Aufsatz 
Über die zweckmäßige Erlernung des Hebräischen auf niederen Schulen / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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auf Koſten vieler andrer Kenntniſſe geſchehen köͤnnen. Sie bleibt immer ein weit ſchicklicherer Gegenſtand der niederen Schulen.

Aber es kommt auf denſelben gar viel auf eine gute Me⸗ thode in Anſehung der hebraͤiſchen Sprache an, wodurch der Unterricht ſo fruchtbar, und die Erlernung der Sprache ſo leicht und faßlich gemacht wird, als es nur moͤglich iſt. Wer die hebräiſche Sprache kennt, wird zugeben, daß ſie ſehr ein⸗ fach und faßlich iſt. Nur eine bloß fluͤchtige Vergleichung mit der griechiſchen und lateiniſchen wird dieſe Behauptung recht⸗ fertigen. Worinn mags alſo ſeinen Grund haben, daß ſie An⸗ faͤngern oft uͤberaus ſchwer, verdrieslich und unerlernbar vor⸗ kommt? Daß ſie manchen Jüngling ſchon ganz vom Studium der Theologie abgeſchreckt hat? Oſſenbar iſt die an vielen Or⸗ ten herrſchende verkehrte Methode fie zu erlernen daran ſchuld, Bae die ſchlechten ſtlaviſchen Lehrbuͤcher und das pedantiſche

erfahren vieler Lehrer. Kenner wuͤſſen zugeben, daß das Hebraͤiſche eben ſo faßlich und ſo inteteſſant gemacht werden kann, als das Lateiniſche und Griechiſche. Es iſt daher wohl der Muͤhe werth, zu unterſuchen, warum es immer noch an vielen Orten nicht ſo faßlich und ſo intereſſant gemacht wird. Von vielen iſt bisher auf mancherley Art gefehlt worden. Fuͤrs erſte dadurch, daß man unnätze, unrichtige und abgeſchmackte grammatiſche Regeln vorgetragen hat; weiter, daß, wenn auch die Regein der Grammatik ertraͤglich waren, man die Erler⸗ nung derſelben als die Hauptfache, und beynah als das einzige bey dem ganzen Uineerricht betrachtete, und ſich bey fuͤnſ Zeilen der Bibel Stundentang aufhalten konnte, bis man erſt alle darinn liegende Regeln der Grammacit angefuhrt hat⸗ te, und alſo nicht bedachte, 259 Grammatik bey dem Studium 2 3 des