Aufsatz 
Der Schulgarten der höheren Mädchenschule zu Giessen
Entstehung
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der Anordnung war der, die praktische Bearbeitung der Beete, also die Kulturweise und ein schönes, gefälliges Aussehen in Eintracht zu bringen, was dadurch erzielt wurde, dass die grösseren Stauden- gewächse nebst den hoch aufschiessenden Annuellen in die Mitte kamen, während nach den Rändern der Beete hin zuerst die niederen Stauden und dann am Rande die niederen Annuellen sich anschlossen.

Ausser dem eigentlichen System des Gartens ist es gelungen, auf kleinstem Raum eine Art botanischer Lebensgemeinschaften herzustellen: Bergwald B, Laubwald C, Nadelwald D, Wiesen- fläche E, Rain F(Hieracium Pilosella, Rumex Acetosella, Echium vulgare, Calluna vulgaris, Sedum acre, Thymus Serpyllum, Spar- tium scoparium, Ranunculus bulbosus etc.), Alpinum G(Hoch- gebirgspflanzen), Moorbeet H: für Moorpflanzen(Comarum palustre, Caltha palustris, Parnassia palustris, Menyanthes trifoliata, Pingui- cula alpina& vulgaris etc.*), Bassin I: für Wasserpflanzen(Alisma Plantago, Iris Pseudacorus, Juncus effusus, Typha, Scirpus lacustris ete,), Gebüschrabatten(ausserhalb des Gartens, s. und ö. vom Schulhaus) für die eigentliche Buschflora(Plan 1).

Bei dem Arrangement dieser Partien ist wieder das leitende Prinzip gewesen, praktische Gesichtspunkte und schönes Aussehen in erster Linie zu berücksichtigen.

Der Bergwald B wird durch eine von Herrn Stadtgärtner Balser sehr geschickt angelegte Felsgruppe dargestellt, deren Zwischenräume mit guter Walderde ausgefüllt sind. Hier hat insbesondere die Flora desHangelstein einen geeigneten Platz ge- funden. Unter den blühenden Pflanzen bemerkt man: Hepatica triloba, Leucoium vernum, Daphne Mezereum, Paris quadrifolia, Polygonatum multiflorum, Asarum europäum, Arum maculatum, Anemone nemorosa und ranunculoides, Dentaria bulbifera, Lunaria rediviva, Turritis glabra, Viola mirabilis, Actaea spicata, Mercu- rialis perennis, Saxifraga caespitosa, Vincetoxicum officinale, Litho- spermum purpureo-coeruleum, Lamium Galeobdolon, Campanula persicifolia, rapunculoides und Trachelium, Doronicum Parqdalian- ches und Primula elatior. Dazwischen sitzen hie und da hohe, prächtige Farnkräuter, wie Aspidium Filix mas und Athyrium Filix femina.

*) Die meisten der angeführten Pflanzen stammen aus dem Moor bei Negast(Stralsund).