futatus: abl. caus.; multo infêérior: abl. mens.; iurgii causam: gen. obi.; turbidam mihi fecisti: dat. incomm.; maledixisti mihi: dat. bei verb. intrans.; ante hos sex menses: Uebersetzungsmöglichkeiten auf die Frage wie lange vor oder nach- her; part. coniunct.: siti compulsi, quaerens, mihi bibenti, timens, refu- tatus, dicens, correptum eum.¹ Schlielslich folgt die Musterübersetzung des Lehrers mit Benutzung aller von der Klasse gemeinsam erarbeiteten besseren deutschen Ueber- setzungsmöglichkeiten. Als häusliche Arbeit verbleibt demnach dem Schüler nur die Repe- tition, die anderen Tages fehlerfrei zu leisten ist. Darauf wird das Buch geschlossen, und die Fabel retrovertiert, worauf der Lehrer eine von ihm selbst, zur Einübung einer bestimmten grammatischen Thatsache, z. B. der verba intrans., angefertigte Variation wird mündlich übersetzen lassen. Am Schlusse wird die Fabel lateinisch gelesen. ² Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die richtige Aussprache der Quantitäten zu legen. Ist schon selbstver- ständlich von VI. an auf die richtige Aussprache eines jeden Vokals mit eiserner Konsequenz gehalten worden, so hat sich jetzt der Lehrer besonders davon zu überzeugen, ob alle später in der metrischen Fassung wiederkehrenden Wörter dem Schüler der Quantität nach geläufig sind, während noch Unbekanntes neu hinzugefügt wird. Am regelmälsigen Tage erfolgt als- dann die Anfertigung einer kleinen schriftlichen Arbeit, Extemporale oder Klassen- arbeit, deren Text der Lehrer mit Benutzung der im Gedichte vorliegenden und unter Wieder- holung früher erlernter Vokabeln entweder als Variation des Fabelinhalts, oder besser, im An- schlusse an einen anderen Unterrichtsstoff frei gestaltet. 3 Hier würde sich z. B. zwanglos das Benehmen der Römer gegenüber den Karthagern in der Zeit zwischen dem I. und II. pun. Kriege mit der Handlungsweise des Wolfes dem Lamme gegenüber vergleichen lassen.“ Natürlich wird man auch, sei es vor oder nach der Repetition, die Fabel nochmals von einem Schüler deutsch erzählen lassen, wobei man denselben nötigt, eine so viel als möglich vom Texte des Buches abweichende, eigene Darstellung zu geben. Ferner wird man den Schülern geeignete Fragen nach der Tendenz der Fabel vorlegen und sie einschlagende Beispiele aus der Geschichte? ganzer Völker und einzelner Menschen anführen lassen. Man wird auf die Ei genart mancher Tiere zu sprechen kommen, in deren Thun und Treiben sich hier vielfach ein Einblick eröffnet. 6 Sollte es nicht zu schwierig sein, so kann man wohl
¹ Es ist natürlich nicht damit gesagt, daſs bei einer jeden Fabel alle diese Dinge so ausführlich zu behandeln seien. Die freie Auswahl muſs dem Takte des Lehrers überlassen bleiben, der dieselbe nach den jeweilig für den Gesamtunterricht maſsgebenden Erwägungen treffen wird.
²2 Diese Durchnahme erfolgt nach den von H. Schiller, Handb. d. prakt. Paed.* p. 406 für die Schriftsteller- behandlung aufgestellten Grundsätzen.
3 Vergl. H. Schiller, Handb. der prakt. Paed. ²2 p. 423 u. Die einh. Gest. u. S. w. p. 23.
4 Eine diesen Stoff behandelnde Arbeit, die in der Klasse angefertigt worden ist, möge hier ihren Platz finden: Als nach Beendigung des ersten punischen Krieges die Karthager von ihren Söldnern hart bedrüngt wurden, schämten sich die Römer folgender That nicht. Voll Gier nach dem Besitze der Inseln Corsica und Sar- dinien forderten sie, obgleich ein Grund zum Streite nicht vorlag, daſs ihnen die Punier diese auslieferten. Diese wurden durch die Kühnheit der Römer, die ihnen an Kräften weit überlegen waren, eingeschüchtert und gehorchten. Daraus ersieht man leicht, daſs an Kraft hinter andern zurückstehende Völker von diesen vergewaltigt zu werden pflegen.
5 Vergl. Herder, Sümtl. Werke, Stuttg. u. Tüb. 1830, Zur schönen Litt. u. Kunst XVII. p. 69.
Vergl. Jac. Grimm, Reinhart Fuchs p. I.


