8
Waiſen, die du erzogſt, Arme, von dir ernaͤhrt, Werden liebend noch ſpaͤt deiner gedenken oft; Segnen nun in den Himmel Dem entſchlafenen Geiſte nach.
Stets mit ſorgſamer Hand haſt du des Guten Keim
Eingeſenket, und nahmſt, heilend mit mildem Sinn, Kranke Zweige der Pflanze, Sahſt dann wachſen mit Vaterluſt.
Hier auch weilteſt du einſt, lenkteſt die Juͤnglinge Zu der Quelle des Lichts und zu der Tugend hin; Jahr auf Jahr iſt entflohen, Laut doch toͤnet der Nachhall uns.
Dann, als Diener des Herrn, auf der Apoſtel Bahn Gingſt du freudig voran, leitend zum Himmelreich, Strebteſt auf zum Erloͤſer,. Der am Ziel mit der Palme winkt.
Freundlich hat er gewinkt, ſandte vom Throne dir. Ringsumfloſſen von Licht, ſichtbar nur dir allein„ Einen Seraph hernieder, Den du freudig dir nahen ſahſt.
Heiter blickeſt du jetzt auf das vollbrachte Werk, Eine Thraͤne nur noch weihſt du dem Leben hier, Fuͤhlſt das Wehen des Engels, Schwebeſt laͤchelnd zum Himmel auf.
Aus dem ewigen Glanz, welcher dich dort umſtrahlt,
Von den Stufen des Throns, wo du den Lohn empfaͤngſt, Schau mit liebendem Auge
Nun auf unſere Welt herab.
Wie du immer gethan, lenke, verklaͤrter Geiſt, Uns den ſtrauchelnden Fuß; werde, auch ungeſeh'n, In dem Kampfe des Lebens Uns ein ſchuͤtzender Genius.


