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ſen ſorgen.— So lang das Aug durch Uebung noch nicht zur geſchwinden Ueberſicht aller der verſchiedenen Leſezeichen gewoͤhnt iſt, ſo lang es dem Anfaͤnger noch eine peinigende Muͤhe macht, ſein kleines Penſum in gebrochnen Worrten her⸗ lufesen, ſo iſt ihm die Sprache noch eine unausſtehliche Laſt. Alles geht beſſer, wenn ihm das Leſen keine Muͤhe mehr macht. Der Lehrer thut daher wohl, wenn er anfaͤnglich viel ohne Ueberſetzen herleſen laͤßt, und den Schuͤler anhaͤlt, recht viel fuͤr ſich mir Aufmerkſamkeit zu leſen. Es läßt ſich in den anfaͤnglich bloß aufs Leſen verwandten Stunden ſchon manches, das zur Grammacik gehoͤrt, lernen. Man kann naͤmlich den Schuͤler auf eine leichte Art mit dem, was ihm von den Leſezeichen zu wiſſen nothig iſt, bekannt machen, ihn den Unterſchied und verſchiedenen Gebrauch der langen und kurzen Vokalzeichen lehren, desgleichen was in der Grammatik von den Schwa's, dem Dages und den uͤbrigen Leſezeichen vorkommt. Und mich deucht, dies laͤßt ſich, wenn ihm von jedem der rechte Grund angegeben wird, auf eine Art thun, daß der Schuͤler bey ſeinem Leſenlernen auch etwas zu denken bat, und ſeine Muͤhe viel von ihrem unangenehmen dadurch verliert. Hier ſoll nun nicht alles, was von den Leſezeichen zu ſanen iſt, erſchoͤpft werden. Nicht die Entſtehung und die Ge 55 dieſer Leſezeichen ſoll vorkommen,(es maͤſte denn, um deſto verſtaͤndlicher werden zu koͤnnen, im Vorbeygehen etwas beruͤhrt werden,) desgleichen nicht alle und jede Arten, wie dieſe Zeichen gebrancht werden. Ueberhaͤufe darf anfangs der Lehrling nicht werden, vieles bleibt auch dem fernern Un⸗ terricht vorbehalten. Nur muß der Lehrer den Gebrauch der Zeichen kurz, beſtimmt und einleuchtend vorſtellen können. Bald wird alsdann der Schuͤler mir denſelben bekannt werden, weil er kaum vier Zeilen wird leſen koͤnnen, ohne daß ihm dieſe Gelegenheit geben, das gelernte in wiederholen.
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