; 31; 33; 40— 43; 56— 59; 61— 101; 105— 131; 137; 153— 156; 163; 164; 167— 174; 178— 200; 202— 205. VIII 1— 14; 17— 20; 23— 34; 42— 49; 54; 55; 64— 66; 72; 73; 77; 103— 106; 119— 122; 126—140. IX 1—58; 66— 69; 70— 77; 79— 85; 89; 93— 95; 106— 122.
Schon bei Livius wurde auf das Zustandekommen eines Heeres hingewiesen. Für die Perser ergiebt es sich aus VIII und 8ö6. Von den Griechen hören wir, daß der gemeinsame Sammelplatz angegeben wird, wohin zu kommen der einzelne Mann verpflichtet ist; der Weg bleibt ihm überlassen; dasselbe hören wir bei Livius.
Die Staatsform ist die Erbmonarchie, VII5 Arοααννινοο dε᷑ eοεον Ʒαod dAν̈ναισονσσι εέςι τ0ν.α 10 Eelvoo Seos. Daß hier Streit über die Nachfolge entsteht, hat seinen Grund darin, daß die ältesten Söhne von 2 PFrauen sich erbberechtigt glauben. Aber daß Xerxes, als Sohn der Atossa, der Tochter des Kyros, durchdringt, liegt im Sinne obiger Staats- form. Die Ernennung des Nachfolgers vorm Auszug in den Krieg kann nicht Regel gewesen sein; denn Xerxes thut es nicht. Es kann sich also nur um einen Reichsverweser handeln(wie Arta- banos VII 52 bis Ende), wenn nicht, wie andere Quellen berichten, der ganze Streit erst nach dem Tode des Darius stattfand. In Xerxes lernen wir den Typus des Despoten kennen. Wohl und Wehe des Staates und der Unterthanen hängt von seiner Laune ab. Aber während er einzig zu herrschen glaubt, läßt er sich von seinen Günstlingen beherrschen(VII5); niemand wagt ihm zu
¹) Dörwald, Herodot VII, 101—4 im Unterricht. Lehrpr. 32. ²) H. Schiller, Sind in unseren Gymnasien zum Zwecke rednerischer Ausbildung besondere U'bungen not- wendig? Z. f. d. G. W. XXXXIV S. 1 ff.


