Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des französischen Unterrichts in Deutschland / von Karl Dorfeld
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

mestici), um sich sowohl in der Latinität als Frantzösischen desto fester zu setzen, leichte und nützliche Autores in die Hände gab und solche in das Latein, aus dem Latein aber wiederum in das Frantzösische übersetzte, ut una fidelia duos dealbare possent parietes. Der Unterricht verschwand später wieder, denn in einem Programm von 1790 wurde linguarum recentiorum et imprimis vernaculae scientia gefordert. Noch 1835 gab es hier keine Belehrung in neueren Sprachen. Im Sommer 1731 fand das Französische auch am Wormser Gymnasium Eingang. Lateinschüler, die Lust dazu hatten, wurden unentgeltlich von dem Sprachmeister Jean Christophe Honblon unterrichtet, dem der Magistrat gegenöffentliche Tractirung der französischen Sprache in der Lateinschule morgens von 1011 und nachmittags von 34 50 fl. aus dem Aerario jährlich versprach.* 1733 wurde von dem Herzog Ernst August in Weimar ein Lehrer des Französischen ernannt. 3 In dem Greizer Lehrplan von 1735 sagt W. Hertel:Solten sich welche finden, die in der Frantzösischen Sprache etwas zu thun gedächten, so hat man auch diesen an die Hand zu gehen, sich allbereit anheischig gemacht, und zwar nach der von dem Plats vorgeschlagenen Lehr-Art, davon er dem so genannten Cellarius François etwas ange- hänget hat.4 In der Braunschweig-Lüneburgischen Schulordnung(1737) lesen wir in§ 108 und 128: Einige haben Frantzösisch gelernet, und können durch Teutsche oder Lateinische Obersetzungen geübet werden. 5 1739 heiſst es in dem Lectionsplan von Eisenberg: Quod et nonnulli gallicae linguae studiosi sunt, singulis diebus Mercurii et Saturni se ad eorum ingenium accomodabit(rector).6 An dem Gymnasium zu Altona wurde 1740 noch kein Französisch er- teilt, dagegen an dem Pädagogium wurde dasselbe 1741 unter die öffentlichen Vorlesungen aufgenommen, die ein Adjunct des Gymnasiums, Henrici, abhielt. Es sollen, wie es heiſst, Zeitungen genommen und ins Französische übersetzt, auch sonst Gelegenheit gesucht werden, allerlei Erzählungen anzustellen. 1773 hören wir von französischem Unterricht am Gymnasium, der schon in U III beginnt. In Plauen wurde bereits vor 1743 Französisch gelehrt; denn in einem Lectionsplan aus diesem Jahr finden wir: Graeca et Gallica ex Nov. Testament. mit den Primanern, mit den Primanern und Secundanern ex dictis Koeberi Ebraica, Graeca et Gallica. 1743 erscheint Französisch auf dem Stundenplan unter den Privatlectionen der zweiten Klasse des Stephaneums zu Halberstadt, 1757 auch unter denen der dritten(Thomas a Kempis gallice. Sententiae et Proverbia gallic. latin. germ.). Hier erhielt sich der Unterricht in der Folgezeit ohne Unterbrechung. Struensee, der 1759 Rector wurde, richtete bereits vier französische Klassen ein und setzte in den drei oberen wöchentlich 4 Stunden fest, in der vierten 2 Stunden. Diesen Unterricht gab er teilweise selbst, teilweise die Kollaboratoren. 1793 wurden in der ersten Klasse behandelt: Guiberts Lobrede und Villaume, Histoire de l'homme, in der zweiten: Choffin, Vies des Princes illustres, in der dritten: Cornelius; dazu kamen Ausarbeitungen.

¹ Schubart, zur Geschichte des Gymnasiums in Budissin 2. Teil Gymn.-Progr. 1864 pag. 9, 23.

² Becker pag. 239.

³ O. Francke, Regesten zur Geschichte des Gymnasiums in Weimar. Progr. 1887 pag. 19. Die Arbeit ent- hält die Namen der franz. Lehrer bis 1837.

4 Zippel, zur Geschichte des Greizer Lyceums. Gymn.-Progr. 1879 pag. 10. Vgl. auch Stengel pag. 79.

5 R. Vormbaum, evangelische Schulordnungen Bd. 3 pag. 395..

Procksch, Geschichte des Lyceums 2. Teil Gymn.-Progr. Eisenberg 1878 pag. 4..

1 G. Hefs, ÜUbersicht über die Geschichte des Christianeums zu Altona. Festschrift 1889 pag. 5 f.

s M. Fiedler, Geschichte der Lateinschule und des Gymnasiums zu Plauen. Gymn.-Progr. 1855 pag. 16 Anmerk. 4.