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3) Mythologie: Sternbilder v. 206; Junonia Samos v. 220(Juno als Ehegöttin). 4) Ethiſcher Gehalt: Selbſtverſchuldetes Verderben(Ungehorſam) während des Fluges, welcher hier zur Rettung, von Phasthon aus titaniſcher Überhebung unternommen wird.
Orpheus und Eurydice X, 1— 63. Verbindung mit dem franzöſiſchen Leſeſtücke, ſ.„Franzöſiſch“. 1) Landſchaft: Unterwelt(Odyſſeus⸗, Heraklesſage). 2) Familienbild: 2 Ehegatten(Treue bis über den Tod). 3) Mythologie: a) Unterwelt: Herkulesthaten v. 21, Proſerpina v. 15 und v. 28, Tantalus (vgl. im Griech., Bachof St. 4), Ixion, Danaiden, Siſyphus v. 41 ff., Eumeniden(vgl. Oreſtes und „Die Kraniche des Ibykus“) v. 45.— Zuſammenſtellung der bekannten antiken Sänger: Homer, Arion (in der V Schmidt, E. d. l. Spr. I., S. 89), Orpheus; dazu gewinnen in der Prima die Namen Alkaios, Sappho u. a. Bedeutung; über die Macht des Geſanges vgl.„Deutſch“. b) Hymenageus, Hochzeits⸗ gebräuche(Vorbereitung für Phineus' Hochzeit). 4) Ethiſcher Gehalt: Selbſtverſchuldetes Unglück(Unge⸗ horſam aus neugieriger Sehnſucht); es zeigen ſich die e Spuren des Tragiſchen, eines Begriffes, deſſen Entwickelung der Prima zufällt.
II. Bedeutſame Unternehmungen aus dem Zeitalter einfachen Heldentums (Heroenzeit).
Perseus IV, 615— 789. Die Kindheitsgeſchichte, ſowie andere wichtige Züge bringt im griechiſchen Unterrichte Bachof St. 30; ſiehe„Griechiſch“.— Bild der Unternehmung eines einzelnen Helden aus der mythiſchen Zeit; Erinnerung an die Thaten des Herakles u. a.(„ſie reinigten von Ungeheuern die Welt in kühnen Abenteuern“), an die deutſchen Ritter, die auf Abenteuer ausziehen(die Luſt am Abenteuer— Herzog Ernſt von Schwaben; im Geſchichtsunterrichte erfährt der Schüler ſpäter einiges über den„Theuerdank“ Maximilians); geographiſche Märchenwelt.— 1) Landſchaft: Das Königreich des Atlas, der Atlas als Gebirge(Vorbereitung zur Kosmogonie und Weltgeſtaltung: der die Welt tragende Atlas; Erinnerung an die etwas abweichende Sage von dem Beſuche des Herakles bei Atlas), der Garten des Atlas mit den berühmten goldenen Äpfeln(der Hesperiden); Aethiopien an der Nordküſte Afrikas. 2) Abenteuer: Der Flug durch die Luft(Daedalus, Phaëthon), das Abenteuer mit Atlas (Beſtrafung für ungaſtliche Aufnahme, vgl. die lyk. Bauern), hauptſächlich der Kampf mit dem Drachen (Schillers Gedicht). 3) Mythologie: Jupiter, Merkur, Minerva(Meduſa), Hymenaeus und Amor v. 758 ff.; Zuſammenſtellung der Hochzeitsgebräuche(ſ. Orpheus und Eurydice) zum Bilde einer antiken Hochzeitsfeier; Pegaſus v. 785. 4) Ethiſcher Gehalt: U. a. v. 670 f. der Gedanke: Die Schuld der Eltern rächt ſich an den unſchuldigen Kindern(Erinnerung an die Rache des altteſtamentlichen Gottes).
Je nach Bedürfnis mögen weitere Geſchichten behandelt werden, ſo Jason und Medea VII, 1— 158 u. a., wie ſie von Frick a. a. O. beſprochen ſind. Führt ein Lehrer die Klaſſe auch in der OIII fort, ſo kann er hier eine weit umfangreichere Lektüre bewältigen und braucht ſich nicht zu ſcheuen, ſich mit den beſprochenen Erzählungen in der UIII zu begnügen, zumal da die Behandlung derſelben mit den angedeuteten Betrachtungen noch nicht erſchöpft iſt. Mit Recht verwirft Schiller(H. d. pr. P. S. 399) die herkömmliche, ſchablonenhafte Behandlung der Tropen und Figuren. Der Schüler gewinnt aber ein lebhaftes Gefühl für den Unterſchied der dichteriſchen Sprache und Darſtellung und der ſchlichten Proſa des Geſchichtsſchreibers, den er bisher geleſen. Dieſes Intereſſe kann man mit Erfolg verwerten zur Sammlung von dichteriſchen Eigentümlichkeiten, die in ein beſonderes Heftchen einzu⸗ zeichnen ſind. Es handelt ſich hierbei natürlich nur um die allerbeſcheidenſten Anfänge zum Verſtändniſſe der poetiſchen Technik, um Feſtſtellung einfacher, in die Augen ſpringender Thatſachen. Im Gegenſatze zu der einförmigen Wiederholung Caesar, Caesar u. ſ. w. entdeckt der Schüler hier für Latona gebraucht: Titania, filia Coei, dea. Durch dieſe und ähnliche Beobachtungen wird als leitende Urſache für die eigenartige Geſtaltung der Dichterſprache die Abwechſelung gefunden; bei einzelnen Ausdrücken wird
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