Aufsatz 
Untersuchungen über die Echtheit einiger Delphischer Orakel / vom Gymnasiallehrer Richard Hendess
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

und man hat eine zweite Fassung derselben, die nichts zu wünschen übrig lässt. Bei so häufig ci- tierten Orakeln finden sich doppelte Fassungen öfters. Welches die ältere gewesen ist, wird sich schwerlich zur Evidenz beweisen lassen; die in der späteren Zeit gebräuchlichere ist offenbar wie sich aus den vielen Citaten ergiebt die durch Herodot verbreitete gewesen. Und doch scheinen mir für die Echtheit der anderen, abgesehen von der Auctorität des Aristophanes-Scholiasten, die Verse 347 348 in Aeschylus' Persern zu sprechen:

* ,1w Rf-⁴⁵ρμοωσ TIaα⁴dο⁵ς 5eεds.

Eo ον ⁴ϑινν, o' demπς˙σmος μιες Auch Teuffel(cf. seine Anmerkung zu diesen Versen) findet hierin eine Anspielung auf unser Orakel, die unzweifelhaft um vieles deutlicher wird, wenn wir annehmen, Aeschylus habe die Lesart dο Nal- läda xouonv vor sich gehabt. Die Uebereinstimmung beider Stellen ist an sich nicht gross, und man könnte leicht geneigt sein, sie für eine zufällige zu halten: jedoch eine andere Stelle der Perser(v. 84) Tuιων dονμα αoν zeigt eine solche Uebereinstimmung mit dem vorhergehenden Orakel(111 v. 6) voο⁵ νυνεςα àοσα νν, dass ein blosser Zufall hierbei ausgeschlossen erscheint. Steht es danach ausser Zweifel, dass Aeschylus bei der Dichtung seiner Perser unsere Orakel vor Augen gehabt hat, so hat man doch wohl keine zufällige, sondern eine bewusste Uebereinstimmung auch in jenen Versen 347 348 mit dem in Frage stehenden Orakelspruche zu sehen. Dann aber sprechen die Worte Nallddos deãg in v. 347 augenscheinlich für die Lesart di Halldͥda ονον qdes Aristophanes-Scho- liasten und beweisen abermals, dass seine Quelle keine schlechte gewesen ist

Vielleicht hat man eine bewusste Uebereinstimmung oder vielmehr Aehnlichkeit auch bei

Euripides in den Worten des Chors Medea v 824 zu erkennen:

Eoexdeldar, 10 ralαdν νιιμο

ϑεν παρεdε ααἀοον, teds

IGls dπο ϑ[*˙αeορσεαςσ⁵οιρκνι σωσπσœν

II.

Der dargelegte Gebrauch des Verbs dναν führt mich auf einige andere sprachliche Erschei- nungen der Orakelpoesie.

Vielfach hat Anstoss erregt und auf verschiedene Weise ist zu erklären versucht worden der Beginn eines Orakels mit,, al und yão. Schubring(de Cypselo tyranno pag. 37 und 55) schliesst aus diesem Umstande ohne weiteres, dass die betreffenden Sprüche nur Fragmente seien, deren Anfangsverse fehlten. Dieselbe Ansicht spricht auch Stein zu Herodot I 47 aus. Dem gegenüber sagt Benedict(de oraculis ab Herodoto commemoratis. Bonn 1871. p. 6):in nullo Herodoti oraculorum quae hunc pertinent desiderari aliquid existimo; er hält sie für vollständig und verteidigt die Parti- tikeln und am Anfang von Orakelsprüchen auf eine Untersuchung von zat und ydo, die er ebenfalls nennt, lässt er sich aber nicht ein.¹) Jedoch seine Erklärung von α und an dieser Stelle ist meiner Ansicht nach durchaus richtig. Wie auch in attischer Prosa häufig Reden oder Ant- worten einer voraufgegangenen Rede oder Frage gegenübergestellt und alsdann zur engeren Anknüpfung

¹) Falsch sind bei ihm zwei Behauptungen. Auf pag. 7 sagt er gegen Schubring gewandt:non saepe, sed raro quod sciam oracula Delphica ab illis particulis incipiunt, und doch sind es nicht weniger als 31 unter den erhaltenen. Etwas ärgeres passiert ihm auf pag. 7: er erklärt, es komme bei Herodot kein Orakel vor, das mit xad anfange und entledigt sich damit der Erklärung dieses zaf: und doch steht Her. VI 19(104): αε τοτε Mtäyre rl.