Aufsatz 
Prof. Dr. Hugo von Ritgen : Ein Lebensbild / von Otto Buchner
Entstehung
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Langenſcheidt's Notwörterbuch der engl. Sprache, Teil III: Sachwörterbuch. Meyers engl. Sprachführer. Schmeding, der Aufenthalt der Neuphilologen und das Studium der modernen Sprachen

im Ausland. Raydt, ein geſunder Geiſt in einem geſunden Körper(engl. Schulbilder). Wieſe, deutſche Briefe über engl. Erziehung. Prof. Stengel und Prof. Lange, allgem. deutſche Univerſitätszeitung Nr. 18, 22, 23. Körting, neuphilologiſche Eſſays. Körting, Gedanken und Bemerkungen über das Studium der neueren Sprachen. Körting, Encyklopädie und Methodologie der engl. Philologie, die betreffenden Abſchnitte. Grenzboten,über die Gründung eines deutſchen Seminars in London. Kölniſche Zeitung vom 5. Januar 1884,ein Wink für Neuphilologen. Mittheilungen des Vereins deutſcher Lehrer in England, jetzt betitelt: Im Ausland.

Unter dem KapitelVorbereitungen ſei es mir auch geſtattet, kurz von den Koſten eines Aufenthalts zu ſprechen.

Für die als Minimum anzuſetzende Zeitdauer von zehn Wochen dürften 800 bis 1000 Mark als Geſamtausgaben nicht zu hoch gegriffen ſein. Vorausſetzung iſt dabei London als Ort des Aufenthalts. Denn dieſe Stadt halte ich für den geeignetſten Ort. Hier bietet ſich die mannigfaltigſte Gelegenheit, das engliſche Volk und ſeine Sprache, ſeine Macht und ſeinen Charakter zu beobachten und zu verſtehen, und das Wiſſen um Wort und Sache zu erweitern und zu vervollkommnen. An welchem andern Orte kann man das gute Engliſch und den Dialekt ſo oft hören wie in London auf der Straße und in der Kirche, im Theater und Konzert, im Park und vor Gericht! Wo finden ſich ſo viele und vielgenannte Denkmäler der Kunſt und Geſchichte nicht nur Englands und der Gegenwart, ſondern der Welt und aller Zeiten! Natür lich wird derjenige, dem längere Zeit zur Verfügung ſteht, nicht unterlaſſen, eine der beiden Univerſitäten Oxford und Cambridge auf Tage oder Wochen zu beſuchen, um geeignete Vor⸗ leſungen zu hören, mit den Studenten zu verkehren und den Charakter der engliſchen Hochſchulen kennen zu lernen. Allerdings iſt Hauptbedingung für dieſen Fall die günſtige Wahl der Zeit des Aufenthalts auf fremdem Boden. Darum zuerſt einige Bemerkungen über dieſen wichtigen Punkt. Auguſt und September, die als Ferienmonate der heſſiſchen Anſtalten ſich den Lehrern unſeres Großherzogtums doch zunächſt darbieten, ſind entſchieden ungünſtig, wie der Ver faſſer ſelbſt erfahren und wie ihm von verſchiedenen Seiten an Ort und Stelle offen zugeſtanden wurde. Die beſſeren Theater ſind geſchloſſen und der Neuphilologe ſomit eines wichtigen Mittels, eine vorzügliche Ausſprache zu hören, beraubt; Vorleſungen und Deklamationen von Litteratur⸗ werken u. ſ. w., wie ſie von den Verfaſſern zum Beſten von Armen und Notleidenden öfters gehalten werden, finden nach dem Ende der geſellſchaftlichen und parlamentariſchen Saiſon, d. h. in den genannten Sommermonaten, nicht ſtatt; Parlament und Gerichte ſind geſchloſſen; die Schulen haben den größten Teil der genannten Monate Ferien, ſo daß es in dieſer Zeit dem deutſchen Lehrer unmöglich iſt, engliſche Pädagogik in praktiſcher Bethätigung kennen zu lernen. Dabei iſt jedoch ein Umſtand von großer Bedeutung, nämlich die

. Empfehlungen von Deutſchland aus; denn ohne dieſelben dürfte es nicht jedem Ausländer ge⸗

lingen, einen Einblick in engliſches Schulleben zu erhalten. Die engliſche Erziehungsweiſe mit