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Steigerung meiſterhafte Lied, welches Ovid dem Rhodopeiſchen Sänger in den Mund legt, einen glän⸗ zenden Gegenſatz bildet zu dem kahlen Satze: les sons de sa lyre etc.— Crésus et Solon, S. 59 und Cléobis et Biton v. Noël u. Chapsal, S. 28 als Pendants zu dem griechiſchen Leſeſtücke, Bachof St. 57.— Concile de Clermont v. Michaud, S. 58 ff. im Anſchluſſe an die Kreuzzüge in der Geſchichte; zur näheren Kenntnis des Schülers gelangen ¹); 1) die Rede Peters von Amiens(ergreifende Schilderung der Leiden der Chriſten in Paläſtina), 2) die glühende Rede des Papſtes Urban für die heilige Sache, 3) die Begeiſterung der chevaliers et barons für den Kreuzzug.
Das III. Tertial kann eine Verknüpfung mit dem geographiſchen Unterrichte herſtellen durch die Lektüre von Géographie historique de l'Amérique v. Gaultier, S. 68 f. Der Schüler wird durch einen kurzen, intereſſanten Überblick orientiert über die Geſchichte der Entdeckungen des Landes, deſſen Geographie er betrachtet, von der Entdeckung Grönlands durch die Isländer im 10. Jahrhundert an (Erinnerung an die aus der Geſchichte bekannten Fahrten der normanniſchen Seefahrer) bis zu der Franklinſchen Expedition zur Auffindung der nordweſtlichen Durchfahrt in unſerem Jahrhundert. Im Mittelpunkte des erſten und größten Abſchnittes ſteht Chr. Kolumbus(,Typus des unerſchrockenen Seemannsmutes und der ungebeugten Ausdauer“, vgl. Odyſſeus: Willmann, pädag. Vorträge S. 93; dazu die Geſchichte von dem Ei, jedem Schüler aus den unteren Klaſſen bekannt), deſſen Perſönlichkeit zum Schluſſe durch die Behandlung des Gedichtes: Trois Jours de Christophe Colomb v. Delavigne, S. 87 f. kräftig hervortritt(vgl. das deutſche Gedicht:„Kolumbus“ von Staufer).
Deutſch.
Poeſie.— Der Kanon umfaßt folgende Gedichte: Die Kraniche des Ibykus v. Schiller, Des Sängers Fluch v. Uhland, Der Sänger v. Goethe, Der Graf von Habsburg v. Schiller, Bertran de Born v. Uhland, Graf Eberhard der Rauſchebart v. Uhland ²), Die Teilung der Erde v. Schiller.— Über die Verwendung eines Teiles der Gedichte im Geſchichtsunterrichte ſ.„Geſchichte“.— Die 5 erſt⸗ genannten Gedichte dienen dazu, um an ihnen die Stellung der Sängers im Altertum und beſonders im Mittelalter zu entwickeln, ſowie überhaupt ein typiſches Geſamtbild von der Bedeutung des Sängers und der Macht des Geſanges zu ſchaffen; beizuziehen ſind die aus dem lateiniſchen Leſebuche der Quinta und der Ovidlektüre der Unter⸗Tertia bekannten Sänger Arion und Orpheus 3³). In der Ovidlektüre hat der Schüler geſehen, wie Orpheus ſein Lied rezitierend pulsis ad carmina nervis vorträgt; eine kurze Zuſammenfaſſung der entſprechenden Stellen aus den deutſchen Gedichten befeſtigt dieſelbe Vorſtellung, daß es ſich nämlich überhaupt um Künſtler handelt, welche einerſeits dichten, andererſeits dieſe ihre eigenen Lieder teils ſingend teils rezitierend vortragen unter der Begleitung einer Muſik, die ſie ſelbſt den Saiten eines einfachen Inſtrumentes(der Leier, der Harfe) entlocken (vgl.„der Leier zarte Saiten“, der Hymnus der Erinnyen„duldet nicht der Leier Klang“;„der Alte mit der Harfe“,„Da ſchlug der Greis die Saiten ꝛc.“,„ſeine Harfe, ſie aller Harfen Preis“;„der Sänger— ſchlug in vollen Tönen“;„Süßer Wohllaut ſchläft in der Saiten Gold“,„Und der Sänger raſch in die Saiten fällt und beginnt ſie mächtig zu ſchlagen“;„Nicht die ganze, nicht die halbe blieb
¹) Die Verſammlung des Heeres u. ä. kann wegbleiben.
²)„Der überfall im Wildbad“ iſt zu memorieren; die übrigen 3 Gedichte des Cyklus ſollen nur eingehend beſprochen werden.
³) Die folgenden Betrachtungen laſſen ſich mit Nutzen wieder ins Gedächtnis rufen und verwerten, wenn bei der Lektüre des 8 ten Buches der Odyſſee in der Sekunda die Stellung des Demodokos unter den Phäaken und ſeine Geſangeskunſt behandelt werden.


