Aufsatz 
Zusammenstellung und Verdeutschung der von Homer den Göttern ertheilten Beiwörter / von Ludwig Krämer
Entstehung
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IIpy anrosné« oder ànrosrss ²09), ſchmähſüchtige oder wortkühne Here,o kühn⸗ geſchwätzige Hera(Mi.),Hera, du Verwegene(Mo.),dreiſte Härä(St.),o Here, Verwegene(V.), Hera, verwegener Mund(Wie.), Jl. 8, 209, von Poſeidon;

800018 210) röryia Hprn, farrenäugige, ehrfurchtwürdige Here,o farrenäugige herr⸗ liche Hera(Mi.),großäugige Herrſcherin Hera,ſtolzblickende Herrſcherin Hera(Mo.),o Göttin mit rollenden Augen,erhabne, großgeäugete Härä,hohe Härä mit großen Augen,(St.),du hoheitblickende Here(V.),großäugige Herrſcherin Hera,großäugige, würdige Hera(Wie.), Jl. 8, 471. 15, 49. 18, 357, von Zeus;

datο ²1¹), Thörin(Thörichte),Bübin(B.),Heilloſe(Mi.),Trefflichſte(NMo.),arge Frau(Naegelsbach),Thörin(St.),du Wunderbare(V.),Unſelige(Wie.), Jl. 1, 561, von Zeus;

da*οvin, Beſeßne,Weib(B.),Heilloſe(Mi.),Raſende(Mo. u. Wie.),Unerbittliche (St.),Grauſame(V.), Jl. 4, 31, von Zeus;

Hon sa ded, dörarsp us⁴.*⁴οο¶ðłM4³,600 21²), Here, majeſtätiſche Göttin, Tochter des großen Kronos,o Hera, ehrenreiche Göttin, des gewaltigen Kronos Tochter(Mi.),Hera, würdige Göttin, erzeugt vom mächtigen Kronos(Mo.),Härä, erhabne Göttin und Tochter des großen Kronos,Härä, erſte Göttin, du Tochter des großen Kronos(St.),Here, gefeierte Göttin, erzeugt vom gewaltigen Kronos(V.),Hera, würdigſte Göttin, erzeugt vom gewaltigen Kronos(Wie.), Jl. 14, 194. 243, von Aphrodite und von Hypnos.

rérAadt, uhrsp Zuh, trag's, meine Mutter,duld', o Mutter(B.),faſſe dich, liebe Mutter(Mi.),Mutter, bezwinge dich nur in Geduld(lo.),dulde, geliebte Mutter(St.),duld', o theure Mutter(V.),Mutter, ertrag's mit Geduld, Jl. 1, 585, vom gutherzigen Hephäſtos

Adiwn oder Adraln(nach den alten Schol. Adrh, d. i. die Ungeſäugte[ef. Eust. zu M. A. S. 83], nach Andern gar von dem ägyptiſchen Nanen Neitha oder Netha, w- delcher⸗ Hkte geleſen, Athen lautet, nach Lob.[Rh. 300] und Benfey[Wurzellex. 1, 77 f.]= Avd*, d. i. die Blühende, welchen Namen ein Flecken im Peloponnes führte, nach Doederl, Homer. Bloſſ 2351, urſprünglich allar Adrvatn, die atheniſche Lanzenſchwingerin, nach Weleker[Götterl. S. 3 00] von der Wurzelſylbe ald in aldew, brennen, an welche die uralte Endung hon getreten ſei, alſo eigentlich Aioiyn, dann in Folge einer Verkürzung der Wurzelſylbe Ad jp), Athene, Minerva Sieſer Name verwandt mit usvos, mens, Sanskr. manas), des Zeus Tochter(A41⸗ d0ärnp, Albs vob, As Sxεαα, oᷓärgn, ſieh unten), die Xethergöttin, eineMan nin, virago, wie ohne Mutter geboren, ſo nicht zur Vermählung beſtimmt 2²¹3), des Vaters glanzvolles Ab⸗ bild, v a ſagen ſein andres Ich 3¹4), ſein Schoßkind, nach Zeus und mit Apollo, dem anderen Liebling des Göttervaters, die angeſehenſte Gottheit der Griechen, Fülle von

²06) Die Lesart ſchwankt zwiſchen ànrosné- und Anrosnéc. Letztere, d. i. die Aristarchische, haben die meiſten Herausgeber der Ilias(Bekker, Faesi, Spitzner u. A.) aufgenommen. Gegen Aristarch's Lesart macht Doederl. (Homer. Gloſſarium 505) das ſprachliche Bedenken geltend, daß Arros ein beiſpielloſes Compoſitum ſei. Das Beiwort anrosnhs erklärt er durch ſchmähſüchtig, zahanrogérn Ersaw, oder geuauer: 1erαᷣ ι zaddrtsrat, das andere durch irreverens et impudens in loquendo. Mich will es bedünken, als ob die Lesart arrosni⸗ dem ganzen Colorit der angezogenen Stelle nicht entſpräche. 2¹⁰) Bgl. Note 198).) Ueber die Bedeutung von da*μ νοςσ handeln Naegelsbach, Homer. Theol. S. 69 f., Ameis Od. 14, 443, und ausführlich Doederl., Homer. Gloſſarium 2471. Letzterer hebt nachdrücklich hervor, daß ſich die Anrede datgéyts in den Stellen, wo ſie mit Tadel gebraucht werde, auf den Vor⸗ wurf der Thorheit beſchränke, und daß daruvts oder dathovin nirgend weder durch arg noch burch arm zu über⸗ ſetzen ſei. ²¹²) Cf. Note 201). 2²¹³) Welcker, Götterl. I. Bd. S. 314, u. Naegelsbach, Homer. Theol. S. 102. 21) Prel- ler, griech. Mythologie I. Bd. S. 127.

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