Aufsatz 
Untersuchungen über die Echtheit einiger Delphischer Orakel / vom Gymnasiallehrer Richard Hendess
Entstehung
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Gottes Fälschungen vorzunehmen. Der v. 12 ist gleichzeitig recht bezeichnend für die Art und Weise, in welcher solche Orakelfabrikanten verfuhren. Er ist offenbar dem homerischen of uεν ϑυσοσμέμQνο Trreοεονοοσ oꝭ νiαάνιοντοο nachgebildet; ja der Scholiast des Aristides, der uns ebenfalls diese Verse er- halten hat, schreibt in seinem Dusel vielleicht glaubte er auch es besser zu machen und die Ueber- lieferung zu corrigieren ganz ruhig:

Sεεν alauig, drτοες σ τ‿εᷣνκασ νυνααν

7 ϑσοσεεέμνοω τρπεεροωνοο"'dνι‿eντο. Auf diese Nachbildung homerischer Verse komme ich weiter unten zurück.

Sind hiernach die beiden letzten Verse des Orakels unecht, d. h. nicht ursprünglich mit den übrigen zusammen von der Pythia ausgesprochen, sondern erst nach der Schlacht bei Salamis von irgend einem Wahrsager und Orakelfabrikanten hinzugefügt, so folgt daraus noch etwas anderes. Herodot erzählt nämlich weiter die bekannte Debatte es seien Meinungsverschiedenheiten ent- standen über die Frage, was mit der hölzernen Mauer gemeint sei. Sämtliche Wahrsager hätten dafür gestimmt die Akropolis zu verteidigen; denn, sagt er, sie erklärten den Vers 11 so, dass die Athener, wenn sie sich auf eine Seeschlacht einliessen, bei Salamis besiegt werden würden. Da aber sei Themistokles aufgestanden und habe dem gegenüber erklärt, seiner Ansicht nach beziehe sich das π ε σ τ⁷mκ̈ να νννασεακάαν auf die Vernichtung der Feinde; wenn die Athener selbst bei Salamis vernichtet werden sollten, würde der Gott οσeνννα aauic oder dergl. gesagt haben, keinenfalls aber ein. Das hätten denn auch die Athener eingesehen und eine Seeschlacht beschlossch.

Hat die Pythia nun aber die beiden letzten Verse des Orakels gar nicht gesprochen, so kann auch diese Debatte über die Erklärung und verschiedene Auffassung derselben nicht stattgefunden haben. Wir sehen demgemäss hier an einem recht instructiven Beispiele, wie sich an historische Er- eignisse schon sehr früh Sagen angeknüpft haben, und wie an echte, historische Orakel falsche Verse angesetzt worden sind. Dass letzteres auch sonst geschah, bezeugt Herodot selbst VII 6: er erzählt dort, dass ein Athener Onomakritos von Hipparch aus Athen vertrieben wurde, weil er dabei ertappt wurde wie er Orakel fälschte und eigenes hinzudichtete:...&* æνοοσᷣ d⸗οds 6⁵αμmσιοιέωοσνευ 1d NMouαον τασν ς.

Aber in unserem Orakel sind meiner Meinung nach die Verse 11 und 12 durchaus nicht die einzigen, die für späteres Machwerk zu halten sind. Der zweite in der historischen Reihenfolge, der uns den Text des HOrakels erhalten hat, ist der erste Scholiast des Aristophanes; er bemerkt zu den Rittern v. 1040: osros à TOνσ⁶⁸ςσ ⁸εmOe⁶ννοο τον Baogdou 8069. dyooupror d⁸ aντ⁶ν x* gouious- 0 ν EvAbν reixe- 11) 710 0 reεενεισσᷣσν Oe.αισναιοαννν 0 groaτνε voijcæα 10 vOνG ½ e? reĩ⁸os zdc vdg Aéyeiv. ϑε*οισα⁹ει

(v. 6.) rεĩι³ο Touroyéretr Suεινον§ϑι⁶ςονι εννονα Zeds 1oνν ννο ⁴emνονσνον τε⁴εεεειινν ϑ⁶ Haldda zoionv. 1u* σ ενιπτοσνυνν μενεειιν αά τυνεσν 1öνra GOον εmQιιισνπιασέςστ⁴αε) εέτ³ι σα‿ς*οἀos éoται 3 Jein Xaaulg, d*πsεες σι τεᷣννσσα pvναιασν 7 roν σmeν⁴ςραμνεκ U uυ⁵mτe i αeννοονσπσε.

divinare potuit. Sed postea additi sunt, ut quam sapienter ac provide deus ad naves Athenienses refugere iussisset ostenderetur. Quapropter etiam Themistocles in contione de argumento horum versuum cum vatibus certasse dicebatur. Callide autem id agebant fingentes, ut tempus proelii ne accuratius significarent, sed vere an autumno apud Salaminem pugnatum iri Apollinem ipsum dubitasse simularent.

¹)&ιαα τοέμφαιςα codd.