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Worte die Wunder des Idealismus. Dafür zeugt die Geſchichte von gotterfüllten Heiligen und großartigen Tugendhelden, von todesmuthigen Weterlandrertöe adan, von Hergen in Kunſt und Wiſſenſchaft, von Helden des Glaubens, der Liebe und der Freiheit. Alle Fro tigkeit und Kälte, alle Niedrigkeit und Plattheit, alle Nüch⸗ ternheit, Dürre und Gleichgültigkeit, alle Leere und Mattigkeit, Schwäche und Feigheit wird aus der Seele ver⸗ bannt, in welcher Enthuſiasmus wohnt.— Am nächſten verwandt, jedoch weitern Umfangs iſt die Begeiſterung. Begeiſtert iſt der Schwärmer ſo gut wie der Enthuſiaſt, aber dieſer von etwas Wahrem, Schönem und Gött⸗ lichem, jener von Nichtigem, Unwirklichem, Aihantaſriſchenn oder gar Unnatürlichem. Die Vorſtellungen des Schwärmers beruhen nur auf exaltirten dunkeln Gefühlen; alle klare Unterſuchung, alle vernünftige Beurtheilung ſeiner Ziele iſt ihm verhaßt. Für Gründe iſt er nicht zugänglich, weil er dunkel fühlen mag, daß er nur für leere Einbildungen erglüht und daß die Dinge, für die er Beßeiſiert iſt, entweder gar nicht oder doch nicht das ſind, wofür die berauſchte Seele ſie nimmt. Schw ärmerei iſt ein Fieber, eine Krankheit der Seele, Enthuſiasmus hingegen erhöhtes, wahres Leben. Jene iſt eine Leidenſchaft, dieſer ein Affekt. Der Enthuſiasmus ferner iſt ein dauernder Zuſtand der Seele, während die Begeiſterung ſchnell verrauchen kann. Enthuſiasmus iſt ein Feuer, welches die Seele erleuchtet, erwärmt und entzündet; auch der Fanatismus erwärmt und entzündet die Seele, aber erleuchtet ſie nicht, ſo wenig wie die Schwärmerei„ die nur erwärmt. Jeder große Künſtler iſt Enthuſiaſt für ſeine Kunſt, und wenn er arbeitet, muß er ſich begeiſtert fühlen. Er liebt ſeine Kunſt mit Enthuſiasmus und
uͤbt ſie mit Begeiſterung. VI. Von der Diviſion.
§. 26.
Diviſion oder logiſche Eintheilung iſt die vollſtändige Beſtimmung des Umfanges eines Begriffes durch Angabe ſeiner Arten, oder die extenſive Verdeutlichung eines Begriffes durch genaue Angabe der weſentlichen Theile ſeines Umfanges.
So ſind die Buchſtaben entweder Selbſtlauter(Vokale) oder Mitlauter(Konſonanten).— Die Ge⸗ dichte werden eingetheilt in epiſche, lyriſche und dramatiſche.— Die Wirbelthiere zerfallen in Säugethiere, Vögel, Amphibien und Fiſche.— Jede ſinnliche Anſchauung iſt entweder eine Anſchauung des Geſichtes, des Gehöres, des Geruches, des Geſchmackes oder des Gefühles; die letztere iſt entweder eine Anſchauung des Taſtſinns oder des Gemeingefühls(Vitalſinns).
§. 27.
Der einzutheilende Gattungsbegriff heißt das Eintheilungsganze(iotum dividendum sive divisum), die angegebenen Theile ſeines Umfanges nennt man die Eintheilungsglieder (membra sive partes divisionis), die nach Zahl und Beſchaffenheit bei einem und demſelbeu Begriffe verſchieden ſein können je nach dem Geſichtspunkte, woraus die Theile des Umfanges be⸗ ſtimmt werden, d. h. je nach dem Eintheilungsgrunde(principium sive fundamentum di- visionis). Dieſer ſelbſt hängt oft von ſpeziellen Zwecken des Eintheilenden ab.
So kann man z. B. die Buchſtaben eintheilen nach ihrer lautlichen Natur, aber auch nach ihrer Form und Geſtalt, nach ihrer Größe ꝛc.; ſo hat man die verſchiedenen Menſchenraſſen, wobei übrigens ein ſicheres, wiſſenſchaftliches, inneres Prineip der Abgrenzung nach Joh. Müller nicht vorliegt, einzutheilen verſucht nach dem Schädelbau(in Langſchädel und Nundſchädel), oder nach der Stellung des Gebiſſes(geradkieferige und ſchief⸗ kieferige), oder nach der Hautfarbe(weiße, gelbe, kupferrothe, braune, ſchwarze), oder nach der Formation des Beckens, nach der Sprache u. ſ. w..
Je nach der Anzahl der Glieder, d. i. der koordinirten Arten, heißt die Eintheilung Dicho⸗ tomie, Tricho⸗, Tetracho⸗ und Polytomie. Tgl. die Beiſpiele§. 26.
§. 28.
Die Dichotomie(Zweitheilung) beruht, wenn ſie richtig iſt, auf dem kontradiktoriſchen Gegenſatze(§. 15) und erweiſt ſich dann ſofort als abſolut vollſtändig. Jedoch wird man nur 3*


