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Ausſchmückung u. ä. betreffen, treten klar zu Tage; die Ähnlichkeiten ſind bis in den Wortlaut hinein zu verfolgen: noos— cera, dεω τmν πνταινεον“ pennarum vincula, æ2σπαςιι ε mãu—vicinia solis, rexvir-² opifex, 7ιαςα τειι ατl.—tabuerant cerae u. ſ. w.— Beſonders wichtig erſcheint die Behandlung des Bachofſchen Leſeſtückes Perſeus: Die Erzählung Ovids IV, 61ö ff. ſetzt bekanntlich mit der Rückkehr des Gorgoſiegers ein und bringt über die Bezwingung der Meduſa nur die kurze, dazu in indirekte Form gekleidete Erzählung des Perſeus beim Hochzeitsmahl. Hier tritt das griechiſche Stück in glücklicher Weiſe ein und bietet 1) die Abſtammung, die Geburt und die Jugendſchickſale des Helden, 2) die ausführliche Schilderung der Gorgonen und der Meduſabezwingung, 3) die bei Ovid (670 f.) nur angedeutete Schuld der Kaſſiopeia, 4) die Befeſtigung des Schlangenhauptes auf dem Schilde der Athene.— St. 5 Jbykos iſt in Verbindung zu ſetzen mit dem Schillerſchen Gedichte: 1) Ähnlich⸗ keiten finden ſich beſonders auch im Ausdrucke und ſind in der Weiſe zu verfolgen, wie oben bei Daidalos angedeutet wurde; 2) Unterſchiede in der Kompoſition und in dem Motiv, welches die Entſcheidung herbei⸗ führt: In der griechiſchen Erzählung— leichtſinniger Spott(alſo mehr Zufall), in dem deutſchen Gedichte— die furchtbare Macht des Gewiſſens.— Dieſe intenſivere Beſchäftigung mit den Haupt⸗ geſtalten der griechiſchen Mythologie im Anſchluſſe an die griechiſche Lektüre während eines ganzen Tertials hat aber noch eine tiefere Bedeutung für den Geſamtunterricht des Gymnaſiums. In den unteren Klaſſen, ſpeziell in der Sexta, iſt die antike Sagengeſchichte den Schülern vorgeführt worden; während etlicher Jahre fehlt nun die direkte Veranlaſſung, ſich mit ihr zu beſchäftigen, bis endlich in den oberen Klaſſen der trojaniſche Krieg und die Schickſale des Odyſſeus im Original geleſen werden, in der Vergillektüre eine Erweiterung des Sagenſtoffes, namentlich durch die Vorführung von Trojas Eroberung und den Hinzutritt der lateiniſchen Mythen, erfolgt, die übrigen Sagen teilweiſe in der Behandlung des griechiſchen Dramas wiederkehren, teilweiſe in der deutſchen Lektüre(Iphigenie u. a.) weitgehende Berückſichtigung finden müſſen und namentlich bei Horaz oft ausführlicher, oft nur andeu⸗ tungsweiſe in Erinnerung kommen. Endlich müſſen ſie überhaupt ſoweit Gemeingut geworden ſein, daß die unzähligen typiſchen Anſpielungen, welche auf die antiken Mythen zurückgehen(Tantalusqualen, Siſyphusarbeit, Faß der Danaiden u. ſ. w.) im Geſpräche jederzeit das Verſtändnis des Sekundaners und Primaners vorausſetzen können, wie man das überhaupt von jedem Gebildeten erwartet. Da tritt nun, neben der Ovidlektüre, namentlich der griechiſche Anfangsleſeſtoff ein, um die Sagenkenntnis im Gedächtniſſe der Schüler zu erhalten und überzuleiten zur freieren Verwendung in den oberen Klaſſen.
Zu ähnlichen Zwecken dient der Leſeſtoff für die Konjugation, welcher hauptſächlich Abſchnitte aus der griechiſchen Geſchichte enthält. Die Kenntnis der letzteren, in der Quarta erworben, wird durch den griechiſchen Leſeſtoff in der Unter⸗Tertia übergeleitet zur Xenophonlektüre und zur griechiſchen Geſchichte in der Unter⸗Sekunda. St. 57 Kroiſos und Solon, ſpäter durch St. 101 Kroiſos und der delphiſche Gott ergänzt(ſ. auch„Franzöſiſch“), St. 61 Lakedaimoniſche Frauen(charakteriſtiſche Anekdoten), St. 64 Anekdoten über Philipp, den König von Makedonien, St. 66 ſolche über Ageſilaos, St. 70 Die Laked. ehren das Greiſenalter—eine hübſche Erzählung über das bibliſche Thema:„Vor einem grauen Haupte ſollſt du aufſtehen und die Alten ehren“, St. 76 Das Grab des älteren Kyros, ein Rückblick auf die Perſer, St. 86 Pauſanias und Ariſteides, Entſtehung des erſten attiſchen Seebunds, St. 84 Sturz des jüngeren Dionyſios: 1) eine lebendige Darſtellung der geragolal, denen ein Tyrannenleben aus⸗ geſetzt iſt, aoεννμιαm rοi SiobGν ρςνα xαd dyαey οrsνοναα rals eiruxlatg(Erinnerung an die Piſiſtratiden, Uſurpator typiſch), 2) ein wertvoller Einblick in die ſiciliſche Geſchichte(vgl. St. 6 Daidalos B), die gewöhnlich während des ganzen Gymnaſialunterrichts doch nur kurz bei Gelegenheit der ſiciliſchen Expedition der Athener und in den puniſchen Kriegen berührt wird.— St. 79 Von den Galliern— gewährt eine Ergänzung zu Cäſars Sittenſchilderung der Gallier in zwei charakteriſtiſchen


