Kraft und thatenkühnen Muth mit ſcharfem Verſtande und vortrefflicher Weis⸗ heit vereinigend, eine furchtbare Rriegsgöttin, in der Linken mit jenem von Homer ſo lebendig beſchriebnen Sturmſchild, in der Rechten mit dem wuchtigen Speer, auf dem Haupte mit dem ſchrecklichen Helm gerüſtet,— zugleich aber eine friedliche Städtebeſchützerin und ſegenreiche Mutter aller nützlichen Künſte— eine treue Helferin des mit ſtaunens⸗ werther Heldenkraft nach der Palme ringenden Alciden und eine mächtige Freundin des ihr geiſtes⸗ verwandten Odyſſeus, ohne Widerrede„die intereſſanteſte Erſcheinung des ganzen Olympos“ ²¹⁵).
AD-„ain Arskein« 216), der Athene, der Beutebringerin oder Beuteverleiherin,„der Beuteſpenderin Athene“(Ni.),„der Ordunerin(12) Pallas Athene“,„der Siegerin(12) Pallas Athene“ (Mo.),„der Beuterin Pallas Athene“(V. u. Wie.),„der beutausſpendenden Göttin“(Wie., Od. 16, 207), Jl. 6, 269. 279. 15, 213. Od. 16, 207.
ADrvai-nν rskeinv, Athene, die Beutebringerin oder Beuteverleiherin,„die Beuteſpen⸗ derin Athene“(Mi.),„die Ordnerin(12) Pallas Athene“(NMo.),„die Beuterin Pallas Athene“(V. u. Wie.), Jl. 5, 765.
4s dorärn arsAein, des Zeus Tochter, die Beutebringerin oder Beuteverleiherin, Jl. 4, 128. Od. 13, 359. Sieh unten bei Albc dorarn.
AXaXXoOusv-« 217) Abi*n, die Alalkomeneiſche(d. i. die Göttin Alalkomenä's, Athene, „die Alalkomenäiſche Pallas“(B.),„die Alalkomenähüterin Athene“(Mi.),„die Helferin Pallas Athene“ (NMo.),„Athänä, die hülfreiche Göttin“,„Pallas, die ſchützende Göttin“(St.),„Athen', Alalkomene's Göttin“(V.),„Alalkomene's Göttin, Athene“(Wie.), Jl. 4, 8. 5, 908.
A4¹*s E205, drporen, des Zeus Tochter, Unſchwächbare(„Unverwüſtbare“), JI. 10, 284. Sieh unten„Athene wird angeredet“.
a TI67010 Al55 tzνς, arpori, des ägishaltenden Zeus Tochter, Unſchwächbare(Un⸗ verwüſtbare), Jl. 2, 157. 5, 115. 714. 21, 420. Od. 4, 762. 6, 324. Sieh unten„Athene wird angeredet.“
TXaενεπτ²) Adiwn, die glauäugige(d. i. hell⸗, feuer⸗, flammen⸗ oder funkel⸗ äugige) Athene,„die ſtrahlenblickende oder lichtäugige Athene“(Ameis Od. 1, 44),„Zeus blauäugige
2¹5) Naegelsbach, Homer. Theol. S. 100. 2¹6) Das der Athene eigenthümliche Beiwort arsxein ſtammt von ärsw, und Isia, nicht, wie Manche geglaubt haben, von älsty und«, und bezeichnet die Göttin als die Beute⸗ macherin oder richtiger als die Beutebringerin, Beutegeberin oder= verleiherin. Sieh Ameis Od. 13, 359, Weleker, Götterl. S. 317, und Doederlein, Homer. Gloſſ. 50. Letzterer behauptet bezüglich der anderen Erklärung durch Xaον τοωοοα, 1 εvε⁷, daß ſie ſelbſt ſprachlich kaum haltbar ſei. 2“u) Die treffendſte Deutung von AXaAXxO,svnic gibt Welcker, Götterl. I. Bd. S. 316, wo ſich derſelbe folgendermaßen äußert;„Ganz beſonders iſt in Athene die Stadt und Volk erhaltende Wehrkraft geehrt. Einen edlen Namen führte ſie einſt am Kopaiſchen See, wovon ihre Stadt und ſie in der Ilias von dieſer die Alalkomeneiſche heißt, von Abwehr und Schutz.“ Vgl. auch Weleker's Götterl. S. 383. 2¹s) Keins von den Veiwörtern, mit denen Homer die Perſon der Athene ausgeſtattet hat, findet ſich in den Geſängen des Mäoniden ſo häufig gebraucht, als Xauzee. Um ſo dringender erſcheint es geboten, daß ſich der Leſer der Homeriſchen Gedichte über die wahre Bedeutung des fraglichen Beiwortes zweifelloſe Gewißheit ver⸗ ſchaffe. Dieſe zu erlangen, hält aber nicht ſchwer; denn es liegt uns in den Quaezt. lexicolog. von Lucas eine geiſt⸗ und inhaltsreiche Unterſuchung über 7X.016) es vor, durch welche die Frage nach der Bedeutung des in Rede ſtehenden Beiwor⸗ tes der Athene eine gründliche Löſung gefunden hat. Zur definitiven Erledigung dieſer Frage haben außerdem Naegelsbach (Homer'’s Ilias I, 206), Doederlein(Homer. Gloſſ. 78) und Welcker(Götterl. I. Bd. S. 303) beigetragen. Aus den betreffenden Erörterungen gehtmit vollſter Evidenz hervor, daß ſich 14.40 zGE ic auf die feurigen, funkelnden Augen der Göttin Athene bezieht, aber unmöglich auf blane Augen derſelben gedeutet werden kann. Nach Welcker, der in der Athene eine Aethergöttin, eine Lichtgottheit oder ein Urlichtweſen erkennt, ſpielt das charakteriſtiſche Epitheton TIXbxGmis auf den feurigen Aether an, nach Doederlein, Duentzer und A. ſpricht ſich in den Feueraugen der Athene der flammende Kampfesmuth der Kriegsgöttin aus. Was die Uebertragung von Narc g in's Deutſche betrifft, ſo dürfte, nach meinem Erachten, das fragliche Epitheton am treffendſten durch glauäugig wiedergegeben werden.


