6
Dass der Scholiast hierbei eine andere Quelle als den Herodot vor sich gehabt hat, ergiebt sich aus mehreren Einzelheiten. Zunächst fehlen ganz die Verse 1— 5 und mitten heraus v. 9 der Ueberlieferung Herodots; ferner schreibt in den von beiden gemeinsam überlieferten Versen der Scho- liast di Nallddæ osνν(v. 7) statt des xο σ τεέανπαννvνijce bei Herodot, und ert ydäo oιν*νᷣ᷑ντiς zoraw statt&ru roi ore dvrioc 5GGh. Diese Differenzen zusammengenommen stellen es wohl ausser Zweifel, dass wir es hier mit einer zweiten von der Herodotischen Ueberlieferung verschiedenen Quelle zu thun haben. Am meisten fällt zunächst in den Versen, die sich bei beiden finden, das Fehlen des neunten auf; und sehen wir uns diesen
ro*⁵2ν αἀsνꝙππmππνκiν στοαστον επασυασοο d ⁶νeιxαοαν
genauer an, so werden wir sehr bald dahin kommen, die Ueberlieferung des Scholiasten des Aristo- phanes für die bessere und reinere zu halten. Der ganze Vers besteht aus Flickworten. Nach dem vorhergehenden verwarte nicht die Reiterei und das Fussvolk der Feinde, wenn es heranrückt“— Iooσοννν να—Oπκν— sind völlig überflüssig die Worte Grocròv und rοα‿ον: εεν heisst Fussvolk auch chne den Zusatz von œrouröv, und 7r077„ kann eben so gut fehlen. Selbstverständlich und völlig überflüssig ist auch der Zusatz dn' ⸗reigov,„wenn es vom Festlande(Asien) heranrückt;“ recht sehr hinkt das ννos hinter dem ganzen Satze hinterher, und d.⸗νν νοναοεν endlich ist nur der positive Ausdruck für das, was eben negativ gesagt war, und genau dasselbe wie das folgende„νοτιον εέααιαστοέιννας. Lässt man den ganzen Vers mit dem Scholiasten des Aristophanes weg, so ist in dem griechischen Text kein Anstoss, keine Lücke bemerkbar:„erwarte nicht das Heer der Feinde, nachdem du dich zurückgezogen hast= ziehe dich zurück und erwarte nicht“ ist durchaus richtig und griechisch. Man erkennt aber auch sehr bald den Grund, der den Interpolator zum Einschieben dieses Verses bewogen hat: dem negativen„erwarte nicht“ gegenüber schien ihm ein positives„sondern ziehe dich zurück“ nötig zu sein; und da das einfache dν νmσονοεν für einen ganzen Hexameter nicht ausreichte, musste er notgedrungen die grosse Anzahl von Flickworten einschieben.
Die zweite wichtige Differenz in der Ueberlieferung unseres Orakels zwischen Herodot und der Quelle, aus der der Scholiast des Aristophanes geschöpft hat, besteht in der Auslassung der ersten fünf Verse seitens des letzteren; und auch hierin scheint er das richtige zu treffen. Dreierlei Gründe sind es, die jene Verse verdächtig und nicht echt erscheinen lassen. Erstens enthalten sie nur die Einleitung in einer Ausdehnung wie wir sie sonst nie bei echten Orakeln finden; es steht in ihnen durchaus nichts, was irgend wie den Sinn der eigentlichen Antwort des Gottes berührt. Sie haben offenbar die Bestimmung— wie sich aus dem aurie in v. 3 ergiebt— einen Zusammenbang zwischen diesem und dem vorigen Orakel herzustellen, der durchaus unnötig ist. Zweitens aber liegt in den Versen 4— 5 ein ziemlich deutlicher Hinweis auf die Eroberung Attikas, der darauf schliessen lässt, dass diese Verse erst nach dem Kriege hinzugesetzt worden sind. Enqdlich tritt ein dritter Grund hinzu. In v. 6 reixos Touroygévet Eν‿α³ιωυοων ϑςοα suᷣνod Zeus findet sich das Verbum diωω dieses Wort ist stehend in der Sprache des delphischen Gottes, um das Gewähren oder Nicht-Gewähren der vorauf- gegangenen Bitte zu bezeichnen, findet sich aber regelmässig im ersten oder zweiten, nur einm al im dritten Verse. Man vergleiche die Beispiele:
Schol. Oed. R.(2):
Aãιe Aaßdκι τi⁴dοωνετοο ρνιοων qalels: d σοrτοι ‿£σεεοο νειοννᷣἀdeς.... Her. I 66(84): 4o*αεινν νναeis; ueya u'αreis ou os dσ.
Paus. VI 12, 3(64):


