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So wäre es z. B. eine Partition, wenn man die Staaten Deutſchlands, die Provinzen, Regierun
Kreiſe, Bürgermeiſtereien ꝛc. von Preußen, die Theile und Abſchnitte der Grammatik, die Beſtaudthente Lagobtlirs⸗,
(Felsſpath, Quarz und Glimmer), eines Baumes ꝛc. angibt, oder wenn man ſagt: Die wahre Dankbarkeit umfaßt ſowohl die dankbare Geſinnung(gratiam habere) als deren Aeußerung durch Wort(gratias agere) und Handlung(gratias reterre); die Freiheit des Geiſtes beſteht in der Freiheit von den Feſſeln der Sünde und Leidenſchaft, der Unwiſſenheit und des Wahnes, der falſchen Ruckſichten und Menſchenfurcht; die weiſe Zu⸗ friedenheit beruht auf Selbſtbeherrſchung, Selbſtbeſchränkung, Ergebenheit und Gottvertrauen.— Die Partition kommt der Definition näher als der Diviſion. Sie iſt beſonders wichtig für die Rhetorik, indem die Gliederung von Reden und Abhandlungen ſehr oft auf ihr beruht.
§. 34.
Ebenſo iſt von der logiſchen Eintheilung verſchieden die Diſtinktion, Unterſcheidung oder Nominaleintheilung. Dieſe hat es nicht ſowohl mit dem Begriffe als mit deſſen ſprachlichem Zeichen, dem Worte, zu thun, deſſen verſchiedenen Sinn und Gebrauch ſie beſtimmt und aufhellt.
Da es nämlich in keiner Sprache, auch der reichſten und ausgebildetſten, ſo viele verſchiedene Wörter gibt, als der Geiſt Begriffe hat, ſo muß ein und dasſelbe ſprachliche Zeichen oft für mehrere, ſelbſt heterogene Vorſtellungen dienen, z. B. Arm, Auge, Fuß, Kopf, Aufſatz, Geiſt, Band, Staat, Hof, Strauß, Parabel, Hyperbel ꝛc., ja man darf ſagen, daß die große Mehrzahl der Wörter außer der erſten und urſprünglichen Bedeutung auch in einem abgeleiteten, übertragenen (metaphoriſchen, tropiſchen) Sinne gebraucht wird.
Aber abgeſehen von der Armuth der Sprache an Wörtern in Verhältniß zu dem Reichthume des Geiſtes an Vorſtellungen, ſo bringt es die hiſtoriſche Entwickelung der einzelnen Wiſſenſchaften mit ſich, daß in Folge ſchärferer Beſtimmung und klarerer Scheidung von Begriffen der Sinn mancher Wörter im Laufe der Zeit auf einen engern Begriff beſchränkt oder auf einen weitern ausgedehnt wird, als womit ſie im gewöhnlichen Bewußtſein gleichſam verwachſen waren und theil⸗ weiſe noch ſind.,
So bezeichnet z. B. das Wort Epigramm(Aufſchrift, Sinnſchrift, Sinngedi ünglich einen viel weitern Bkeefchntt den worin es jetzt a brzuchlich iſt(vgl. Leſſing 85 das nsdich miekinairh hat das Wort Begriff urſprünglich die engere Bedeutung des formalen, empiriſchen Begriffes, weshalb auch die reinen und einfachen Begriffe wohl zum Unterſchiede Ideen genannt werden. Und ſo bei vielen andern Wörtern.
Es iſt dieſes ſowohl im gewöhnlichen Leben als auch in der Wiſſenſchaft eine reiche Quelle von Mißverſtändniſſen und fruchtloſen Streitigkeiten, denen man eben durch die genaue Unterſcheidung und Beſtimmung der Begriffe und Wörter in der Wiſſenſchaft vorzubeugen hat. Hier gilt einmal der Grundſatz, daß man ſich an den herrſchenden Gebrauch ſo viel als thunlich anſchließt und nicht ohne Noth Neuerungen einführt, ſodann der alte Spruch: Oui bene distinguit, bene docet.
Manchmal genügt die Unterſcheidung des Wortes und Begriffes im weitern und im engern Sinnſez bisweilen aber kommt noch eine weiteſte und eine engſte Bedeutung hinzu.
So iſt z. B. Cäſur im weitern Sinne, was das Wort beſagt, jeder Einſchnitt in die Kontinuität des Versrhythmus und umfaßt ſomit auch die ſogenannte Diäreſis, im engern Sinne aber iſt ſie dieſer entgegen⸗ geſetzt.— Unter Sprache im weiteſten Sinne verſteht man den Inbegriff aller zum Zwecke der Mittheilung eines Innern dienenden äußern Zeichen, mögen dieſe wie immer beſchaffen ſein, und uͤberträgt den Begriff auch auf Thiere; im weitern Sinne verſteht man darunter ein Syſtem von Zeichen zur Mittheilung menſ chlicher Vorſtellungen und redet auch noch von einer Geberden⸗ und Mienenſprache; im engern Sinne ſchließt man die letztere aus, und im engſten endlich meint man nur die geſprochene(Laut⸗) Sprache, und dann iſt ſie ein Syſtem von artikulirten Lauten zur Bezeichnung menſchlicher Vorſtellungen.— Aehnlich iſt es mit den Wörtern Fabel, Kategorie, Hypothefe, Kunſt, Witz, Offenbarung, Glaube, Geheimniß u. a.


