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man ein Merkmal, etwa c, ausſchlöße: der Begriff einſtämmige Pflanze umfaßt ungleich mehr als Baumz ſie würde zu enge, wenn man ein neues Merkmal(d) z. B. Aeſte und Zweige habend— hinzunähme: alle Bäume ohne ſolche wären damit ausgeſchloſſen; würde man endlich das weſentliche Merkmal e auslaſſen und gleichzeitig das unweſentliche(d) aufnehmen, ſo wäre die Definition einerſeits zu weit, anderſeits zu enge: es gibt einſtämmige Pflanzen mit Aeſten und Zweigen z. B. Spargel und andere Stauden, die doch nicht Bäume ſind, und umgekehrt ein⸗ ſtämmige Pflanzen ohne ſolche, die dennoch Bäume ſind.
Ob eine Definition zu weit iſt, kann man prüfen durch reine Umkehr, ob ſie zu enge iſt, durch die ſog. Kontrapoſition. Geſetzt 8= a+ᷓ b— c, ſo muß ſich einerſeits ſagen laſſen: a+‿ b. c= 8, anderſeits: was nicht a+.. b.+ c iſſ, iſt auch nicht 8. Beides trifft nicht zu bei dieſer Definition: Nomina⸗ tivus iſt der Kaſus des Subjekts, die daher theils zu enge, theils zu weit iſt; denn Kaſus des Subjekts kann auch(in abhängigen Sätzen) der Akkuſativus ſein, und auch etwas, was nicht Kaſus des Subjekts(ſondern des nominalen Prädikates) iſt, kann Nominativus ſein.— Aehnlich iſt es bei folgender Erklärung: Lampe iſt ein Geräth, welches dazu dient, mittelſt Verbrennung fettiger Subſtanzen Licht und Wärme zu erzeugen.— Man prüfe ferner(mit Ruckſicht auf die§. 20 gegebene Erklärung) folgende Deſinitionen von Fabel; Fabel iſt eine unter die Allegorie einer Handlung verſteckte Lehre— iſt die Erzählung einer allegoriſchen Handlung— iſt ein kleines Gedicht, das irgend eine unter einem allegoriſchen Bilde verſteckte Lehre enthält(vgl. Leſſing a. a. O.); oder die Erklärung von Poeſie: ſie iſt die Kunſt uns durch einen freien Effekt unſerer produktiven Einbild⸗ ungskraft in beſtimmte Empfindungen zu verſetzen(vgl. Schiller über Matthiſſon's Gedichte), die auch auf andere Künſte paßt;— oder folgende Erklärungen von Gymnaſium: Gymnaſium iſt die Elementarſchule des allge⸗ meinen oder leitenden Standes— iſt die Schule der alten klaſſiſchen Bildung— die lateiniſch⸗griechiſche Hu⸗ manitätsſchule— iſt diejenige Unterrichtsanſtalt, deren Aufgabe es iſt, der Jugend vornehmlich auf Grund der Beſchäftigung mit der klaſſiſchen Literatur der Griechen und Römer eine höhere Bildung zu geben— iſt diejenige höhere Unterrichtsanſtalt, welche ihren allgemeinen Zweck der religiöſen, ſittlichen und intellektuellen Bildung der Jugend in dem Umfange und in der Weiſe verfolgt, daß ſie ihre Zöglinge zum wiſſenſchaftlichen Berufe und zu⸗ nächſt zu akademiſchen Studien gründlich vorbereitet. 3 3 n S
Ad 2. Das Definitum darf nicht ſelbſt wieder ein Merkmal im Definiens ſein, z. B. wenn man ſagen wollte: Dreieck iſt eine Figur, die drei Ecken hat— Geſetz iſt eine geſetzliche Vor⸗ ſchrift— Neid iſt die Abneigung eines Menſchen gegen einen andern, gegen den er Mißgunſt empfindet..
Im letzten Beiſpiele iſt der Zirkel durch die Wahl eines ſynonymen Ausdrucks verdeckt, in den andern offenbar; in allen dreien jedoch iſt er unmittelbarFz er kann aber auch ein mit⸗ telbarer ſein, wenn das Definitum zwar nicht ſofort bei der erſten Definition im Definiens wiederkehrt, aber doch in der Reihe zuſammenhangender Erklärungen als Merkmal eines Definiens an⸗ gegeben wird, z. B. Punkt iſt die Grenze einer Linie; Linie iſt ein räumliches Gebilde, welches durch die Bewegung eines Punktes entſteht. 1n
Ad 3. Die Verneinung verſchafft uns keine Einſicht in den Inhalt eines Begriffes; bloße Verneinung gibt überdies nur eine völlig unbeſtimmte Vorſtellung.(§. 15.)
z. B. wenn man ſagen wollte: Elektrizität iſt weder Licht noch Wärme noch Magnetismus— Kreis iſt eine ebene Figur, die weder Winkel hat noch unregelmäßig iſt.— Glaube iſt kein ſubjektives Fürwahrhalten, kein willkürliches Meinen und Wähnen, keine leichtgläubige Naivetät, kein Gebilde der Phantaſte, noch bloßer Ausdruck des religiöſen Gefühls.. fun
Negative Merkmale wird eine Definition dann aufnehmen dürfen, wenn jene eben das Weſent⸗ liche des Begriffes ausmachen, dieſer ſelbſt ein negativer iſt. Mathematiſcher Punkt z. B. iſt die an ſich ſelbſt unräumliche Bezeichnung eines Ortes im Raume. Dieſes negative Merkmal gehört zum Weſen des Begriffes, der ſo wenig eine„räumliche Größe“ genannt werden kann wie ein„räumliches Gebilde.“ 9 girlod ma nn(d) mon—


