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Zügen der letzteren: 1) ihren Parteiungen, die ſich auch in den häufigen 40„0α⅜φa äußern, 2) ihrer Lehre von der Seelenwanderung(Caes., VI, 14).
Franzöſiſch.
Meurer, Franzöſ. Leſebuch, erſter Teil für IV und UIII.
Im I. Tertial läßt ſich eine feſte Vereinigung mit der Geſchichte herſtellen; die franzöſiſche Lektüre kann, wie dies Frick(L. P. XII, 23) im allgemeinen von der fremdſprachlichen Lektüre fordert, „die Darbietung im Geſchichtsunterrichte teils vorbereiten, teils begleiten oder auch nachfolgend ſie vertiefen“.
Combat des Cimbres et des Romains v. Rollin, S. 48. Das Geſchichtsbild erfährt durch folgende Punkte eine Ergänzung: 1) das Zuſammentreffen der Kimbriſchen Geſandten mit Marius und die Aufklärung derſelben durch Marius über das Schickſal der Teutonen(Anekdote), 2) die Heraus⸗ forderung zum Kampfe durch Bojorix und die Beſtimmung von Zeit und Ort der Schlacht(Ritterlichkeit, Sorgloſigkeit) ¹), 3) die Verknüpfung der kimbriſchen Schlachtreihen durch Ketten(unbändige Tapferkeit), 4) das Verhalten der Weiber bei Erſtürmung der Wagenburg, 5) die Bedeutung, welche die Römer dem Siege beilegten; Titel des Marius: Zter Gründer Roms(terror Cimbricus). Dazu vgl. die Ausführungen über Völkerwanderung, ſ.„Lateiniſch“.— Mahomet v. Lamé-Fleury, S. 51 ff. auszugsweiſe. Der Schüler muß im Anſchluſſe an das Jahr 732 eine feſte Kenntnis der Stiftungsthatſachen der mohamme⸗ daniſchen Religion, ihrer Lehren und ihrer Unterſchiede vom Chriſtentum erhalten. Während das Geſchichtsbuch uns hier im Stiche läßt, tritt das franzöſiſche Leſeſtück ein, um die Bedeutung des Sieges Karl Martels erkennen zu laſſen; Repetitionen erfolgen bei den Kreuzzügen, dann von 1453 an während der Reformationszeit und ſpäter. Eine geſchickte Auswahl aus dem Leſeſtücke bringt folgende Punkte zur Anſchauung: 1) die Perſönlichkeit Mohammeds, dazu das Jahr 622 und ſeine Bedeutung für die mohammedaniſche Welt, 2) den Kult und die Hauptlehren des Islam: Bäder, Faſten, Almoſengeben, Enthaltung vom Weine, Verbot von bildlichen Darſtellungen, glühende Ausmalung der Freuden des Paradieſes, 3) dadurch wird das religiöſe Bewußtſein zum Fanatismus geſchärft: Bereitwilligkeit, für den Glauben zu ſterben und Ergebung in das Schickſal; die hieraus erwachſende fanatiſche Tapferkeit der Mohammedaner macht ihre Erfolge in Afrika und Spanien, in Paläſtina, auf der Balkanhalbinſel und in Ungarn erklärlich, 4) die Pilgerzüge zur Kaaba, in ſanitärer Beziehung(Cholera) jetzt noch verhäng⸗ nisvoll.— Charlemagne v. Drioux, S. 55 ff. Neues ²); 1) die Verbindung Taſſilos mit einem zweiten Longobardenaufſtande, 2) Genaueres über Karls Thätigkeit für die Schulen(vgl. die ſchöne Erzählung des Mönches von St. Gallen), 3) Karls Verbindung mit Harun⸗Al⸗Raſchid.
Das II. Tertial bringt Anſchluß an Ovid, die griechiſche Lektüre und die Geſchichte.
Orphée et Eurgdice v. Blanchard, S. 28; das ev. in der V geleſene Stück Orpheus et Eurydice (Schmidt, E. d. l. Spr. I. S. 90) kann beigezogen werden. Ovids Erzählung(X, 1—63) wird in folgenden Punkten ergänzt: 1) Eltern des O. Apollo und Kalliope; daher das muſikaliſche Genie, 2) Wirkung der Orpheiſchen Kunſt auf Tiere, Bäume, Flüſſe, Felſen.— Der poetiſche Schluß des Gedichtes durch das gehauchte supremum vale der Eurydice verdient gegenüber der nüchternen Erzählung des franzöſiſchen Leſeſtückes beſonders hervorgehoben zu werden, ebenſo wie das in den Motiven und in der
¹) Eine längere Auseinanderſetzung über die Stärke beider Heere, ihre Bewaffnung ꝛc. und eine Anekdote über die römiſchen Auſpizien vor der Schlacht können ausgelaſſen werden.
*²) Die Abſätze: Guerres contre les Arabes, Charlemagne empereur d'Occident, Charlemagne législateur, dünne Erzählungen, die wenig Neues bringen, können wegbleiben.


