Alexandrum non ex eo se, sed ex serpente ingentis magnitudinis concepisse. Denique Philippus ultimo prope vitae suae tempore, filium suum non esse, palam praedicaverat. Qua ex causa Olym- piadem, velut stupri compertam, repudio dimiserat. Igitur Alexander cupiens originem divinitatis aequirere, simul et matrem infamia liberare, per praemissos subornat antistites, quid sibi responderi velit.(Folgt nun die Darlegung des Vorgangs im Ammonium). Hinc illi aucta insolentia, mirus- que animo increvit tumor, exempta comitate, quam et Graecorum literis, et Macedonum institutis didicerat.
Auch der Verfasser des Itinerarium Alexandri, der freilich erst unter Kaiser Constan- tin lebte, aber ein wahrheitliebender Mann war, erlaubt sich über die fragliche Angelegenheit ein Urtheil, welehes er¹) bei der Schilderung der Schlacht bei Jssus in folgende Worte fasst: Quamvis Alexander Hammonis numine ut paterna sui procuratione, in spem uteretur militis creduli: quoniam res securis dei altero tanto justius antistat et eruditio fit audaciae confldentia praejudicii, accedente ad eommodum sui, quod hosti illic de loci lege ad emolumentum peribat, cujus D millia bellatorum in parte vigesima numerabantur: verum conditio situs vires aequaverat, in faucibus loci aequis frontibus concurrentibus. In seinem knappen Bericht über Alexanders Marsch zum Orakel des Ammon finden sich nur folgende hierher bezügliche Worte ²): Ipse Ilammonis sacrum longe in desertis situm, ut illa sibi opinio patris staret, itinere incerto et inlimitatis locis magno dierum plurium labore contendit Jenes„illa“ bezieht sich auf die früher ³) gegebene Notiz über Alexanders Herkunft: Alexander, natus Olympiade, generis Aeacidarum, patre ambiguus fuit, Jove Hammons tali de sobole et Heraclide Philippo competente.
Das hellste Licht auf die anzeführten Worte Arrians wirft aber Plutarch, der eben desshalb seine geeignetste Stelle zuletzt findet Obgleich einer der umständlichsten Beschreiber jenes merkwürdigen Wüstenzuges Alexanders, schweigt er dennoch über den Beweggrund, welchen derselbe s inen Leuten gegenüber im Munde führte, ganz und gar. Aber nachdem er den Leser mit verschiedenen Aeusserungen, welche der erklärte Sohn des Jupiter Ammon seinen Freunden gegenüber mit Bezug auf seine neue Würde that, bekannt gemacht hat, fügt er ¹) die merkwürdi-
gen Worte hinzu: 6 † 05„ AXS2A»po« zal dn, SIpu».C Sari 45C 0008„ O»G, 050⁸ 2RS»O, AAAA roe nooer aradoHOS,OC re e ie denoe. Die Leseart„ 21rnroCw steht nach Reiske fest, da dsεμνοσασα nur in der Junt. und Vulcob. sich findet und im Vorausgehenden nur von der detérhe die Rede ist
Ueberschauen wir nun noch einmal die Ansichten der Quellenschriftsteller über die Tendenz, welche Alexander bei der Befragung des Ammon im Auge hatte, so erfahren wir, dass die beiden wichtigsten Gewährsmänner, der eine bedingungsweise, der andere gradezu, das Streben desselben sich dort zum Sohne des Jupiter Ammon erklären zu lassen, für eine Regierungsmassregel erkennen, ja dass der letztere naiv genug ist, zum Lobe seines HIelden zu behaupten, derselbe sei von seiner göttlichen Hoheit persönlich weder berührt noch geblendet worden, habe sich dieser sonach mit kaltem Blute und allem Raffnement bedient, um einen moralischen Einfluss auf seine Unterthanen zu üben, habe, um mit Jäger ³) zu reden„politische Charlatanerie getrieben.“ Diese
¹) Itinerarium Alex. XXXIII in Scriptorum Graecorum bibliotheca ed. Didot. Paris. Vol. XXVI. ²) Itinerar. Alex. L.
3) o. c. O. XII.
4) Plut. Alex. 28 g. E.
⁵) Siehe Bemerkungen zur Gieschichas Alexanders des Grossen von Dr. Jäger im Herbstproframm des Gymnasiums zu Wetzlar 1861. S. 6. Anm. 6.


