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des Hebraͤiſchen nur Mittel, aber nicht Zweck iſt; ferner, daß man ſichs faſt gar nicht angelegen ſeyn ließ, das Morgenlaͤndi⸗ ſche der Bibel begreiflich zu machen, und uͤberhaupt Sachen und Sprache zu erklaͤren, gerade als wenn der Lehrling, der doch bey dem Leſen der Griechen und Roͤmer denken, und den⸗ ken lernen ſoll, hier gar nicht darzu angeleitet werden duͤrfte, und waͤrend daß er ein Stuͤck aus dem alten Teſtament lieſt, ſeinen Verſtand ganz verleugnen muͤßte. Ich glaube, dieſe ſind die Fehler, welch bisher noch an manchen Orten began⸗ gen werden, und welche dem Hebraͤiſchlernen viel Schaden thun.
Es kommt allerdings ſehr viel auf die Beſchaffenheit der Grammatik an, die bey dem Uuterricht zum Grund gelege wird, und die grammatiſchen Grunſätze, welche der Lehrer im Kopf hat. Wenn die Grammatik ſo beſchaffen iſt, daß ſie dem Lehrling, beſonders wenn er Kopf hat, und erwa bey ſei⸗ nem uͤbrigen Unterricht dergleichen nicht gewohnt iſt, abge⸗ ſchmackt vorkommen muß, wenn er es nur gar zu ſehr fuͤhlt, daß ihm alles auf eine zu gezwungene Art erklärt wird, wie iſt es moͤglich, daß ihm der hebraͤiſche Unterricht angenehm und leicht werden kann? Daß es unzaͤhlige hebraͤiſche Gram⸗ matiken giebt, worinn ſehr viele Unrichtigkeiten ſtehen, iſt eine bekannte Sache. Nicht immer werden dieſe Unrichtigkeiten, wenns auch die groͤbſten ſind, gebeſſert, ſondern den Lernenden gerade wie ſie im Lehrbuch ſtehen, beygebracht. Wird auch das, was dem Lehrer fehlerhaſt vorkommt, gebeſſert, ſo kann es dach nicht anders, als mit vieler Unbequemlichkeit geſchehen, und dann bleibt doch das Kompendium, welches der Anfänger bey dem Unterricht gehabt hat, das Buch, woraus er ſich her⸗ nach immer Raths erholt.— Man weiß, daß viele bebeſche
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