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Von jener Art ſind die reinen Begriffe, von dieſer die große Menge der empiriſchen, die ſich der Einfachheit um ſo mehr nähern, je allgemeiner, abſtrakter ſie ſind.
Ob es auch einen einfachen empiriſchen Begriff gebe, erſcheint zweifelhaft. Muß ja doch ſelbſt der abſtrak⸗ teſte und allgemeinſte(Etwas) wenigſtens Ein Merkmal mit den nächſt untergeordneten gemein haben und außer⸗ dem durch ein anderes, wenn auch negatives, ſich davon unterſcheiden: Etwas= unbeſtimmtes Sein oder Erſcheinen..
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In Bezug auf ihren Umfang heißen die Begriffe Gattungs⸗, Art⸗ und Individual⸗ begriffe.— 10⁄6 8 iii Individualbegriff begreift nur einen einzigen Gegenſtand und zwar unmittelbar unter ſich z. B. Gott, Ich, Welt.— Der Artbegriff im eigentlichen oder engſten Sinne des Wortes begreift eine Vielheit von Gegenſtänden(abſtrakten oder konkreten) und zwar unmittelbar unter ſich.— Der Gattungsbegriff endlich hat eine Vielheit von Gegenſtänden mittelbar, nämlich mittelſt ſeiner Arten, unter ſich. So ſind z. B. in der weiter unten(oder oben zu§. 9) angegebenen Begriffsreihe alle Begriffe Gattungsbegriffe bis auf den letzten, der ein Artbegriff im engſten Sinne des Wortes iſt.—
Im Uebrigen ſind Gattung und Art relative Benennungen, indem ein und der nämliche Begriff ſowohl Gattung heißen kann mit Rückſicht auf andere ihm untergeordnete Begriffe, als auch Art mit Rückſicht auf einen höhern, ihm übergeordneten, in deſſen Umfang er ſelbſt fällt. Bloß Gattungsbegriff iſt nur der eine höchſte empiriſche Begriff, der keine andern mehr über ſich hat, gleichſam die oberſte Sproſſe der empiriſchen Begriffsleiter d. i. Etwas. Wo es nothwendig erſcheint, bedient man ſich daher anderer Bezeichnungen, als: Reich, Kreis,(Gruppe), Klaſſe, Ordnung, Familie, Zunft,(Geſchlecht), Gattung, Art, Unterart, Spielart u. ſ. w. er2
Man vergleiche z. B. noch die Reihe: Etwas, Weſen, geſchaffenes Weſen, Naturprodukt, organiſches Na⸗ turprodukt, Thier, rothblütiges Thier oder Wirbelthier, Säugethier, vierfüßiges Säugethier, Hufthier, Einhufer, Pferd, Rappe, Rapphengſt, arabiſcher Rapphengſt.
Die Frage, ob es auch empiriſche Individualbegriffe gebe, muß verneint werden. Was man dafür hält, iſt Anſchauung oder Bild, nicht Begriff. Denn wenn man auch ſagen könnte, daß man das einzelne Ding, z. B. unſere Sonne, unſern Mond, dieſen beſtimmten Menſchen, in den verſchiedenen Momenten ſeines Erſcheinens mit ihm ſelber vergleiche, die zufälligen, nicht immer ihm anhaftenden Merkmale von den weſentlichen, bleibenden trenne und die letztern zu einer einheitlichen Vorſtellung vereinige(§. 4.), ſo iſt dieſe ſelbſt doch nur eine durch Verſchmelzung der verſchiedenen Bilder(§. 6) entſtandene Vorſtellung und nur ein Analogon des Gemeinbegriffes, ein Produkt vielmehr der Anſchauung und Phantaſie als des Verſtandes.
III. Verhältuiſſe der Begriffe zu einander. .§. 12.— 12 Vergleicht man zwei oder mehr Begriffe rückſichtlich ihres Inhaltes mit einander, ſo kann ein dreifaches Verhältniß gedacht werden: ihr Inhalt kann entweder völlig gleich oder völlig ungleich oder theilweiſe gleich und theilweiſe ungleich ſein. Im erſten Falle wären die Be⸗ griffe identiſch, im zweiten ſind ſie abſolut verſchieden, im dritten ſowohl verſchieden als auch verwandt. 13 ..§...
Zwei vollkommen identiſche Begriffe aber kann es nicht geben; es wäre nur die zwei⸗ malige Vorſtellung eines und desſelben Begriffes. Dagegen kann es für einen Begriff mehr als ein ſprachliches Zeichen geben z. B. Pferd= akvas=innogequus= cavallo= cheval=horse


