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u. ſ. w., worauf die Möglichkeit verſchiedener Sprachen beruht; und auch in der nämlichen Sprache können für denſelben Begriff verſchiedene Wörter gebildet werden z. B. Dreieck und Dreiſeit, Sonne und Fixſtern, Wiederkäuer und Spalthufer, Pferd und Roß. Indeſſen hat keine Sprache aus bloßem Luxus für dieſelbe Sache gleichzeitig verſchiedene Benennungen. Daher gibt es auch keine vollkommen gleichgeltende Wörter in irgend einer Sprache, mag auch der Unterſchied oftmals noch ſo unbedeutend ſein oder ſcheinen und nicht von Jedermann erkannt werden. Viel⸗ mehr ſpricht ſich in den Synonymen entweder eine verſchiedene Seite der Auffaſſung desſelben Gegenſtandes aus, oder es werden die feinern und feinſten Artunterſchiede der nächſt verwandten Begriffe durch die ſcheinbar identiſchen Wörter bezeichnet, welche oft nur ein ſehr ausgebildetes Sprachgefühl empfinden und ein ſcharfer Verſtand aufhellen kann..
Man prüfe z. B. die ſynonymen Wörter oder Begriffe klar und deutlich(§. 18)— Erklärung, Erläuterung, Erörterung, Entwickelung(§. 25)— allerhand, allerlei, mannigfaltig— ſanft, milde, gelinde, freundlich, gnädig— angemeſſen, paſſend, ſchicklich, geziemend, gebührend— Geiſt, Witz, Talent, Kopf, Genie— Verſtand und Vernunft— Inſtinkt und Trieb— Begierde, Neigung, Hang, Sucht, Leidenſchaft— faſt, etwa, beinahe, beiläufig ungefähr, nahezu,— denken, ſinnen, erwägen, überlegen, nachdenken, uͤberdenken, be⸗ denken u. ſ. w. 4
§. 14.
Abſolut verſchieden d. h. ſo daß ſie auch nicht ein einziges Merkmal mit einander ge⸗ mein hätten, können höchſtens zwei einfache Begriffe ſein z. B. Gott und Nichts; zwei zuſammengeſetzte oder empiriſche Begriffe(§. 10) haben nothwendig wenigſtens Ein übereinſtimmendes Merkmal, ſind daher mehr oder weniger mit einander verwandt u. d. h. gleichzeitig weniger oder mehr von einander verſchieden.
Ueberwiegt die Zahl der gleichen Merkmale, ſo nennt man zwei Begriffe ähnlich z B. Dreieck und Viereck, im entgegengeſetzten Falle unähnlich z. B. Viereck und Pyramide.— Kognat heißen naheverwandte Begriffe, inſofern ſie mehrere weſentliche Merkmale gemein haben, affin entfernter verwandte, die mehr nur in Unweſentlichem übereinſtimmen, oder deren Anſchau⸗ ungen ſich gleichen z. B. Eis und Glas, Schnee und weiße Flaumfedern.
306§ 15.
Laſſen ſich Begriffe in einer einheitlichen Vorſtellung zuſammendenken, d. h. laſſen ſie ſich entweder von einander z. B. rund und Kreis, ſchnell und Wind, oder von einem andern, und zwar ſeinem ganzen Umfange nach und gleichzeitig ausſagen z. B. jung, fromm, reich, ſchön und gebildet von Perſon, Weisheit, Gelehrſamkeit, Tugend ꝛc. von Plato: ſo ſind ſie einſtimmig oder verträglich, im andern Falle unverträglich oder entgegengeſetzt z. B. Pferd und Eiche, Tugend und Laſter, arm und reich, lebendig und todt, endlich und un⸗ endlich, Gott und Welt.. 82 4129.
Auch entgegengeſetzte Begriffe laſſen ſich von einem andern, aber nur deſſen partiellem Umfange nach gleichzeitig, und dem ganzen Umfange nach nur nacheinander ausſagen z. B. eben und gebirgig von England d. i. je von einem Theile, die verſchiedenen Farben(violett, indigo, blau, grün, gelb, orange und roth) von einem Regenbogen, arm und reich von einem Menſchen entweder in verſchiedener Rückſicht oder in verſchiedener Zeit u. ſ. w.— Hierauf beruht auch die ſcheinbare Contradictio in adiecto, Oxymoron ge⸗ nannt, z. B. der reiche Arme, der geſchäftige Müßiggänger, ein wacher Traum, concordia discors, dσοαια ννσαα übereilt vorſätzlich ſtürzt' ich die Geliebten in die gräßliche Gefahr(Göthe's Iphig.) ꝛc.— Auch die Ge⸗ genſätze des Seins koͤnnen in ähnlicher Weiſe vereinigt oder vermittelt werden, z. B. Pflanze und Thier(Zoophyt),


