691 7621 761 761 7631 7641
b) 7857 7897
87
— 20—
II. Herrenminne(Vaterlandsminne). mir ist verspart der saelden tor Abschied von Wien. ich sâz uf eime steine ich sach hie vor eteswenne den tac ich hôrte die wazzer diezen diu krône ist elter danne der künec Ph. si
an Philipp von Schwaben. Friderich üz Osterrich also gewarp
3 ez gienc eines tages
ir sult sprechen willekomen Höhepunkt!
(cf. Hoffmann von Fallersleben„Deutschland über alles“ und Kinkel„Deutschland über alles“.
her keiser sit ir willekomen
her keiser, swenne ir Tiuschen fride
her keiser, ich bin fronebote
sit willekomen, her wirt
ich bin des milten lantgràven ingesinde
ob ieman spreche der nú lebe
herzoge uz Osterriche
ich han hern Otten triuwe
ich wolt hern Otten milte
von Rôme voget
ich haàn min léhen
man hôhgemàc an friunden kranc
wer sleht den lewen(cf.„Tapfer ist der Löwensieger, Tapfer ist der Weltbezwinger, Tapfrer, wer sich selbst bezwang“.)
an Otto von Braunschweig.
an die Fürsten.
an Friedrich II.
nieman kan mit gerten
69121 die veter habent ir kint erzogen 69136 wer zieret nú der ôren sal
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ouwê war sint verswunden.
An Gruppe a) lässt sich das Wichtigste aus Walthers Leben anschliessen, vor allem
aber zeigt sie
seine Stellung zu Fürst und Vaterland und lässt ihn dadurch der Jugend als
leuchtendes Muster erscheinen, damit auch sie werde:„Allezeit— Treu bereit— Für des Reiches Herrlichkeit“.
Gruppe b) zeigt seine Treue gegen Vaterlandssitte im einzelnen. Wie dem Ganzen, so muss man auch dem einzelnen treu sein, daher das Lob der Freundschaft. Treu hält er
an der alten
Zucht und beklagt tief deren Verfall. Trost dafür glaubt er nur finden zu
können im Hinblick auf Gott. Damit ist der UÜbergang gegeben zu
III. Gottesminne.
692,u1 mit saelde müeze ich hiute üf stén
7671 7981 6991 82 83 94
vil hohgelobter got, wie selten ich dich prise mechtiger got du bist sô lanc
80 wô dir, Werlt, wie übel dü stést
vil sueze waere minne
allerêérst lebe ich mir werde
got diner trinitate(mit Kürzungen).
Hier lernen wir Walther als tiefgläubigen Christen kennen, der auf dem Boden des Kirchenglaubens steht. 3
Aus dieser Auswahl, die man vielleicht auch etwas kürzen könnte, ergiebt sich im Zusammenhange mit dem Nibelungenliede ein farbenprächtiges Kulturbild des Mittelalters.


