18 Lektüre von Caes., b. g. IV, 20— 36 und V, 8—22 zu); ungefähr 402 zieht Stilicho die römiſchen Beſatzungen zurück zum Schutze Italiens gegen Alarich(bzw. Radagais); die Pikten und Skoten dringen von Norden herein (der Wall des Hadrian) und bedrängen die Briten; ungefähr 449 ſetzen die Angeln und Sachſen über: die angelſächſiſchen Königreiche, die Sprache, die Britannier in Wales und in der Bretagne(Armorica); das Chriſtentum frühzeitig in Irland(der heilige Gallus u. a.) und England(Winfrid); Ottos d. Gr. erſte Gemahlin Editha, eine engliſche Prinzeſſin; König Kanut von Dänemark(unter Konrad II.) zugleich König von England: wie wird es alſo bisher den 7 Königreichen gegangen ſein?; den Herzog Robert von der Normandie(Enkel Roberts des Teufels) lernt der Schüler im erſten Kreuzzuge kennen: Gelegen⸗ heit, über deſſen Vater, Wilhelm den Eroberer, zu reden, Schlacht bei Haſtings 1066; Bedeutung der Eroberung Englands durch die Normannen: Sprache, Adel, Gegenſätze(der Schüler kennt„Ivanhoe“ von W. Scott in einer Bearbeitung: der Haß des Sachſen Kedrik gegen die regierenden Normannen); Richard Löwenherz aus dem Hauſe Anjou⸗Platagenet, ſein Bruder Johann ohne Land, die Schlacht bei Bouvines gibt dem Schüler zugleich einen Einblick in die langwierigen, blutigen Kriege zwiſchen England und Frankreich.— Wir haben hier keine vollſtändige Reihe, z. B. fehlt Alfred d. Gr., aber wenn es darauf ankam, nur die durch Beziehungen zur deutſchen Geſchichte gegebenen Thatſachen der engliſchen Geſchichte zu ſammeln und in logiſchem Zuſammenhange aufzuweiſen, ſo wird man zugeben, daß hiermit ein für die Unter⸗Tertia genügendes Bild der geſchichtlichen Entwickelung Englands hergeſtellt iſt. Ectlliche konzentrierende Hilfsmittel für den Geſchichtsunterricht ſollen noch beſprochen werden.
Die Verwendung von Gedichten erfolgt nach den von Schiller, H. d. pr. P. S. 309 und S. 529, gegebenen Andeutungen. Zunächſt kommen die Gedichte in Betracht, welche nach dem Kanon zugleich memoriert, alſo eingehend behandelt werden: z. B.„Der Graf von Habsburg“(Rudolf, Kaiſer⸗ krönung, Kurfürſten),„Graf Eberhard der Rauſchebart“(Ritter⸗ und Städtebünde, Bauern, Schlachten bei Reutlingen und Döffingen, Geſtaltung eines kulturgeſchichtlichen Bildes: mittelalterliche Stadt nach „Die drei Könige zu Heimſen“),„Der Sänger“(Geſtaltung eines kulturgeſchichtlichen Bildes: Ritter⸗ burg) ¹). Dazu kommen wiederholungsweiſe manche iun den unteren Klaſſen gelernten Gedichte(„Das Grab im Buſento“, Uhlands Rolandslieder,„Schwäbiſche Kunde“ u. a.). Bei der Zuziehung weiterer Gedichte iſt zunächſt eine verſtändige Auswahl ²) zu treffen; viele werden ſich infolge ihres Gedanken⸗ inhalts nur für eine höhere Stufe eignen, z. B. Geibels„Tod des Tiberius“. Die nach Inhalt und
¹¹) Haben wir ſo das Bauernhaus des weſtfäliſchen Schulzen(deutſches Leſeſtück:„Ein weſtfäliſcher Oberhof“) und das Bürgerhaus eines Nürnberger Kaufmanns, den Edelhof des Segeſtes, aus welchem ſich Arminius die Gattin raubte, die Ritterburg Bertran de Borns oder des Königs in Goethes„Der Sänger“ und den Fürſtenſitz etwa Heinrichs IV. in Goslar kennen gelernt, ſo ordnen ſich dieſe Elemente in gelegentlicher Zuſammenfaſſung nach den von Frick, L. P. XI, 18 ff., aufgeſtellten Prinzipien zu einer typiſchen Reihe von Kulturſtätten zuſammen.
*) Gedichte, welche ſich zur Benutzung im Geſchichtsunterrichte der U III eignen: Druſus Tod von Simrock; Das Grab im Buſento von v. Platen; Chlodwigs Gelübde von Simrock; Pipin der Kurze von Baur; Klein Roland, Roland der Schildträger von Uhland; der ſterbende Roland von Stöber; Das weiße Sachſenroß von v. Osr; Wittekind von v. Platen; Wie Kaiſer Karl Schulviſitation hielt von Gerock; Rheinſage von Geibel; König Karls Meerfahrt von Uhland; Heinrich der Vogler von Vogl; Otto I. und Heinrich von v. Mühler; Kaiſer Otto III. von v. Platen; Die Kaiſerwahl von Uhland; Die Glocken zu Speier von v. Oer; Der Mönch vor Heinrichs IV. Leiche von Müller; Die Weiber von Weinsberg von Chamiſſo; Schwäbiſche Kunde von Uhland; Friedrich der Rotbart von Geibel; Barbaroſſa von Rückert; Blondels Lied von Seidl; Rudolf von Habsburg von Schiller;„Dem Adelaar von Rome“ von Konrad von Würzburg in dem Leſeſtücke:„Die Schlacht an der March“ von Lichnowski; Kaiſer Rudolfs Ritt zu Grabe von Kerner; Seyfried Schweppermann von Pocci; König Johann von Böhmen bei Crecy von Schwab; Graf Eberhard der Rauſchebart von Uhland; Huß auf dem Scheiterhaufen von Lindner; Kaiſer Maximilian I. und Maria von Burgund von Förſter; Deutſcher Brauch von Grün; Die Martinswand von Grün; Kolumbus von Staufer; Kolumbus' Sterbewunſch von Wehl; Luther und Cajetan von Hagenbach; Luther und Frundsberg von Hagenbach; Der Pilgrim vor St. Juſt von v. Platen.


