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Wenn man bei der Eintheilung eines Gattungsbegriffes vom kontradiktoriſchen Gegenſatze als dem Eintheilungsgrunde ausgeht(§. 28), ſo iſt allerdings der eine Begriff mit der Nezation behaftet, aber die Definition wird dieſe nur dann feſthalten dürfen, wenn ſich das negative Merk⸗ mal nicht unter einen poſitiven Geſichtspunkt faſſen läßt..
So ſind z. B. die Naturprodukte entweder organiſche oder nicht⸗organiſche(d. i. Minerale), und jene haben entweder Empfindung und freiwillige Bewegung(Thiere) oder nicht(Pflanzen). Demnach würde Mineral richtig definirt als ein unorganiſches Naturprodukt, Pflanze als ein der Empfindung und freiwilligen Bewegung untheilhaftes organiſches Naturprodukt. Da ſich nun aber angeben läßt, worin das Unorganiſche be⸗ ſteht, nämlich darin, daß jeder Theil dem andern und dem Ganzen vollkommen gleichartig und ähnlich iſt, ſo wird die Definition von Mineral ſofort um Vieles klarer, wenn man das negative Merkmal durch ein poſitives erſetzt und ſagt: Mineral iſt ein in ſeiner Maſſe ganz gleichartiges Naturprodukt. Bei dem Begriffe Pflanze hingegen wird man das verneinende Merkmal nicht entbehren können, und ſo in vielen andern Fällen.
Ad 4. Da die Definition nur den Inhalt eines Begriffes aufzuhellen, nicht auch zugleich den Umfang desſelben zu zergliedern hat, ſo iſt es fehlerhaft, wenn in die Definition die Ein⸗ theilung aufgenommen wird.
.B. wenn man ſagen wollte: Parallelogramm iſt ein ebenes, geradliniges Viereck, deſſen je zwei Seiten parallel ſind, mögen dieſe ſelbſt gleich oder ungleich, die Winkel rechte oder ſchiefe ſein. 24 deleazi die Erhebung des Gemüthes zu Gott, um ihn zu loben oder ihm zu danken oder ihn um Gnaden für uns oder an⸗ dere zu bitten.— Modus heißt in der Grammatik die Art und Weiſe, wie der Sprechende durch gewiſſe Ver⸗ balformen das Prädikat entweder als ein wirklich ſtattfindendes, oder als ein blos möglich gedachtes, oder als ein zu verwirklichendes, oder als ein geheiſchtes ausſagt.
Ad 5. Unnöthiger Ballaſt von Worten, der das Verſtändniß nur erſchwert, wie eitler Prunk mit entbehrlichen Fremdwörtern ſind gleich verwerflich, noch mehr aber unbeſtimmte und vieldeutige Ausdrücke.
Man betrachte z. B. folgende Definitionen: Vorſtellung iſt der im Gehirne konſervirte und reproduzirte Reflex der erſcheinenden Wirklichkeit.— Rationalismus iſt derjenige Habitus der Intelligenz oder dasjenige Syſtem der Philoſophie, vermöge deſſen man der menſchlichen Vernunft in jeder Sphäre des Scientifiſchen, ſo⸗ wohl in formeller als materieller Hinſicht, die oberſte Autorität vindizirt und ſie als höchſtes Prinzip und ein⸗ zigen Maßſtab alles Erkennens ſtatuirt.— Nahrung sſtoff iſt jener Theil der dem Organismus gegenüber⸗ ſtehenden Außenwelt, welcher durch die Funktionen der plaſtiſchen Organe qualitativ ſo transformirt werden kann, daß er dem Organismus als Körper homogen wird.— Temperament iſt die aus der konſtanten Proportion von Irritabilität und Spontaneität reſultirende totale pſychiſche Proprietät eines Naturindividuums.— Sünde iſt der Abtritt des kreatürlichen Ichs vom göttlichen Imperativ.
§. 25.
Von der Definition verſchieden iſt ſowohl die Beſchreibung und Schilderung eines Benſämndde, als auch die Erläuterung, die Erörterung und die Entwickelung eines Begriffes.
3 Die Beſchreibung verhält ſich zur Definition wie das Bild zum Begriffe.(§. 6.) Letztern kann man definiren, aber nicht beſchreiben; beſchreiben hingegen läßt ſich nur der Gegen⸗ ſtand, der in die Anſchauung fällt. Während die Definition durch Angabe der weſentlichen Merk⸗ male den Inhalt eines Begriffes zu beſtimmen hat, bezweckt die Beſchreibung durch Angabe von Geſtalt, Größe, Farbe, Theilen, weſentlichen wie unweſentlichen Merkmalen eine möglichſt klare Anſchauung oder ein Bild des Gegenſtandes zu entwerfen. Dabei kann nun freilich der Gegenſtand ſelbſt als ein einzelner und individueller, z. B. dieſe Eiche, dieſer Thurm, dieſes Pferd, oder als ein allgemeiner und genereller(Eiche, Thurm, Pferd überhaupt) gedacht werden. Im erſten Falle liefert die Beſchreibung ein Einzel⸗, im andern ein Gemeinbild.
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