Aufsatz 
Über die zweckmäßige Erlernung des Hebräischen auf niederen Schulen / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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10.

Iſt nun einmahl dieſes erſte unangenehme voruͤber, und man hat den Lehrling ſchon dahin gebracht, daß er im Leſen keine groſſe Schwierigkeit mehr findet, ſo kann man ſogleich mit dem Ueberſetzen den Anfang machen, nnd damit dann weiter Grammatik verbinden. Für's erſte muß aber geſorgt werden, daß der Schuͤler nur die gewoͤhnlichen Paradigmen der Zeitwoͤrter inne bekommt, und die wenigen Beraͤnderun⸗ gen der Nennwoͤrter ſamt den gewoͤhnlichen Suffixen kennen lernt. Dieſes iſt auch keine muhſame und viel Zeit erſorndern⸗ de Sache, indem die Paradigmen, wenn die Ableitung der Temporum nnd Perſonen recht gezeigt wird, ſehr einfach dar⸗ geſtellt werden koͤnnen. Für ißt dürfen auch nur die Paradi⸗ gmen der gewoͤhnlichſten Konjugationen gelehrt werden. Die⸗ ſes alles laͤßt ſich durch oͤftere Wiederholung beym leſen gar bald merken, denn iſt es dem Lehrling einmahl intereſſant ge⸗ worden, ſeinen hebraͤiſchen Text zu verſtehen, dann be⸗ kummert er ſich auch gerne darum, was er fuͤr eine Konſuga⸗ tion, oder Tempus, oder Perſon vor ſich hat. Mit dem uͤbri⸗ gen, welches hierher gehört, ergiebt ſich's auch bald, wovon ich, um mich nicht in Kleinigkeiten zu verlieren, nichts ſagen mag.

Es kommt allerdings ſehr viel darauf an, was eigentlich für Stuͤkke aus der Bibel exponirt werden. Da uͤberhaupt nichts geleſen werden ſollte, was nicht auch dem Lernenden erklaͤrt werden kann, ſo duͤrfen wohl nicht leicht ganze bibliſche Buͤcher durchgegangen werden, weil doch immer erwas vor⸗ tommt, was noch zuviel vorausſezt, als daß es gehoͤrig auf der Schule erklaͤrr werden könnte. Indeſſen kann es ſeinen guten Nutzen haben, wenn doch ein guter Theil des erſten B. Moſis geleſen wird. Moſe war der Autor Klaſſikus ſeines Volts, dem die übrigen Schriftſteller in Sprache und Si⸗

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