Aufsatz 
Über die zweckmäßige Erlernung des Hebräischen auf niederen Schulen / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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Hingegen mit vielem Nutzen wird, meiner Meinung nach, die ijt herauskommende epitomirte Hezelſche Grammatik gebraucht werden koͤnnen, worinn nichts von dem weſentlichen Inhalt der groͤßern Sprachlehre fehlt, und alles in eine fruchtbare Kuͤrze gebracht iſt. Der Lehrer hat dabey den Vortheil die ausfuͤhrliche Sprachlehre fuͤr ſich als Kommentar brauchen zu kͤnnen. Wer dieſes Handbuch recht zu brauchen weiß, wird bey dem Unterricht anfaͤnglich nur das allerunentbehrlichſte mitnehmen, und hernach allmaͤhlich den Schuͤler mit mehreren Regeln und Bemerkungen bekannt machen, und ihm auf die Art, ohne ſeine und des Lehlings Unannehmlichkeit alles, was auf Schulen von hebraͤiſcher Grammatik zu wiſſen noͤthig iſt, beybringen. Wem ſchon die Hezelſche ausfuͤhrliche Sprach⸗ lehre bekannt iſt, und nun noch dieſen Auszug kennen lernt, wird mir, hoffe ich, recht geben, daß derſelbe auf eine ſehr bequeme und vortheilhafte Art gebraucht werden kann.

Aber der eigentliche Zweck beym Hebraͤiſchen Unterricht iſt, daß der Lehrling die Bibel in der Urſprache leſen lernt. Es läßt ſich nichts abgeſchmackteres denken, als wenn man ihn bloß eine auswendig gelernte Reihe von Regeln auf die Univerſitaͤt bringen laͤßt. Oft ſind ihm dieſe ganz unnütz, weil er den ganzen Schwall derſelben auf nichts anzuwenden weiß. Man findet oft, daß dieſe Leute wenig oder nichts in der Bibel exponiren gelernt haben. Das eſen in der hebraͤi⸗ ſchen Nibel, und meiner Meinung nach recht vieles Leſen darf ſchlechterdings nicht verſaͤumt werden, und hierbey muß all⸗ mählich Grammatik gelernt werden. Ich will nun weiter aus⸗ fuͤhren, wie meiner Meinung nach dieſes anzuſtellen iſt.

Anfäͤnglich muß der Lehrer fuͤr Fertigkeit im richtigen Le⸗ ſen