nach keinen anhaltenden Erſolg haben. Das Schriftprinzip der Proteſtanten führte vielmehr in allen Glaubenefragen zu einer dogmatiſchen Auslegung, die, materiell einer proteſtantiſchen rexula Hdei unterworfen, formell den grundſätzlich geforderten Gebrauch der grammatiſchen Erklärung beeintrüchigte. Durch den Gegenſatzwurde auch die katholiſche Eregeſe ganz in das dogmatiſch⸗polemiſche Intereſſe hineingezogen und dadurch, da ſie auf den kraditionellen vierfachen Sckiftſinn mehr und mehr ver⸗ nizur⸗ der proteſtantiſchen Cregeſe formell gleich .. Eonfeſſionelle Exegeſev) In den nächſten beiden
zuehmeahn ſtand die Eregeſe ganz allgemein und bewußter Weiſe unter der Herrſchaft der rewula fei jeder Konfeſſion und diente jeder einzelnen kirchlihen und theologiſchen Nüichtung dazu, in der von den herrſchenden Parteien weſentlich nur als Drommptuarium für dieta Prabantin angeſehenen h. Schrift ſich als die allein berechtige wiederzufinden. Dieſer dogmatiſch volemiſchen Schriſtbenutzung traten zahlreiche ſprachliche und archäologiſche Unterſuchungen ſowie ſynoptiſche Föſt ſtellungen der bisherigen exegetiſchen Erträgniſſe mehr zur ns enggeger, Gme ſenen gegen ſe ſeim der mrminine war ohne bleibende Wirkung. Dagegen hat das bei Coceeianern, Pietiſen und Janſeniſten hervortretende Streben nach erbaulicher Schriftauslegung durch ein tieferes Einleben in die Schiſt einer objektiveren Schriftauslegung vorgearbeitet.
§ 15.(Die Textkritit.) Ebenſo Miturſache, wie ſelber Wirkung des im 18. Jahrhundert auf dem ganzen Gebiet der Wiſſenſchaft vollogenen Umſchmungs war für die Neu⸗ teſtamentliche Forſchung die Texttritit. Die äͤlteſten Ausgaben des griechiſchen Neuen Teſtamentes, die von Erasmus(1516) und die der Complutenſiſcen Polylotte, häufig abgedrudt, ſelten und nur gering nach anderen Hanbſchriſten verbeſſert, aber oft mit einander gemiſcht, waren durch die Ctzevirſche Aus⸗ gabe von 1633 zu einem kextus roceptus geworden, der all⸗ mählich nahezu für inſpiriert galt. Aber die katholiſche Oppo⸗ ſition gegen das proteſtantiſche Formalprinzip führte ſchon 1689 durch Simon zu einer kritiſchen Geſchichte des Textes und der


