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Thier und Geiſt(Menſch), Menſch und Gott(Gottmenſch). Das Weſen, worin zwei Gegenſätze koinzi⸗ diren, iſt keines von beiden und iſt beides zugleich; aber inſoweit es das Eine iſt, iſt es das Andere nicht.
Einſtimmige Begriffe nennt man konjunkt(§. 16, 3), inſofern ſie ſich ſämmtlich als Theilvorſtellungen in einer andern Vorſtellung vereinigen laſſen, alſo die verſchiedenen Merk⸗ male eines Begriffes ſein können.—
Entgegengeſetzte Begriffe ſind entweder kontradiktoriſch entgegengeſetzt, wenn der eine die bloße Negation des andern iſt z. B. reich und nicht⸗reich, weiſe und nicht⸗weiſe, Menſch und Nicht⸗Menſch, gewinnen und nicht⸗gewinnen, für und nicht⸗für ꝛc. oder konträr entgegen⸗ geſetzt, wenn ſie zwar(an ſich und im Inhalte eines andern) gegenſeitig einander ausſchließen, aber beide poſitiv ſind z. B. reich und arm, weiſe und unweiſe d. i. närriſch, Menſch und Pferd, gewinnen und verlieren, für und wider.
Im kontradiktoriſchen Gegenſatze(dντιααασαιςσ) können nur je zwei Begriffe ſtehen, im konträren eine ganze Reihe z. B. ſämmtliche koordinirte Arten derſelben Gattung.— Kon⸗ träre Gegenſätze(erauria) haben ſtets eine gemeinſame Sphäre, die ſie umſchließt, z. B. Dreieck, Quadrat, Kreis, Trapez, Kugel zc., kontradiktoriſche hingegen nicht. Von zwei kontradik⸗ toriſchen Begriffen iſt der eine(negative) vielmehr ein völlig unbeſtimmter, von deſſen Inhalte man nur Ein(negatives) Merkmal kennt und deſſen Umfang auch nur nach einer Seite hin begränzt iſt.
§. 4.
Vergleicht man zwei oder mehr Begriffe rückſichtlich ihres Umfanges mit einander, ſo ergibt ſich ein vierfaches Verhältniß. Der Umfang des einen kann
1) den des andern genau decken, ihm materiell ganz gleich ſein— Wechſelbegriffe oder reziproke, korrelative, äquipollente, gleichgeltende, ſynonyme z. B. Sonne und Fiyxſtern, Wiederkäuer und Spalthufer(§. 13);
2) ganz in ihn hineinfallen, einen Theil desſelben ausmachen— ſubordinirte Begriffe z. B. Rhombus und Parallelogramm, Rothbuche und Buche, geſtern und irgendwann;
3) zum Theil in ihn, zum Theil außer ihn fallen, einen Theil mit ihm gemein haben— konjunkte oder verkettete Begriffe z. B. dick und Buch, Römer und Kaiſer, Neger und Sklavez;
4) ganz außer ihn fallen, keinen Theil mit ihm gemein haben— disjunkte oder entge⸗ gengeſetzte Begriffe z. B. ich und du, Trimeter und Hexameter, dort und hier(„Das Dort
iſt ntemals Hier“ Schiller), weiſe und nicht⸗weiſe. .§. 17.
Alle Begriffe, die zu einer beſtimmten Gattung(7*ενοα) gehören, heißen homogen, Begriffe, welche zu geſchiedenen Gattungen gehören, heterogen. So ſind z. B. mit Rückſicht auf den Begriff Fläche(in der Planimetrie) Dreieck, Viereck, Kreis, Parallelogramm, Quadrat ꝛc. ho⸗ mogen, dagegen Kreislinie und Prisma heterogen.
Uebrigens ſind dieſe Bezeichnungen ſo gut relative wie die von Gattung und Art. Abſolut heterogen können empiriſche Begriffe ſo wenig ſein wie abſolut verſchieden.(§. 14.)— Noth⸗ wendig homogen aber müſſen koordinirte Begriffe ſein; denn koordinirt heißen Begriffe, wenn ſie unmittelbar Artbegriffe derſelben Gattung ſind z. B. Gerechtigkeit, Tapferkeit, Weis⸗ heit; wenn dagegen der eine(mittelbar oder unmittelbar) Gattungsbegriff des andern iſt z. B. Parallelogramm(oder auch Rechteck) und Quadrat d. i. gleichſeitiges Rechteck, Tugend und Selbſt⸗ beherrſchung, ſo heißt jener über⸗, dieſer untergeordnet, oder jener der höhere, dieſer der niedere; gehören endlich homogene Begriffe nur mittelbar derſelben Gattung an, ohne einander
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